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Bauern nehmen Bienen die Nahrung weg

Anklam Bauern nehmen Bienen die Nahrung weg

Ein Imker und Funktionär aus Anklam kritisiert die einseitige Landwirtschaft. Die setze vor allem und fast ausschließlich auf finanziell einträgliche Kulturen.

Anklam. Hecken wären spitze, sagt Uwe Schultz. Denn Hecken versprächen Nahrung für seine Tiere. Der Anklamer, Herr über 20 Bienenvölker und Vorstand im Landesverband der Imker, beklagt, dass es kaum noch ausgeprägte Gehölzstreifen an Äckern gibt. Auch für andere Blühpflanzen hätten Bauern immer seltener etwas übrig. Stattdessen reizten sie riesige Felder bis auf den letzten Meter aus, um einträgliche Kulturen wie Weizen und Mais heranzuziehen. Schlecht für die Honigbiene, urteilt der Fachmann. Der nämlich werde so die ganzjährige Nahrungsgrundlage auf landwirtschaftlich genutzten Flächen genommen.

Schulz zufolge haben inzwischen selbst die Rapsfelder ihren Status als verlässlicher Nektarquell verloren. Da sie witterungsbedingt zeitiger blühten, kämen Bienen kaum noch dazu, sie gänzlich auszubeuten. „Früher wurden Rapsfelder im Mai gelb. Mittlerweile sind die ersten Flächen Anfang Mai schon verblichen. Die Bienen aber sind um diese Zeit noch nicht in Fahrt.“ So entginge ihnen auch noch ein Gutteil dieser im großen Stil angebauten blühenden Ölpflanze.

Die wird vielen der fleißigen Insekten allerdings auch zum Verhängnis: „Wenn die Biene auf der Blüte sitzt und der Bauer die Rapskultur spritzt, ist es um sie geschehen. Das Spritzmittel verklebt ihre Flügel. Und damit nicht genug: Bienen, die es abbekommen, nehmen seinen Geruch an und werden vom eigenen und von anderen Bienenvölkern nicht mehr akzeptiert“, beschreibt Uwe Schultz das Dilemma.

Vermeiden ließe es sich, würden Imker und Landwirte, die ein und dieselbe Rapsfläche nutzen, in Kontakt stehen und einander abstimmen. „Dann“, erklärt Schultz, „könnte der Imker seine Bienen auch mal ein, zwei Stunden einsperren, während der Bauer seine Felder spritzt.“

Kommunikation sei alles, auch im Verhältnis von Bienenhaltern und Bauern, macht Uwe Schultz deutlich. Vor Jahren schon suchten Imker wie er den Kontakt zur organisierten Landwirtschaft. Im März 2009 erklärten beide Seiten, künftig enger zusammenarbeiten zu wollen. Man müsse partnerschaftlich aufeinander zugehen, hieß es damals bereits. Landwirten wurde empfohlen, ein Förderprogramm des Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt zu nutzen, um Blühflächen anzulegen. Das Förderprogramm sei inzwischen ausgeschöpft. Im nördlichen Landkreis aber seien kaum zusätzliche Blühflächen an Äckern entstanden, bedauert Schultz. „Die Böden hier sind zu gut, um sie nicht gänzlich für einträglichere Kulturen zu nutzen“, weiß er.

Den Bienen freilich nutzt das wenig. Immerhin: Bauern- und Imkerverband reden noch miteinander. In Anklam besuchten Landwirte und Bienenhalter erst dieser Tage eine gemeinschaftliche Filmvorführung. Gezeigt wurde der Streifen „More than Honey“, eine drastische Darstellung des Bienensterbens und seiner Ursachen.

Land sucht Bienenhelfer
Das Land hat einen Wettbewerb ausgelobt, um herauszufinden, welche Projekte zur Unterstützung von Honigbienen es gibt. Den drei Besten winken Preisgelder in Höhe von insgesamt 1000 Euro.

Die Auszeichnungen erfolgen am 5. Juni auf einer Landesveranstaltung im Rostocker Zoo. Mehr zum Wettbewerb und seinen Bedingungen steht unter www.imkermv.de.

Sven Jeske

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Weil die Bauern in Vorpommern-Greifswald riesige Felder bis auf den letzten Meter ausnutzen, finden die Bienen kaum noch Nahrung. Das beklagt der Landesverband der Imker.

Weil die Bauern in Vorpommern-Greifswald riesige Felder bis auf den letzten Meter ausnutzen, finden die Bienen kaum noch Nahrung. Das beklagt der Landesverband der Imker.

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