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Ostvorpommern Bio-Getreide-Ernte eingefahren
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00:01 28.09.2016
Landwirtin Cornelia Korts vor der Reinigungsmaschine, die sie in Österreich gekauft hat. Fotos (2): Henrik Nitzsche

Ein 40 Jahre alter Hamburger hat die Ernte gerettet. Er steht nun in der Scheune – zusammengebaut von Sohn und Schwiegersohn, erzählt Cornelia Korts. Mit der vier Jahrzehnte alten Trocknungsanlage aus der Hansestadt konnte die Landwirtin aus Mellenthin ihre Bio-Getreide-Ernte gerade noch unter Dach und Fach bringen. „Die schwierige Witterungslage im August verzögerte die Ernte immer wieder durch zu hohe Luftfeuchtigkeit. Jetzt haben wir den erwarteten Ertrag von Roggen, Dinkel und Lein doch noch eingebracht“, sagt Cornelia Korts.

Ein 40 Jahre altes Stück aus Hamburg: die Trocknungsanlage.

Die schwierige Witterungslage im August

hat die Ernte verzögert.“Cornelia Korts, Betreiberin des Gutshofes

Mit dem aufwändigen Trocknungsverfahren ist nun das Getreide vor dem Befall durch Pilze und Fäulnis geschützt. Dass die Mellenthinerin nun auch die Reinigung allein bewerkstelligen kann, hat sie einem Kleinbauern aus Österreich zu verdanken. Er hat ihr eine Reinigungsmaschine vermacht. Somit kann sich ihre Erntebilanz für 2016 sehen lassen – 1,2 Tonnen Dinkel, 5 Tonnen Roggen und 1,4 Tonnen Lein. „Es ist ein Stück Belohnung für die Arbeit, die man damit hatte“, so die Landwirtin, die jetzt aber schon wieder an die Bestellung der Felder für das nächste Jahr denkt. Auf einer Fläche von vier Hektar muss gesät werden. Dazu kommen noch fünf Hektar Grünland, die die Inhaberin des „Gutshof Mellenthin“ bewirtschaftet. Sie freut sich jetzt auf die erste Dinkel-Waffel. „Dazu muss der Dinkel aus der Schälmühle vom Spreewald zurückkommen.“ Für ihr Leinöl, das sie auch verkauft, hat sie sich eine Leinmühle angeschafft. „Die Masse weiß heute gar nicht mehr, wie viele Arbeitsgänge erforderlich sind, bevor man aus Getreide Lebensmittel zubereiten kann. Der normale Verbraucher denkt kaum darüber nach. Für mich haben das Getreide und die gesamte Ernte wieder einen völlig neuen Wert bekommen“, sagt die Gutshof-Betreiberin, die seit 2011 in ihrem Haus auf eine Bio-Landwertküche setzt. Aus dem Roggen werden Brot und Bio-Brötchen gebacken. In ihrem kleinen Gutshof-Shop sind im Angebot: Roggen, Dinkel, Buchweizen und Lein.

Und nicht zu vergessen der grüne Bio-Spargel, den sie im Frühjahr erstmals erntete (die OZ berichtete). 500 Kilogramm waren es bei der Premiere. „Im nächsten Jahr rechne ich mit der großen Spargelernte. Vielleicht bekommen wir 4,5 Tonnen“, sagt sie. Für die Vermarktung habe sie mit dem Bio-Großhandel in Berlin einen Partner gefunden, der den Insel-Spargel nun deutschlandweit verkaufen will. „Ein Teil der Spargelernte bleibt aber auf Usedom für meine Küche“, verspricht sie.

Cornelia Korts kam vor 16 Jahren auf die Insel. Sie baute einen alten Kuhstall zu einem Hotel um.

Henrik Nitzsche

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