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Ostvorpommern Auto fährt Mädchen um: Schock in Hinrichshagen
Vorpommern Greifswald Ostvorpommern Auto fährt Mädchen um: Schock in Hinrichshagen
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00:00 24.06.2016
Unfallort am Abzweig Hinrichshagen: Gestern morgen wurde ein Mädchen hier von einem Auto erfasst. Es ist schwer verletzt. Quelle: Peter Binder

War es spät dran? Wurde es abgelenkt? Oder wähnte sich das Kind in Sicherheit? Für ein neunjähriges Mädchen aus Hinrichshagen wurde der gestrige Tag zum schrecklichsten seines Lebens. Kurz nach sieben Uhr betrat es, aus seinem Dorf kommend, die Landstraße zwischen Greifswald und Dersekow, wurde von einem Auto erfasst und schwer verletzt.

Vorsicht und runter vom Gas bei haltenden Bussen!“Andrea Leirich,

Landes-Verkehrswacht

Die Straße, die Greifswald mit Dersekow verbindet, ist 5,50 Meter breit. Am Abzweig nach Hinrichshagen wird sie beidseitig von Bushaltestellen flankiert. Hält ein Bus, ist die Straße hier halbseitig blockiert. Als das Mädchen sie gestern Morgen erreicht, steht gerade ein Bus dort. Es ist nicht ihrer: Um zur Schule nach Greifswald zu kommen, muss sie auf die andere Straßenseite. Das wird ihr zum Verhängnis. Ohne die Abfahrt des stehenden Busses abzuwarten, tritt das Mädchen hinter ihm auf die Gegenspur. Schock für den 22-jährigen Fahrer eines Volvo! Den Bus sehend hatte er den Fuß bereits vom Gaspedal genommen, war eigenen Angaben zufolge nur 50 statt der erlaubten 80 km/h gefahren. Den Zusammenprall mit dem Kind kann er nicht verhindern. Das Mädchen wird gegen die Windschutzscheibe seines Wagens geschleudert und prallt anschließend auf den harten Asphalt. Dabei erleidet es schwere Kopfverletzungen.

Möglicherweise wäre es nicht zu diesem Unfall gekommen, hätte der stehende Bus die Warnblinklichter angehabt. Haltende Busse mit Warnlicht, erklärt Polizeisprecher Axel Falkenberg, verpflichteten Autofahrer zur Schrittgeschwindigkeit. Die wiederum betrage nicht 30, sondern maximal sieben km/h.

Im Fall Hinrichshagen war der Fahrer des stehenden Busses nicht dazu verpflichtet, das Warnlicht anzumachen. „Es gibt keine Anordnung von Verkehrsbehörden, die derlei für diesen Haltepunkt vorschreibt“, stellt Falkenberg klar. Aus Sicherheitsgründen werde Busfahrern an bestimmten Haltestellen regelrecht vorgeschrieben, das Warnblinklicht einzuschalten. Der Haltepunkt Hinrichshagen allerdings war bis gestern unauffällig.

Der schwere Unfall, gibt Falkenberg zu bedenken, könne ein Anlass sein, die Situation in Hinrichshagen neu zu bewerten. Die Gemeinde Hinrichshagen selbst könnte dazu beitragen und eine entsprechende Überprüfung beim Straßenverkehrsamt des Kreises beantragen.

Nach Auskunft von Andrea Leirich, Geschäftsführerin der Landesverkehrswacht, steht das gestrige Geschehen für eine Vielzahl von Unfällen mit Schülern. „Meist ist ein Bus im Spiel, treten Kinder vor oder hinter dem Bus auf die Straße, ohne dass sie den Verkehr dort hätten richtig einsehen können.“ Leirichs Appell an Autofahrer: „Geben Sie Obacht, wenn sie einen stehenden Bus vor sich sehen. Und:

Fahren Sie so langsam wie möglich!“ Sei ein Auto mit 30 km/h unterwegs, könne es unter Umständen rechtzeitig zum Stehen gebracht werden, sollte ein Kind an einem Bus auf die Straße laufen. Bei 50 km/h, so Leirich, wäre das kaum noch möglich. Erst nach 15 Metern würde ein so schnelles Auto zu bremsen anfangen.

Der gestrige Verkehrsunfall war der erste schwere mit einem Schüler nach längererer Zeit. Im März 2011 war in Klein Bünzow ein sechsjähriger Junge aus einem haltenden Schulbus ausgestiegen und einen Moment später hinter dem Bus auf die Straße gelaufen. Direkt vor ein Auto.

Sven Jeske

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