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Ostvorpommern Behrenhoff: Streit um die Windkraft
Vorpommern Greifswald Ostvorpommern Behrenhoff: Streit um die Windkraft
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00:00 06.09.2016
13 Windräder sollen entstehen. Im Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt sind die Antragsunterlagen einzusehen. Quelle: OZ-Archiv

Noch steht kein Windrad zwischen Behrenhoff, Kammin und Dargezin südlich von Greifswald. Doch das soll sich ändern. Geht es nach den Plänen zweier Unternehmen, wird bereits im kommenden Jahr damit begonnen, hier insgesamt 13 solcher Anlagen zu errichten.

Die Gemeinde

würde profitieren.“Nikolai Rogos, Landwirt

Ende März beantragte die von einheimischen Landeignern wie dem Behrenhoffer Landwirt und Bürgermeister Marcus Clausen und dem Stresower Landwirt und Gemeindevertreter Nikolai Rogos gegründete Windpark Behrenhoff GmbH & Co. KG beim Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt Vorpommern (Stalu) die Genehmigung für acht Windräder mit einer Gesamtbauhöhe von 198,5 Metern.

Zeitgleich ging ein Antrag der Firma Naturwind GmbH mit Sitz in Schwerin beim Stalu ein. Jene kooperiert mit dem Geschäftsführer der Agrar-GmbH Bandelin, Gerrit Vrieling. Der ist größter Flächeneigner im Gebiet. Naturwind möchte fünf, gleichfalls 198,5 Meter hohe Windräder errichten lassen.

Die Antragsunterlagen beider Unternehmen sowie bisher eingegangene behördliche Stellungnahmen liegen noch bis einschließlich 28. September zur Einsichtnahme im Stalu in Stralsund aus. Heute Abend wollen die Investoren zudem die Bevölkerung in Behrenhoff über ihre Vorhaben informieren.

Jörg Löwe rechnet mit einer kontroversen Diskussion. Der Mann aus Behrenhoff gehört einer Bürgerinitiative an, die seit geraumer Zeit gegen die Ausweisung eines Windeignungsgebiets im Raum Behrenhoff kämpft. Vor zwei Jahren sammelte die BI deshalb schon einmal Unterschriften: Damals bekundeten 444 der 637 wahlberechtigten Einwohner der Gemeinde, dass sie keinen Windpark in ihrer Nähe wünschten.

„An dieser übergroßen Ablehnung hat sich bis heute nichts geändert“, weiß Nikolai Rogos. „Mit ist klar, dass unser Vorhaben bei den Bürgern auf keine Akzeptanz stößt.“ Dennoch hielten er und die anderen in der Windpark Behrenhoff GmbH & Co. KG vereinten Grundeigentümer daran fest. „Unsere Gemeinde ist hochverschuldet. Sie hat derzeit nicht einmal 100 Euro für eine Rentnerfeier übrig.

Andererseits gibt es viele Ideen, etwa für einen Spielplatz und anderes.“ Ein Windpark einheimischer Landeigner wäre eine Chance auch für die Kommune, gibt Rogos zu bedenken. Die nämlich würde finanziell profitieren. „Da unsere Windparkgesellschaft in der Gemeinde sitzt, würde die Kommune Steuern einnehmen. Wir haben ein Interesse daran, auch etwas für die Gemeinde zu tun.“

Das Land hatte den Raum Behrenhoff bereits 2014 als Windeignungsgebiet ausgewiesen. Ein Gericht erklärte die Kriterien zur Gebietsauswahl für unzulässig. Unabhängig davon ließe sich das Vorhaben auf den Weg bringen, schätzt Kritiker Jörg Löwe und verweist auf das Baurecht.

Die Gemeindevertreter hatten Pläne für einen Windpark in der Vergangenheit mehrheitlich zurückgewiesen und dabei auf den geltenden Teilflächennutzungsplan verwiesen, der Windkraftnutzung ausschließe. Morgen kommen sie neuerlich zusammen. Um über die Zulässigkeit der Windpark-Anträge abzustimmen.

Informationsveranstaltung, heute, 19 Uhr, Turnhalle Behrenhoff

Sven Jeske

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