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Dorschquote: Fischer beantragen Hilfen

Freest/Wieck Dorschquote: Fischer beantragen Hilfen

Freester Genossenschaft mit Einnahmeverlust / Wiecker setzen seit jeher mehr auf den Heringsfang

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Die Quote für den Dorschfang wird im kommenden Jahr rapide gekürzt. Besonders betroffen sind die Freester Fischer. FOTO: STEFAN SAUER/DPA

Freest/Wieck. . Die Kürzung der Dorschquote für 2017 durch die Europäische Union stellt auch die hiesigen Fischer vor Probleme. Wie berichtet, wurde, um die bedrohten Fischbestände zu schonen, für den Bereich der westlichen Ostsee die Fangmenge für Dorsch für das kommende Jahr gegenüber 2016 um 56 Prozent gekürzt. „Unseren Fischern gehen damit wichtige Einnahmen verloren“, schlussfolgert Michael Schütt, Geschäftsführer der Fischereigenossenschaft Peenemündung in Freest.

Kürzung um über die Hälfte

Von den neun zur Wiecker Genossenschaft gehörenden Fischern haben sich drei auf Dorschfang spezialisiert. Deren Quote betrug bislang insgesamt sieben Tonnen. Nach den neuen Regelungen dürfen sie im kommenden Jahr nur an die dreieinhalb Tonnen fangen.

Laut Schütt landeten die Fischer der Erzeugerorganisation Usedom Fisch, zu der neben den Freestern und sieben Einzelkämpfern auf Usedom auch die Ueckermünder Fischer gehören, in diesem Jahr 200 Tonnen Dorsch mit einem Gesamtwert von 300000 Euro an. Im kommenden Jahr dürfen die hiesigen Fischer angesichts des verordneten Limits nur noch knapp 100 Tonnen Dorsch fangen. Durch das Ausweichen auf andere Fischarten seien die finanziellen Einbußen nicht wettzumachen, so Schütt.

Nicht ganz so heftig trifft es die Wiecker Fischer, die zur Erzeugergemeinschaft Stralsund und Umgebung gehören. Von den neun zur Wiecker Genossenschaft gehörenden Fischern haben sich drei auf Dorschfang spezialisiert. Deren Quote betrug bislang insgesamt sieben Tonnen. „Im kommenden Jahr sind es dann noch etwas über drei Tonnen“, erklärt Ilona Volkwardt, Geschäftsführerin der Wiecker Fischereigenossenschaft.

Um die Verluste wenigstens teilweise auszugleichen, nutzten viele der in der Erzeugerorganisation vertretenen Fischereibetriebe die von Bund und EU angebotenen Ausgleichszahlungen. Allerdings handele es sich allenfalls um ein Trostpflaster. In Abhängigkeit von der Kuttergröße kann für die Dauer von 30 Tagen ein Tagessatz von je 100 bis 120 Euro gewährt werden. „Dies bedeutet jedoch, dass die Fischer während dieser 30-tägigen Stillliegezeit auch keinerlei andere Fische fangen dürfen“, erklärt Schütt. „Hinzu kommt, dass die Schonzeit für Dorsch, die bisher vom 1. Februar bis zum 31. März galt, für die Berufsfischerei nach derzeitigem Stand um die Monate Januar, April, Mai und Juni erweitert wurde.“

Die ergiebigsten Dorschgründe der von Freest aus startenden Fischer befinden sich laut Schütt vor Rügen. „Die Reduzierung der Quote können wir nicht so richtig nachvollziehen, denn mit Blick auf den Dorsch hatten wir schon lange nicht mehr so einen guten Herbst.“ Das bestätigt auch Ilona Volkwardt. „Die Fänge der letzten Wochen waren sehr gut. Wir haben deshalb auch unsere Quote bereits abgefischt und können beim Dorsch keine frischen Fänge mehr anbieten. Höchstens Zukauf ist noch möglich.“

Auch dass bestimmte Altersgruppen in den Fängen fehlten, sei laut Schütt nicht zu bemerken. Nach Angaben der Umweltschutzorganisation WWF steht der westliche Dorsch jedoch vor dem Kollaps. Die Nachwuchsproduktion sei 2015 dramatisch eingebrochen, so das Rostocker Thünen-Institut für Ostseefischerei. Die Reproduktionsrate habe bei nur zehn Prozent des zehnjährigen Mittels gelegen.

Der Brotfisch der Wiecker Fischer ist indes nach wie vor der Hering. In diesem Jahr haben sie 590 Tonnen angelandet. Dass die Fangquote für Hering 2017 um acht Prozent erhöht wurde, sei erfreulich, „damit können wir 2017 dann 640 Tonnen fangen“, so die Geschäftsführerin. Auch bei den Freester Fischern ist man über die Erhöhung erfreut. Laut Schütt betrage die Basisquote für die Erzeugerorganisation somit 2295 Tonnen. „Übrigens“, so Schütt, „fangen unsere Fischer derzeit Herbsthering und hatten in den letzten Tagen gut 40 Tonnen in den Schleppnetzen.“

Den Neun Cornelia Meerkatz und Tom Schröter

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