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Beschäftigungsverein auf Talfahrt

Lüssow Beschäftigungsverein auf Talfahrt

Der ASF Gribow muss sich neu ausrichten — Ende März entließ er seinen Geschäftsleiter

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Landgut Lüssow: In der größten Landwirtschaftsausstellung der Region ist es ruhig geworden.

Quelle: Sven Jeske

Lüssow. Die Taubenvoliere ist verwaist. Leer sind auch Schafställe und Kaninchenbuchten. Frisches Brot, einst im hauseigenen Ofen gebacken, gibt es seit Monaten nicht mehr. Im Landgut Lüssow, Vorpommerns wohl größter Landwirtschaftsausstellung, ist es ruhig geworden.

Himmelfahrt in Lüssow

Am Donnerstag (Himmelfahrt) lädt das historische Landgut in Lüssow bei Gützkow zum Eisbeinessen ein. Wer möchte, kann dann auch mit historischen Traktoren fahren. Das Gut verfügt über eine der größten Sammlungen dieser Landmaschinen. Geöffnet ist das Landgutmuseum am Donnerstag ab 10 Uhr. Zum Nachmittagskaffee erwartet es 70 Teilnehmer eines Freiluftgottesdienstes.

Das Schicksal der 1,7 Hektar großen Anlage unweit von Gützkow steht für die Talfahrt, die ihr Betreiber, der Arbeits- und Struktur-Förderverein (ASF) Gribow — einst großer Player auf dem zweiten Arbeitsmarkt im Greifswalder Raum —, gerade durchmacht. Jahrelang hatte der ASF die zeitweise Beschäftigung arbeitsloser Menschen im ländlichen Raum maßgeblich beeinflusst. Hohe Arbeitslosigkeit, mehrere staatlich finanzierte Beschäftigungsmodelle und ein gutes Renommee begünstigten sein Engagement. „In Spitzenzeiten“, erinnert sich der langjährige Mitarbeiter Frank Schröter, „betreute der Verein bis zu 600 Menschen.“

Vergangenheit! Die Wirtschaft brummt, die Arbeitslosigkeit ist auf dem niedrigsten Stand seit Jahrzehnten. Der Staat hat den sogenannten zweiten Arbeitsmarkt deutlich eingeschränkt.

Der ASF betreut heute gerademal noch 40 Leute. Die Zahl seiner festangestellten Mitarbeiter sank von einst einem Dutzend auf nunmehr drei. Schuld an dieser Misere soll nicht allein die gute Konjunktur in Deutschland sein. Ende März entließ der Verein seinen langjährigen Geschäftsleiter Jens Koeppen. Der, heißt es, habe den Niedergang des ASF durch sein Gebaren begünstigt. Koeppen habe nicht mit sich reden lassen und vieles über die Köpfe anderer hinweg entschieden. Geradezu selbstherrlich soll er agiert haben. Entscheidende Veränderungen seien von ihm ignoriert worden: etwa der Wechsel der Zuständigkeit für den zweiten Arbeitsmarkt. Im Landkreis Ostvorpommern war die Beschäftigung Arbeitsloser maßgeblich durch die kreiseigene Sozialagentur gemanagt worden. Die habe die vom ASF Gribow erstellten Projekte automatisch berücksichtigt. Nach der Gebietsreform gründeten der neue Landkreis und die Arbeitsagentur ein gemeinsames Jobcenter, um Langzeitarbeitslose zu betreuen. Der ASF habe es versäumt, gute Kontakte zum Jobcenter aufzubauen und zu pflegen, schildern Mitstreiter. In der Folge seien von ihm erstellte Beschäftigungsprojekte immer weniger berücksichtigt worden.

In der kommenden Woche soll ein neuer Vereinsvorstand gewählt werden. „Wir wollen nun nach vorne schauen, um wieder Schwung aufzunehmen“, sagt Hans-Jürgen Mausolf. Entscheidend für den Verein sei, die Beziehungen zum Jobcenter zu verbessern. Dann würde man eines Tages womöglich wieder mehr Beschäftigte zählen. Ohne die wird auch kein neues Leben in das Landwirtschaftsmuseum in Lüssow einziehen können. Das aber liegt Hans-Jürgen Mausolf sehr am Herzen. Schließlich hat er das Gros der umfangreichen Sammlung selbst zusammengetragen.

Von Sven Jeske

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