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Ostvorpommern Der oder der: Loissin hat die Wahl
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00:00 21.03.2013
Nichts geht ohne den Einzelnen und die Stärkung des Ehrenamts.“Björn Koschella, Kandidat
Loissin

708 wahlberechtigte Bürger der Gemeinde Loissin sind am Sonntag aufgefordert, über die Neubesetzung des seit Herbst vakanten Bürgermeisterpostens abzustimmen. Amtsinhaber Joachim Herrmann hatte Mitte Oktober überraschend hingeworfen, nachdem er sich zuletzt wachsender Kritik auch aus den Reihen der Gemeindevertretung ausgesetzt sah. Für seine Nachfolge kandidieren zwei parteilose Männer aus Loissin: Detlef Sadewasser (51), selbstständiger Handwerker für die Reparatur von Türen und Fenstern, und Björn Koschella (41), Geschäftsführer der ART-Massivhaus Bauprojektmanagement GmbH mit Sitz in Lubmin.

„Ich bin Loissiner durch und durch, bin hier geboren und groß geworden“, sagt Detlef Sadewasser von sich. Von 2009 bis Herbst 2011 gehörte er der Gemeindevertretung an. Während dieser Zeit fungierte er als stellvertretender Bürgermeister und setzte sich mit Erfolg für Straßenreparatur und den Bau eines Regenrückhaltebeckens ein. Wegen aufkommender grundsätzlicher Meinungsverschiedenheiten legte Sadewasser diese Funktion seinerzeit nieder und kehrte auch dem Gemeinderat den Rücken. Nun möchte er es nochmal wissen: „Die Gemeinde können wir nur miteinander und nicht gegeneinander voranbringen“, sagt er. Und dass grundsätzlich alle Betroffenen an einen Tisch gehörten, um einvernehmliche Lösungen zu erzielen. „Ich bin ein Feind von ,Gerede hinterm Rücken‘

und plädiere für eine offene ehrliche Auseinandersetzung.“ Ein Jein sei mit ihm nicht zu machen. „Entweder ich sage ja oder nein.“ Das derzeit größte Problem für die Gemeinde? „Ist der Plan eines Landwirts, eine riesige Hühnerfarm zu errichten. Ich bin dagegen“, stellt Detlef Sadewasser klar, der sich ansonsten für eine Lösung des leidigen Regenwasserproblems sowie für die Sanierung von Straßen stark machen möchte.

Auch Björn Koschella spricht sich gegen Massentierhaltung in der Gemeinde aus. Langfristig gesehen seien die Verbesserung der Infrastruktur und „die Förderung der Attraktivität als Erholungs- und Tourismusregion“ wichtig für Loissin. In der Gemeinde, bemerkt Koschella, seien „viele Aufgaben zu lösen, die mit einer Minimalverwaltung nicht zu bewältigen sind“. „Wir müssen das Miteinander stärken und das Ehrenamt mehr unterstützen.“ So könnte Kindern und Jugendlichen die Teilhabe an übergemeindlichen Angeboten ermöglicht werden, wenn es gelänge Fahrgemeinschaften zu bilden.

Organisiertes Ehrenamt könne nicht zuletzt den älteren Bürgern manches erleichtern, glaubt Björn Koschella, der seit 1997 mit seiner Familie in Loissin wohnt, jedoch erklärt, seit Generationen hier verwurzelt zu sein. Die Gemeinde, betont er, dürfe sich nicht hinter begrenzten Mitteln verstecken. Es sei eine ihrer Aufgaben, Ideen von Bürgern zu sammeln, zu koordinieren und zu unterstützen.

Bereits jetzt übernähmen Vereine teilweise hoheitliche Aufgaben, die die Kommune nicht leisten konnte.

Detlef Sadewasser oder Björn Koschella: Die Wahllokale am Sonntag öffnen um 8 Uhr. Bis 18 Uhr kann jeder berechtigte Bürger abstimmen.

Sven Jeske

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