Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Ostvorpommern „Auf unseren Samson wurde geschossen“
Vorpommern Greifswald Ostvorpommern „Auf unseren Samson wurde geschossen“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
03:36 17.04.2013
4,5 Millimeter misst der Kopf dieses Luftgewehrgeschosses, das Kater Samson in die Stirn traf.

Das Einschussloch ist nicht zu übersehen: Kreisrund hebt es sich im tiefschwarzen Fell des Katers ab. Mitten auf seiner Stirn, genau zwischen seinen Augen.

Franziska Hagen wollte es erst nicht glauben. Als die Dersekowerin am Freitag nach Hause kam, fiel ihr zunächst lediglich auf, „dass Kater Samson nicht wie sonst auf mich zulief“. Träge habe sich das Tier aus seinem Korb erhoben, um dann doch zu ihr zu kommen. Beim Streicheln sei ihr Minuten später ein harter Knubbel an seinem Kopf aufgefallen. Es war ein Diabolo, Munition für ein Luftgewehr, Durchmesser etwa fünf Millimeter. Samson, schwört Franziska Hagen, sei ein durch und durch friedlicher Geselle, der keiner Seele was zuleide tue. „Was muss ein Tier anstellen, dass ich ihm direkt zwischen die Augen schieße“ fragt sie.

Dass es Menschen gibt, die Katzen ins Visier nehmen, weiß Tierärztin Annette Quandt aus ihrer alltäglichen Praxis. „Wir haben regelmäßig mit Katzen zu tun, die angeschossen wurden. Immer mit einem Luftgewehr. Manchmal bemerken die Halter die Verletzung an ihren Vierbeinern gar nicht. Es kam vor, dass wir Munition erst Jahre später beim Röntgen von Katzen entdeckten. Diabolos gehen schon mal unter die Haut.“

Das Beschießen von Katzen ist für Annette Quandt kein Bagatelldelikt. Zwar behandele der Gesetzgeber Tiere rein rechtlich wie Sachen. Doch dem Tierschutzgesetz nach sei die Misshandlung von Samson und seinesgleichen strafbar. Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe muss rechnen, wer einem Wirbeltier aus Rohheit erhebliche Schmerzen oder Leiden zufügt.„Katzen zu beschießen ist definitiv Tierquälerei und nicht erlaubt“, stellt Quandt klar.

Simone Hagemeister, Mitglied im Tierschutzverein Greifswald, kann das nur bekräftigen. „Meist sind es Jugendliche, die aus Jux und Dallerei mit einem Luftgewehr auf Vögel oder Katzen schießen“, weiß sie. Tödlich seien Luftgewehrgeschosse für Katzen höchst selten. Schmerzhaft jedoch allemal. „Wäre mein Tier betroffen, würde ich Anzeige erstatten.“ Die Polizei sehe sich dann unter Umständen genötigt, Untersuchungen anzustellen, sollten mehrere Vorfälle an einem Ort bei ihr aktenkundig werden. Annette Quandt empfiehlt betroffenen Haltern, in ihrer Nachbarschaft zu verbreiten, dass sie die Tierquälerei angezeigt haben und dass sie einen Verdacht hegen.

Familie Hagen in Dersekow hat den Beschuss ihres Katers Samson bei der Polizei angezeigt. Und sie erwägt, die Nachbarschaft darüber zu informieren. „Vielleicht hält das den Täter ab, noch einmal auf eine Katze oder andere Tiere zu schießen“, sagt Franziska Hagen. Kater Samson (9) bedeutet ihr viel. Er war drei Wochen alt, als sie begann, ihn von Hand aufzuziehen. Nie hätte sie gedacht, dass jemand auf ihn schießen könnte.

Das Beschießen von Katzen ist Tierquälerei.“Annette Quandt, Tierärztin

Sven Jeske

Landfrauen pflanzten Wildobstgehölze im Natur- und Erlebnispark Gristow.

17.04.2013

Am 25. April können sie sich in Karlsburg über verschiedene Berufe informieren.

17.04.2013

- Mehr als zwei Jahre nach der Atomkatastrophe von Fukushima haben japanische Politiker und Vertreter der Anti-Atombewegung den Standort des früheren Atomkraftwerks Lubmin besucht.

16.04.2013
Anzeige