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Ostvorpommern Dersekower Feuerwehr wieder im Lot
Vorpommern Greifswald Ostvorpommern Dersekower Feuerwehr wieder im Lot
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00:00 09.07.2016

Erst raus, nun wieder rein: Weil sie sich vom Bürgermeister und der Gemeindevertretung nicht hinreichend ge- und beachtet fühlten, hatten zehn Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Dersekow am 25. Mai ihren Dienst quittiert. Acht von ihnen machten ihren bereits schriftlich erklärten Rücktritt dieser Tage rückgängig und stehen der Brandschutztruppe wieder zur Verfügung. Die bleibt damit einsatzbereit.

„Das ist eine gute Nachricht“, kommentierte Heiko Burgas, Wehrführer des Amtes Landhagen (zu dem die Gemeinde Dersekow gehört) diesen Sinneswandel. Der sei Ausdruck ernsthafter Bemühungen, die Wogen wieder zu glätten.

Um das beidseitige Verhältnis zu verbessern, einigten sich Gemeindevertreter und Feuerwehr auf eine Rahmenrichtlinie. Sie solle sicherstellen, dass die Zusammenarbreit harmonisch, sachlich und fachlich erfolgt, und zur gegenseitigen Achtung und Wertschätzung beitragen, heißt es wörtlich.

Laut Vereinbarung wollen Bürgermeister, ein Gemeindevertreter und die Wehrführung nun regelmäßig – die Rede ist von einmal monatlich – über Belange des Brandschutzes beraten. Zudem soll die Gemeindevertretung umfassender als bislang über Probleme und Belange der Wehr informiert werden. Dem Wehrführer wird auferlegt, keine üble Nachrede zu dulden und entsprechend auf seinen Trupp einzuwirken. Bei Problemen soll er die Gemeindevertretung unverzüglich informieren.

Die Rücktrittswelle Ende Mai hatte den Fortbestand der Dersekower Feuerwehr in Frage gestellt. Wären die Abtrünnigen bei ihrer Haltung geblieben, wäre die Brandschutztruppe ab dem 30. Juni nicht mehr einsatzbereit gewesen. Das wiederum hätte ein Loch in die Brand- und Katastrophenschutzstruktur des Greifswalder Umlands gerissen. Die Dersekower Feuerwehr ist vom Landkreis als Stützpunktfeuerwehr eingestuft. Sie wird zu Verkehrsunfällen auf der A 20 ebenso gerufen wie im Katastrophenfall.

Mit dem nunmehr getroffenen Übereinkommen wird auch finanzieller Schaden von der Gemeinde abgewendet: Um ihrer gesetzlich auferlegten Brandschutzpflicht nachzukommen, hätte sie bei nicht mehr gegebener Einsatzbereitschaft der eigenen Feuerwehr die Wehren anderer Kommune um Hilfe bitten müssen. Das allerdings wäre sie unter Umständen teuer zu stehen gekommen, wie das Beispiel der Gemeinde Neuenkirchen deutlich macht. Weil die eigene Wehr aufgrund von Querelen nicht mehr einsatzbereit war, hatte die 2300-Seelen-Gemeinde im Jahr 2013 einen kurzzeitigen Brandschutzvertrag mit Greifswald abgeschlossen. Der Einsatz der städtischen Berufswehr in Neuenkirchen sollte damals 4000 Euro kosten. Monatlich.

Sven Jeske

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