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Ostvorpommern Blitzeinschlag in Lubminer Tischlerei
Vorpommern Greifswald Ostvorpommern Blitzeinschlag in Lubminer Tischlerei
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00:01 24.06.2017
Helmut (l.) und Roger Kastner sind froh, dass alles glimpflich ausgegangen ist und die Feuerwehren so schnell vor Ort waren. Quelle: Foto: Cornelia Meerkatz

„Wir haben unwahrscheinliches Glück gehabt“, sagt Helmut Kastner. Der erfahrene Tischlermeister aus dem Seebad Lubmin, der zugleich Kreishandwerksmeister ist, hat mit seiner Familie Stunden des Schreckens hinter sich: Am Donnerstagabend kurz vor 23 Uhr schlug während eines Gewitters der Blitz in seine Tischlerei im alten Dorf ein. Was nicht sofort ersichtlich war: Im Rohrsystem zum Spänelager bildete sich ein Schwelbrand. Der wurde gestern Morgen kurz vor 5 Uhr von Kastner dann entdeckt. Gerade noch rechtzeitig – keine Stunde später hätte die Tischlerei in Flammen gestanden.

Rohrleitungssystem entzündet sich / Schwelbrand von vier Feuerwehren stundenlang gelöscht

„Es hat während des Gewitters am Donnerstag kurz vor 23 Uhr mächtig gerumst. Ich bin gleich mit unserem kleinen Hund raus und einmal ums Haus, doch da war nichts“, berichtet gestern ein noch sichtlich mitgenommener Helmut Kastner. Als er kurz vor 5 Uhr gestern Morgen erneut mit dem Hund draußen war, habe er dann bemerkt, dass es aus der Dachrinne der Tischlerei qualme. „Ich habe sofort die Feuerwehr alarmiert und meine Söhne aus dem Bett geholt. Dann haben wir gesucht, wo sich was entzündet haben könnte“, schildert der 67-Jährige. Es sei aber sehr schwierig gewesen, weil alles voller Qualm war. Die acht Mitarbeiter seien ebenfalls schnell dagewesen, um zu helfen. Zwei von ihnen gehören zur Feuerwehr, darunter der Lehrling.

Die Einsatzkräfte der Feuerwehren von Lubmin, Wusterhusen, Kemnitz und Wolgast stellten einen Schwelbrand im Rohrsystem zwischen Tischlerei und Spänelager fest. „Wir konnten noch das Schlimmste verhindern. Eine Stunde später hätte die ganze Tischlerei in Flammen gestanden“, sagt Thorsten Weis. Der Lubminer Wehrführer leitete den Einsatz. Insgesamt 40 Einsatzkräfte waren mit zehn Autos vor Ort. „Die hohe Anzahl an Feuerwehrmännern war nötig, weil wir mit Atemluftgeräten in die Halle und den Zwischenboden mussten. Alle halbe Stunde müssen die Kameraden abgelöst werden“, so Weis.

Die Brandschützer stellten fest, dass der Blitz in einen Dachträger aus Metall eingeschlagen hat und auf die Abluftrohre weitergeleitet wurde. Dort hatten sich trotz regelmäßiger Wartung im Laufe der Jahre Staub und auch etliche Späne angesammelt, sodass der Schwelbrand entstehen konnte. Dass schnell alle Glutnester gefunden werden konnten und nicht viel Löschwasser vonnöten war, sei dem Einsatz der Wärmebildkamera zu verdanken. „Bloß gut, dass es solche Technik gibt. Die Männer haben in den Räumen ja so gut wie nichts gesehen, so dicht war die Rauchentwicklung“, erklärt der Einsatzleiter.

Gegen 10.30 Uhr seien dann die letzten Einsatzkräfte wieder abgerückt, darunter auch der Lehrling der Tischlerei.

In der waren gestern Mittag alle Fenster und Türen weit geöffnet, um Durchzug zu schaffen und den Brandgeruch zu beseitigen. „Unsere Halle, in der wir produzieren, steht seit 25 Jahren. Nie ist was passiert, zumal sie blitzschutzgesichert ist. Ich habe wirklich gedacht, ich bin im Traum“, bekennt Helmut Kastner.

Auch Sohn Roger ist froh, dass ein Großbrand verhindert werden konnte. „Wir können den Feuerwehren gar nicht genug danken“, sagt er. Als die Arbeit wieder lief, sagte der Senior: „Endlich habe ich den Duft von Holz in der Nase.“

Cornelia Meerkatz

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