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Die Schule könnte Dorfzentrum werden

Dersekow Die Schule könnte Dorfzentrum werden

Dersekows Bürgermeister Ditmar Virgils spricht über die Zukunft seiner Gemeinde

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Dersekow ist ein schönes Dorf. Das ist unser Pfund.Ditmar Virgils Bürgermeister

Dersekow. Über 1000 Einwohner in neun Dörfern zählt die Gemeinde Dersekow. Die gute Infrastruktur mit Grundschule, Kindertagesstätte, Arzt, Zahnarzt, Physiotherapie und Laden zieht viele junge Leute aufs Dorf. Trotz insgesamt guter Lage muss Dersekow bis Ende 2017 Weichen für die Zukunft stellen, sich für Gemeindefusion oder die Abgabe der Verwaltung an Greifswald entscheiden. So will es das Land. Eine Abgabe der Verwaltung wäre nach Gemeindeleitbildgesetz nur umzusetzen, wenn alle amtsangehörigen Gemeinden dies gemeinsam tun und das Amt ganz in die Stadt überführt wird, erläutert der stellvertretende Dersekower Bürgermeister Robert Lossau. Durch den Wegfall des Amtes würde es 400000 Euro geben, sonst nicht.

Die Gemeindevertretung Dersekow tritt für eine Gemeinde Landhagen durch Fusion mit allen anderen Kommunen ein. OZ sprach über die Gemeindeentwicklung mit Bürgermeister Ditmar Virgils.

Was spricht für eine Gemeinde Landhagen?

Ditmar Virgils: Die meisten Menschen, die bei uns wohnen, schätzen das Dorf. Sie möchten nicht zur Stadt. Bei einer Verwaltungsgemeinschaft mit Greifswald würden wir viel weniger Aufmerksamkeit bekommen, als für unsere Entwicklung nötig ist. Mit einem hauptamtlichen Bürgermeister könnten wir noch besser bestehende Probleme angehen. Das geht aus unserer Sicht nur mit der bestehenden Struktur der Amtsverwaltung, denn was nützt ein Tiger an der Spitze, wenn der keine Zähne hat. Davon bin ich überzeugt. Auch ein eigener Bauhof spricht für die Gemeinde Landhagen.

Zu Dersekow gehören schon zehn Dörfer. Lässt sich denn bei so einem großen Gebilde überhaupt noch Mitbestimmung der Bevölkerung sichern?

Das Problem lässt sich durch Ortsteilvertretungen lösen.

Wackerow sieht das anders. Der Ort mit seinen 1400 Einwohnern will lieber Greifswald heiraten.

Notfalls muss es auch ohne Wackerow gehen. Aber wir möchten die Gemeinde schon behalten. Langfristig ist das für alle besser, weil die Zuweisungen des Landes von der Einwohnerzahl abhängen.

Sie haben ein Angebot für die Lösung des Problems der 2,7 Millionen Euro Schulden von Wackerow?

Ja, ebenso wie Behrenhoff und Dargelin könnten die Wackerower Schulden mit einem Schlag fast komplett durch Landesgelder für Fusionen und Entschuldungen beglichen werden.

Brauchen die Dersekower keine 200000 Euro Hochzeitsprämie?

Wackerow hat dank seiner Gewerbesteuereinnahmen in den 1990er Jahren für eine sehr niedrige Amtsumlage gesorgt. Jetzt sollten wir auch im Sinne einer gemeinsamen Zukunft solidarisch sein.

Weitenhagen will auch keine Großgemeinde, sondern lieber die Verwaltungsgemeinschaft mit Greifswald. Damit fallen 200000 Euro Fusionsgeld weg.

Ich hoffe, dass sich Weitenhagen im Zuge der Diskussion doch für Landhagen entscheidet. Falls nicht, wäre die entstehende Einheitsgemeinde laut Gesetz eine geschäftsführende Gemeinde. Weitenhagen würde nach wie vor durch das Amt Landhagen verwaltet werden.

Als ein Argument für größere Strukturen wird immer die Feuerwehr genannt. In vielen Orten ist diese bereits jetzt am Tage nicht mehr einsatzbereit. Wie ist das in Dersekow?

Wir können die Tagesbereitschaft noch absichern. Dafür gebührt der Feuerwehr großer Dank. Dersekow ist Stützpunktfeuerwehr, und wir schaffen dieses Jahr ein neues Fahrzeug an. Weitere Löschteiche werden saniert. Freiwillige Feuerwehren sind ganz wichtig. Aber grundsätzlich ist es richtig, dass eine Gemeinde Landhagen die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr besser absichern kann.

Gibt es auch in Dersekow das Problem, dass es schwerer wird, Ehrenamtliche zu finden?

Ja. Darum halte ich es für ganz wichtig, Vereine zu stärken und neu zu gründen. Ein Kulturzentrum im jetzigen Grundschulgebäude könnte dazu beitragen.

Können Sie das erläutern?

Das Amt Landhagen plant den Neubau der Grundschule „Lütte Nordlichter“ mit Fördermitteln. Das könnte 2018/19 erfolgen. Die Gemeinde würde dann das jetzige Schulgebäude zurück übertragen bekommen.

Hier könnte nach Grundsanierung der Hort einziehen. Zudem könnten ein Arzt, eine kleine Verkaufsstelle sowie ein Kulturzentrum Platz finden.

Ist denn die Prognose für die Einwohnerentwicklung so positiv, dass ein neues Ortszentrum benötigt wird?

Es gibt nach wie vor großes Interesse an Bauland. Privatleute realisieren und planen jetzt neue kleine Eigenheimgebiete. Auch die Wohnungen in den Neubaublocks sind gefragt.

Dersekow ist ein schönes Dorf, das ist unser Pfund. Die im Dorf zerstreut gelegenen Anlaufstellen würden unter einem Dach gebündelt.

Heimat für alle Bürger

Im Amt Landhagen gibt es gegenwärtig zwei Schulen in Trägerschaft des Amtes, und zwar in Neuenkirchen und die Förderschule das Kreises in Behrenhoff, die in Zukunft nach Loitz verlegt wird.

Die Dersekower Grundschule hat die Gemeinde kostenlos dem Amt übertragen, das auch für den geplanten eingeschossigen Neubau verantwortlich zeichnet. Anschließend würde dann die Gemeinde das Gebäude wiederum kostenfrei übernehmen, erläutert der stellvertretende Bürgermeister Robert Lossau (CDU). Auf der Gemeindevertretersitzung am 26. April um 19 Uhr sollen die Volksvertreter über zwei Varianten für den Umgang mit den Altgebäuden beraten. Nummer eins ist die Sanierung der vorhandenen Turnhalle und der vorhanden Schule, um sie anschließend als Hort und Gemeindezentrum zu nutzen.

„Die nötige Sanierung ist bereits mit Fördermittelgebern vorbesprochen“, sagt Lossau. Hort, Arzt, Friseur, Vereine, Rentnertreff, Dorfladen und Gemeindearbeiter fänden hier Platz. Beraten wird am 26.

April aber auch Variante zwei, Neubau von Hort und Turnhalle.

Eckhard Oberdörfer

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