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Amt Landhagen: Zukunft fraglich

Neuenkirchen Amt Landhagen: Zukunft fraglich

Mehrere Umstände bewegen Gemeindevertreter, über ihre Verwaltungsgemeinschaft nachzudenken

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Neuenkirchen. Rudolf Kirchner ist skeptisch: Der erfahrene Jurist und stellvertretende Bürgermeister der 2370-Einwohner-Gemeinde Neuenkirchen bezweifelt, dass im Umland Greifswalds alles bleiben kann wie es ist. Und er hat allen Grund dazu: Nie zuvor seit seiner Gründung wurde das Amt Landhagen, Verwaltungsgemeinschaft von 10 Greifswalder Umlandgemeinden, so in Frage gestellt wie gegenwärtig.

Auslöser dafür sind gleich mehrere Umstände: Die 1360 Einwohner zählende Gemeinde Wackerow will das Amt verlassen und Teil der Nachbarstadt Greifswald werden. Das Land hingegen hat ein Gesetz verabschiedet, das den Zusammenschluss von Gemeinden vorantreiben soll und den Fortbestand ländlicher Ämter an eine Mindesteinwohnerzahl von 8000 koppelt.

Noch ist nicht entschieden, dass Wackerow Ortsteil von Greifswald wird. Die Stadtverwaltung sei derzeit bemüht, die finanziellen Auswirkungen der Eingemeindung zu prüfen. Allerdings fehlten dafür noch Zuarbeiten aus Wackerow, heißt es dazu aus dem Greifswalder Rathaus. Gesetz den Fall, die Fusion kommt zustande, würde Landhagen 1360 Einwohner verlieren. Seine Bevölkerungszahl würde von 10

149 (Stand 31. Dezember 2015) auf 8789 sinken.

Das aber könnte zu einem Problem werden. Das sogenannte Gemeinde-Leitbildgesetz des Landes gibt vor, dass Ämter, die im Jahr 2030 weniger als 8000 Einwohner zählen, aufzulösen sind. Im Falle des Falles sei zu entscheiden, „ob sie (die betroffenen Ämter, d. R.) mit benachbarten amtsfreien Gemeinden oder Ämtern zusammengelegt“ werden sollten.

In Landhagen schließt man nicht aus, ohne Wackerow genau das tun zu müssen. So gut wie alle Amtsgemeinden stehen finanziell auf schwachen Füßen und sind kaum noch leistungsfähig. Das Land rechnet mit einem weiteren Einwohnerschwund in Vorpommern-Greifswald von acht Prozent und legt diese Erwartung allen ländlichen Gebieten des Kreises zugrunde. Für Landhagen bedeutete dies rein rechnerisch, nochmals gut 700 Seelen einzubüßen. Damit wäre man beim Einwohnermindestwert von 8000, den Schwerin für ein ländliches Amt vorschreibt.

„Das Amt Landhagen wird die nächsten Jahre nicht überleben“, ist Rudolf Kirchner überzeugt. Er und Neuenkirchens Bürgermeister Frank Weichbrodt favorisieren die Fusion aller amtsangehörigen Gemeinden zu einer amtsfreien Großgemeinde mit hauptamtlichem Bürgermeister. Eine Vision, die im Amt nicht jeder teilt: Weitenhagens Bürgermeisterin Janina Jeske sieht keinen Grund, das bestehende Amt in Frage zu stellen. Mit 8000 Einwohnern würde es der Gesetzesanforderung entsprechen. „Ich sehe das genauso“, bekennt Dargelins Bürgermeister Fred Feike. In Mesekenhagen will man sich angesichts der noch unentschiedenen Situation nicht konkret festlegen. So viel allerdings lässt Bürgermeister Geert-Christoph Seidlein durchblicken: „Wir befürworten eine ländliche Gemeindestruktur und eine ländliche Verwaltungsstruktur.“ Das schließe immerhin aus, das Amt aufzulösen und Greifswald zum Verwalter zu machen.

Sven Jeske

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