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Bizarrer Streit um einen Briefkasten

Klein Schönwalde Bizarrer Streit um einen Briefkasten

Ein Rentner verklagt seine Gemeinde / Nun haben wohl Richter das Wort

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Weit auf Gemeindeland? Briefkasten in Baranowskis Straße.

Klein Schönwalde. Bringt ein Briefkasten die 1400-Seelen-Gemeinde Weitenhagen vor Gericht? Es wäre ein weiterer sonderbarer Fall für Juristen. Ausgeschlossen ist er nicht.

OZ-Bild

Ein Rentner verklagt seine Gemeinde / Nun haben wohl Richter das Wort

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Ich weiß bis heute nicht, warum mein Antrag, einen Briefkasten aufzustellen, abgelehnt wird.“Bodo Baranowski, Kläger

Bodo Baranowski will es wissen. Er hat Klage eingereicht, um herauszufinden, ob in seinem Umfeld alles mit rechten Dingen zugeht. Der Rentner ist kein Streithammel. Er nörgelt nicht permanent herum.

Dennoch kann es passieren, dass er andere nervt: Weil er Gegebenheiten zuweilen penetrant hinterfragt, weil er nicht klein beigibt, wenn er mal abgewiesen wird.

Abgewiesen wurden Bodo Baranowski und seine Frau in den vergangenen Jahren immer wieder. Stets ging es um einen Briefkasten, den sie auf einem Stück Rasen vor ihrem Grundstück am Rande von Klein Schönwalde platzieren möchten. Der Rasen – ein schmaler Streifen zwischen Baranowskis Anwesen und der unbefestigten Straße ihrer Siedlung – gehört der Gemeinde. Deren Vertreter lehnten es mehrheitlich ab, dem Wunsch aus Klein Schönwalde stattzugeben. Warum, weshalb, wieso? – „Ich weiß es nicht“, behauptet Baranowski, pikanterweise selbst Gemeindevertreter. Niemand habe ihm bislang erklärt, warum es nicht möglich sei, einen Pfahl mit Briefkasten in den Rasen vor seinem Wohnsitz zu stecken.

Wer die Gegend sieht, in der Bodo Baranowski zu Hause ist, mag nicht glauben, dass ein Briefkasten auf einem Stück Gras hinderlich sein könnte. Augenscheinlich spricht nichts dagegen, ihn hier aufzustellen. Die Straße, eher ein breiter Weg, bietet reichlich Platz. Sie wird nur an einer Seite von Wohngrundstücken flankiert und ist zudem durch besagten Rasenstreifen von ihnen getrennt. Ein Briefkasten stand hier schon einmal: 2007 hatte Baranowski ihn platziert, ohne irgendwen um Erlaubnis zu bitten. Fünf Jahre lang störte das niemanden. Dann bestand die Verwaltung des Amtes Landhagen darauf, den Kasten abzubauen. „Das habe ich getan. Zugleich hat meine Frau beim Amt beantragt, wieder einen Briefkasten aufstellen zu dürfen“, schildert der Rentner. Am 15. Juli 2013 erteilte ihr die Amtsverwaltung schriftlich die Genehmigung dazu, mit der Maßgabe, dass der öffentliche Verkehr durch den Kasten nicht behindert werden dürfe. Kaum getroffen, wurde die positive Entscheidung durch die Verwaltungsleitung rückgängig gemacht. Auf die Frage warum, habe er nie eine Antwort erhalten, kritisiert Baranowski, der die Sache nun von einem Gericht entscheiden lassen will. Der Kläger gibt sich selbstbewusst und möchte die Angelegenheiten „durchstreiten“, wie er sagt, auch weil er sich ungleich behandelt fühle. „Bei meinem Nachbarn steht der Briefkasten weit auf Gemeindeland. Andere Leute im Ort haben ihre Stromkästen auf Gemeindegrundstück stehen. Warum also darf ich keinen Briefkasten hinstellen?“

Eigentlich könnte Bodo Baranowski den Briefkasten Briefkasten sein lassen. Am Zufahrtstor seines Grundstücks ist schließlich einer befestigt. Wozu also dann der Streit? „Nicht für mich“, beteuert er.

„Sondern für die Zeitungszustellerin. Damit sie frühmorgens nicht aus dem Auto steigen muss, wenn es im Herbst und Winter bei uns stockdunkel ist, weil die nächste Straßenlampe 100 Meter weiter weg steht.“

Sven Jeske

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