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Angler missachten Naturschutzgebiet

Wampen Angler missachten Naturschutzgebiet

Zwischen Wampener Riff und Insel Koos haben viele Wasservögel ihren Lebensraum / WWF registriert zunehmend Störungen

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WWF-Schutzgebietsbeauftragter Florian Hoffmann am Wampener Riff. In diesem Jahr registrierte er bereits 40 Störungen im NSG. Die Tendenz sei steigend, erklärte er. Fotos (3): Stefan Brümmer

Wampen. Am Wampener Riff geben sich die Rotschenkel schon seit dem zeitigen Frühling ein Stelldichein, weithin sind ihre Rufe zu hören. Kiebitze zeigen ihre Flugkünste, rotweiß gefiederte Brandgänse balzen um die Wette. Und wer Glück hat, bekommt auch die seltenen Säbelschnäbler zu Gesicht.

OZ-Bild

Zwischen Wampener Riff und Insel Koos haben viele Wasservögel ihren Lebensraum / WWF registriert zunehmend Störungen

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Das ganze Jahr über kann hier eine pralle Naturvielfalt beobachtet werden. Nicht nur deshalb wurden die Insel Koos, der Kooser See und Teile des Wampener Riffs 1990 zum Naturschutzgebiet (NSG) erklärt. Es ist dieser stark gegliederte Bereich der Südküste des Greifswalder Boddens mit ausgedehnten Flachwasserzonen, Windwatten und beweideten Überflutungsmooren, der nicht nur als Lebensraum für Küstenvögel, sondern auch als Zugvogelrastplatz internationalen Rang genießt.

Allerdings: Florian Hoffmann von der Umweltorganisation World Wide Fund For Nature (WWF) hat keine guten Nachrichten. Der Schutzgebietsbetreuer berichtet von zunehmenden Störungen im Naturschutzgebiet Koos. „Im Jahr 2015 wurden 68 Störungen registriert“, berichtet Hoffmann, „viel zu viele“. In diesem Jahr lägen seit Februar bereits 40 „erfasste Störungen“ im NSG vor. Die Tendenz sei steigend, sagt der Biologe. Hoffmann ist seit 2012 Mitarbeiter im Stralsunder WWF-Ostseebüro. Der 39-Jährige ist verantwortlich für die Betreuung der Natura-2000-Gebiete im Greifswalder Bodden.

Das sind FFH- (Fauna-Flora-Habitat-) und Vogelschutzgebiete. Dazu gehört ferner die Aufgabe, die „Freiwillige Vereinbarung Naturschutz, Wassersport und Angeln im Greifswalder Bodden und Strelasund“

umzusetzen. Projektpartner und Unterzeichner dieser 2005 vom WWF initiierten freiwilligen Vereinbarung sind die Landesverbände der Segler, Angler, Kanuten und Ruderer sowie das Umweltministerium MV und der WWF. „Im Großen und Ganzen wird diese freiwillige Vereinbarung von den Partnern eingehalten“, sagt Hoffmann. Angler und Wassersportler würden sie zu rund 90 Prozent respektieren.

Beim NSG Koos verhalte es sich jedoch anders. Unabhängig von der freiwilligen Vereinbarung gilt im NSG die Schutzgebietsverordnung. „Auf den Wasserflächen im Schutzgebiet rund um die Insel Koos ist gemäß der NSG-Verordnung das Angeln nicht gestattet“, sagt Hoffmann. Insbesondere richtet sich seine Bitte an Angler, die mit ihren Booten oder von Land aus im Bereich des NSG ihrem Hobby frönen.

„Ein einziger Bootsfahrer reicht aus, um Vogelschwärme aus diesem wichtigen Nahrungsgebiet dauerhaft zu vertreiben. Gerade jetzt in den Sommermonaten suchen Schwäne vermehrt das Gebiet für ihren jährlichen Gefiederwechsel auf. Die können dann bei Störungen nicht einfach wegfliegen“, erläutert Florian Hoffmann.

Die „Stör“-Boote, die erfasst wurden, kämen insbesondere aus dem Bereich Greifswald, Stralsund und Loitz und seien überwiegend Angler. Die jährliche Saisonauswertung, so der Naturschützer, würde am Jahresende in den entsprechenden Vereinen erfolgen. Im Internet sei die Seekarte mit den gekennzeichneten Flächen der freiwilligen Vereinbarung einsehbar.

• www.wwf.de/greifswalder-bodden

Das Naturschutzgebiet

Das NSG „Insel Koos, Kooser See und Wampener Riff“ liegt zwei Kilometer nördlich von Neuenkirchen und hat eine Größe von etwa 1500 Hektar. Es wurde im November 1990 unter Schutz gestellt, eine Erweiterung folgte 1994. Das Gebiet ist Lebensraum für Küstenvögel und bedeutendes Rastgebiet für Zugvogelarten.

Die Insel Koos und die Kooser Wiesen sind nicht zugänglich. Wanderwege führen in die Karrendorfer Wiesen und zu einer Beobachtungsplattform. Unterhalb des Wampener Riffs ist ein Badestrand ausgewiesen.

Stefan Brümmer

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