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Ostvorpommern Bürger fordern Sanierung der Dorfstraße
Vorpommern Greifswald Ostvorpommern Bürger fordern Sanierung der Dorfstraße
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00:00 07.07.2016
Die Betonstraße, die durch Leist I führt, ist völlig verschlissen und voller Löcher. Quelle: Eckhard Oberdörfer

Die Einwohner von Leist I haben die Nase voll. Seit Jahren verfällt ihre Dorfstraße. Durchgeführte Reparaturen verbessern den Zustand nur für kurze Zeit.

Straßentechnisch sind wir ein Rest der DDR.“Sigrid Biffar, Einwohnerin

Die Bürger fordern jetzt eine kurzfristige Generalreparatur. „Wenn ein Lkw oder der Schulbus vorbeifährt, klappern die Gläser im Schrank“, sagt Robert Drews. Das dürfe nicht so weitergehen. Bei Stefan Zobel, dessen altes, auf Feldsteinen gegründetes Haus nur zwei Meter von der Straße entfernt steht, sind Schäden am Gebäude sichtbar. Einen Bürgersteig gibt es nicht. Schon wenn ein Mittelklassewagen vorbeifahre, seien im Haus Vibrationen zu spüren, so Zobel.

„2011 hat Landrätin Barbara Syrbe versprochen, dass diese Kreisstraße 2012 gemacht wird“, ergänzt Sigrid Biffar. Es sei absolut frustrierend, dass das nur heiße Luft war. „Wir wurden abgehängt.

Straßentechnisch sind wir einer der letzten Reste der DDR“, schätzt sie ein. Das einzige, was wirklich passierte, war die Sperrung des Abschnitts der Kreisstraße VG 2 zwischen Neuenkirchen und Leist II, nachdem sich eine Ausbesserung mit Schotter und Granulat als Flop erwies. Nach Leist I muss man seither eine Umleitung nutzen.

Sigrid Biffar hat sich schon in der Vergangenheit für eine Sanierung der Straße engagiert. Aber „um gegen die Inkompetenz der Politiker vorzugehen, ist mir meine Lebenszeit zu schade“, sagt sie jetzt. Es mag Sachzwänge geben, sagt sie, aber Politiker sollten Lösungen finden und sich nicht herausreden.

Der Hintergrund: Grundsätzlich will Vorpommern-Greifswald eine 5,50 Meter breite Straße ab Neuenkirchen bauen. Doch das dafür nötige Planfeststellungsverfahren ist nicht abgeschlossen. Aktuell laufen nach Auskunft des Landratsamtes Klagen der Universität und zweier Agrarbetriebe gegen nötige Bodenabtretungen an der Strecke, um dort Bäume pflanzen lassen zu können und somit einen Ausgleich für Eingriffe in die Natur herzustellen (die OZ berichtete). Vor 2017 könnten die Baufahrzeuge daher nicht anrücken.

Diese Argumente kennen die Leister. „Darum muss die Ortsdurchfahrt als erstes in einen befahrbaren Zustand gebracht werden“, fordert Stefan Zobel. Befragte Anwohner wie Ute Marbach, Ingrid Müller, Burkhard Sibitzki oder Christa und Peter Schütt stimmen ohne zu zögern zu.

„Das in den letzten Jahren unprofessionell ausgeführte Ausflicken der Fahrbahn reicht nicht aus“, sagt Stefan Zobel. „ In der Vergangenheit war der Straßenzustand eine Woche nach der Reparatur derselbe wie davor und damit eine Verschwendung von Steuermitteln.“ Die Löcher und Rillen in der Betonstraße seien mittlerweile so tief, dass ihre Mutter nicht mehr mit ihrem Rollator auf die Straße könne, ergänzt Sigrid Biffar.

Zobel schlägt vor, dass die gesamte Betonstraße mit eine preiswerten dünnen Asphaltschicht in Kaltbauweise bedeckt wird, um die Unebenheiten auszugleichen. Nach seiner Recherche koste das nicht mal ein Drittel dessen, was die Aufbringung heißen Asphalts kosten würde.

Kreissprecherin Anke Radlof meint indes, dass es unwirtschaftlich sei, aufwendige Instandsetzungen vorzunehmen, wenn in den kommenden Jahren eine grundhafte Erneuerung der Straße geplant sei.

„Es wurden und werden Reparaturarbeiten durchgeführt“, betont sie. Das Straßen- und Wegegesetz Mecklenburg-Vorpommerns bestimme, dass der Landkreis die Kreisstraßen entsprechend seiner Leistungsfähigkeit zu unterhalten habe. Diese Leistungsfähigkeit sei „im hoch verschuldeten Landkreis Vorpommern-Greifswald leider nur sehr eingeschränkt gegeben.“

Eckhard Oberdörfer

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