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Dörfer kommen ans Erdgasnetz

Neu Boltenhagen Dörfer kommen ans Erdgasnetz

Für Rappenhagen und Neu Boltenhagen beginnt eine neue Ära der Energieversorgung

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12 Meter misst jedes dieser Kunststoffrohre. Miteinander verschweißt, bilden sie eine kilometerlange Leitung.

Quelle: Sven Jeske

Neu Boltenhagen. Gut 160 Jahre nach dem Aufbau eines ersten Gasversorgungsnetzes in Greifswald sollen nunmehr auch die Dörfer Rappenhagen und Neu Boltenhagen östlich der Hansestadt Gas über eine Leitung beziehen können. Die Gasversorgung Vorpommern Netz GmbH (gvp netz) investiert dazu 350000 Euro in den Bau und die unterirdische Verlegung von 8000 Meter Rohr einschließlich entsprechender Anschlüsse an die einzelnen Grundstücke.

Für Rappenhagen und Neu Boltenhagen beginnt damit eine neue Ära in der Energieversorgung, macht Volker Höfs, Prokurist der Gvp netz deutlich: Noch 1990 hätten Bürger hier mit Holz und Kohle geheizt.

Zwar habe die DDR bis 1965 ein Gasverbundnetz aufgebaut. Doch das ausschließlich in Städten, Urlauberorten und an Standorten der Rüstungsindustrie und des Militärs. „Der ländliche Raum blieb davon weitgehend unberührt.“ Nach der Wende hätten Bewohner von Dörfern ihre Häuser dann massenhaft für die mobile Versorgung mit Heizöl und Flüssiggas umgerüstet.

„Der jetzige Anschluss an das zentrale Leitungsnetz kommt für uns zur rechten Zeit“, sagt der Neu Boltenhagener Wieland Krietsch. „Der Ölkessel in meinem Haus ist mehr als 20 Jahre alt und reicht an die Energieausbeute moderner Heizgeräte nicht heran. Zudem ist Erdgas billiger als Heizöl.“ Schöner Nebeneffekt der bevorstehenden Ablösung: Krietsch kann einen Raum im Keller wieder nutzen, der bislang vom Öltank blockiert war.

110 Häuser hat gvp-netz-Mitarbeiter Volker Höfs in Rappenhagen und Neu Boltenhagen gezählt. 65 kommen nun an das zentrale Erdgasnetz. „Damit ist unser Engagement hier wirtschaftlich“, betont Höfs.

Die mehrheitlich von Kommunen getragene Gvp-Netz GmbH, gibt Höfs zu bedenken, sei kein großer Player. Ihr stünden jährlich lediglich eine bis anderthalb Millionen Euro für Investititionen zur Verfügung. Lange habe man damit zugebracht, überalterte Gasversorgungsnetze in den Usedomer Seebädern zu sanieren. Nach 2000 seien Züssow, Spandowerhagen und Freest ans Leitungsnetz angeschlossen worden. Im Herbst 2014 wurde das Unternehmen erstmals in Neu Boltenhagen vorstellig. Viele Bürger hier hätten schon lange Interesse an einer zentralen Versorgung gehabt, sagt Bürgermeisterin Jaqueline Bülow. Ausgerechnet sie zählt nun nicht zu jenen, die vom Leitungsausbau der gvp-netz profitieren. Der Ortsteil Lodmannshagen, in dem Bülow lebt, bleibt erstmal außen vor. „Da reicht die Siedlungsdichte nicht aus“, erklärt Volker Höfs. Man denke darüber nach, wie den Lodmannshägenern dennoch geholfen werden könnte. In Verhandlung steht das Unternehmen derzeit mit der Gemeinde Katzow.

„Dort könnten wir 2017 loslegen“, sagt Volker Höfs.

Derweil verschweißen Arbeiter eines Zinnowitzer Unternehmens bei Neu Boltenhagen ein 12-Meter-Rohr mit dem nächsten. Kilometer misst die so entstandene Leitung inzwischen. Ihr Ausgangspunkt ist die Gas-Hochdruckleitung Hanshagen-Lubmin am Bahngleis-Übergang zwischen Rappenhagen und Kemnitz. Am Ende, erklärt Netzmeister Hartmut Röpke, werde der Strang ein Meter tief im Boden versenkt. Bis dahin aber ist noch einiges zu tun.

14 Kommunen, ein Unternehmen

1991 wurde die Gasversorgung Vorpommern GmbH (Gvp) gegründet, aus der im Jahr 2007 die Gvp Netz GmbH hervorging. Gesellschafter sind mehrheitlich 14 Kommunen der Region. Die Stadt Wolgast hält 13,51 Prozent der Anteile, die Stadt Grimmen 12,67. Die Gemeinde Ahlbeck ist mit 4,85 Prozent beteiligt, Zinnowitz mit 3,93, Heringsdorf mit 3,47 und Gützkow mit 3,43. 2,19 Prozent hält Bansin, 1,03 Prozent Karlshagen. Alle anderen Kommunen, darunter auch Karlsburg, haben weniger als ein Prozent Anteil.

Von Sven Jeske

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