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Ostvorpommern Amt Landhagen am Scheideweg?
Vorpommern Greifswald Ostvorpommern Amt Landhagen am Scheideweg?
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09:50 08.03.2016

Wie weiter mit dem Amt Landhagen? Noch steht der Verwaltungsverbund von 10 Greifswalder Umlandgemeinden. Doch angesichts gleich mehrerer Umstände wird seine Zukunft derzeit in Zweifel gezogen.

Die Großgemeinde

Die Bildung einer Großgemeinde bedeutet für die beteiligten Kommunen, ihre Eigenständigkeit aufzugeben. Es gäbe dann nur noch eine zu wählende Gemeindevertretung für alle. Zudem einen hauptamtlichen Bürgermeister nebst Verwaltung.

Da ist zum einen das Bestreben der Gemeinde Wackerow, das Amt Landhagen zu verlassen und Teil der Nachbarstadt Greifswald zu werden. Und da ist zum anderen der Entwurf eines Gesetzes, mit dem das Land den Zusammenschluss von Gemeinden vorantreiben möchte. Beides ist noch nicht beschlossene Sache. Die Gemüter bewegt es allemal. Sollte Wackerow tatsächlich nach Greifswald wechseln — in der Bürgerschaft der Hansestadt zeichnet sich eine Mehrheit für die Aufnahme von Fusionsverhandlungen ab — gingen dem Amt Landhagen 1363 Bürger (Stand 30. Juni 2015) verloren. Die Zahl seiner Einwohner würde von derzeit 10120 (Stand 30. Juni 2015) auf 8757 Bürger sinken. Das könnte zu einem Problem werden.

Der aktuelle Gesetzentwurf des Landes (mit dem nichts anderes als eine Gemeindereform bezweckt wird), gibt vor, dass Ämter ab dem Jahr 2019 nicht weniger als 8000 Einwohner zählen sollten.

Andernfalls sollten sie aufgelöst werden und ihre Gemeinden in einer Großgemeinde oder — ganz neues Modell — Verbandsgemeinde aufgehen.

In Landhagen schließt man nicht aus, ohne Wackerow genau das tun zu müssen. So gut wie alle Amtsgemeinden stehen finanziell auf schwachen Füßen und sind kaum noch leistungsfähig. Mit Weitenhagen rutschte jetzt auch die letzte ins Haushaltsminus. Das Land rechnet mit einem weiteren Einwohnerschwund in Vorpommern-Greifswald um acht Prozent und legt diese Erwartung allen ländlichen Gebieten des Kreises zugrunde. Für Landhagen, das ohne Wackerow aktuell auf 8757 Bürger käme, bedeutete dies rein rechnerisch, nochmals gut 700 Seelen einzubüßen. Damit wäre man beim Einwohnermindestwert von 8000, den Schwerin für ein ländliches Amt vorschreiben will. Vorsorglich informierten sich Vertreter aller Landhagener Gemeinden schon mal über das Modell einer Großgemeinde. Mit Süderholz haben sie eine in direkter Nachbarschaft. Und das seit nunmehr 16 Jahren. 1999 hatten sich sieben bis dahin eigenständige Umlandgemeinden von Grimmen freiwillig zusammengeschlossen.

Das Land belohnte diese Initiative mit einer Sonderbedarfszuweisung von drei Millionen D-Mark — 219200 für jede der sieben Fusionsgemeinden. Die Fusion habe zu einer erheblichen Einsparung geführt, beteuert man in Süderholz. Das ehrenamtliche Engagement von Bürgern habe dadurch keinen Abbruch erfahren. Im Gegenteil: Seit der Fusion habe es vermehrt Vereinsgründungen gegeben.

Von Sven Jeske

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