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Claus Hipp ermahnt die Wirtschaft

Wusterhusen Claus Hipp ermahnt die Wirtschaft

In Wusterhusen trat der bekannte Unternehmer gestern beim 2. HAB-Hallenmeeting auf

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Unternehmer Claus Hipp (Mitte) wurde von den HAB-Geschäftsführern Kathrin und Andreas Pörsch sowie von Staatssekretär Patrick Dahlemann und Martin Nätscher, Chef der Bio am Sund GmbH, begrüßt.

Quelle: Foto: C. Meerkatz

Wusterhusen. „Wir Unternehmer werden nicht daran gemessen, wie viel Geld wir angehäuft haben, sondern wie verantwortungsvoll wir damit umgegangen sind.“ Prof. Claus Hipp, seit 1968 Unternehmer und mit seiner Babynahrung produzierenden Firma weit über Deutschlands Grenzen hinaus bekannt, appellierte gestern leidenschaftlich an die Wirtschaft, sich im täglichen Handeln an den Prinzipien des ehrbaren Kaufmanns zu orientieren. Dazu gehörten vier Tugenden: Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit und Maßhaltung.

Beim zweiten Hallenmeeting im Hallen- und Anlagenbau Wusterhusen (HAB) unter dem Thema „Profit und Menschlichkeit“ mit mehr als 120 Gästen aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Forschung, darunter der Parlamentarische Staatssekretär für Vorpommern, Patrick Dahlemann (SPD), trat Claus Hipp als Gastredner auf. Es gehe um den anständigen und fairen Umgang von Arbeitgebern und Arbeitnehmern miteinander, erklärte er. „Der Mensch muss immer im Mittelpunkt stehen und seine Würde bewahrt werden. Dabei darf nicht vergessen werden: Nicht alles, was erlaubt ist, ist auch ehrbar!“, so Hipp. Auch deshalb sei in seiner Firma eine so genannte Ethikcharta als Wegweiser eingeführt worden.

An die Politik gerichtet sagte Hipp, diese solle Ziele vorgeben, aber die Wege zu deren Erreichung von der Wirtschaft selbst suchen lassen. „Nichts ist schlimmer als eine Überregulierung.

Andererseits sind die Wirtschaftsvertreter angehalten, sich selbstständig an den Prinzipien des ehrbaren Kaufmanns zu orientieren.“

Das Forum diskutierte anschließend Fragen zur Ethik in der Wirtschaft, die nicht zuletzt durch die Finanzkrise und den Diesel-Abgasskandal in den aktuellen gesellschaftlichen Fokus gerückt sind. „Wir wollen hier eine Plattform zum Gedanken- und Erfahrungsaustausch zwischen Unternehmern bieten“, sagte Pörsch. Der Parlamentarische Staatssekretär für Vorpommern, Patrick Dahlemann, ermunterte die Vertreter der Wirtschaft, mit ihren Firmen nicht nur den Wohlstand der Gesellschaft zu sichern, sondern immer auch etwas für das gute Klima in der Firma zu tun. Eine engere Vernetzung im gesamten Land sei dafür eine Grundvoraussetzung.

Das Hallenmeeting wird von der Hallen- und Anlagenbau GmbH und dem Verein Agrarmarketing MV sowie der Bio am Sund GmbH veranstaltet. Der Wusterhusener Hallenbauspezialist ist seit 25 Jahren am Markt und realisiert deutschlandweit für verschiedene Branchen maßgeschneiderte Projekte für Produktions- und Lagerhallen. Im modernen Stahlbau rücken Energieeffizienz, Automatisierung und Digitalisierung verstärkt in den Mittelpunkt.

HAB hat bei der gestern geführten Diskussion eine Vorreiterrolle: „Wir sind seit vier Jahren visionsgeführt und hatten, ehe wir uns dafür entschieden, schon erhebliche Bedenken. Diese haben sich aber als völlig unnötig erwiesen“, schildert Geschäftsführer Pörsch. Visionsgeführt bedeute, dass der Mensch tatsächlich im Mittelpunkt steht: „Wir erwarten von unseren Mitarbeitern Leidenschaft, volle Verantwortung, aber auch Spaß an der Arbeit. Und wir garantieren die Balance zwischen Arbeit und Familie“, so der Firmenchef. So sei es bei HAB bei Neueinstellungen mittlerweile Praxis, dass die Kollegen mitentscheiden dürfen, wer genommen wird.

„Es kommt eben nicht nur auf die Qualifikation an. Der neue Kollege muss auch ins Team passen.“ Zudem dürften bei HAB die Kollegen vorgeben, was sie verdienen möchten. „Alle Welt glaubt, dass völlig überzogene Forderungen gestellt werden. Auch ich war skeptisch“, sagt Pörsch. Es sei aber ein Irrglaube, dass sich alle nur die Taschen vollhauen möchten. „Die allermeisten Forderungen waren völlig im Bereich des Machbaren. Mitarbeiter wollen gute Arbeit abliefern und dafür ordentlich entlohnt werden, das ist doch legitim“, erklärt der Geschäftsführer.

Cornelia Meerkatz

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