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Eine Brücke macht Probleme

Gützkow Eine Brücke macht Probleme

Weil ihr Durchlass zu klein ist, gibt es immer wieder mal Überschwemmungen im Liebenthal bei Gützkow.

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2011/12 wurde die Swinowniederung in Gützkow-Liebenthal neu gestaltet. Hier wurde unter anderem eine künstliche Aue angelegt.

Gützkow. Eine abgelegene, unscheinbare kleine Brücke ist Gützkows Bürgermeisterin Jutta Dinse (parteilos) offenbar ein Dorn im Auge. Das Bauwerk im südlich der Kleinstadt gelegenen Liebenthal überspannt einen Kanal, über den der von Karlsburg bis Gützkow verlaufende Swinowbach in einen Torfstich der Peene mündet. Der Durchlass des Bauwerks sei gelegentlich zu klein für das anfallende Wasser. Das würde sich dann an der Brücke stauen und über die Ufer treten, schilderte Dinse am vergangenen Donnerstag Till Backhaus (SPD), Minister für Landwirtschaft und Umwelt. Der war nach Gützkow gekommen, um einen Fördermittelbescheid für einen Schulneubau zu übergeben. Dinse und Vertreter der Züssower Amtsverwaltung nutzten die Gelegenheit, um ihn auf das Brückenproblem hinzuweisen und Fördermöglichkeiten für einen Neubau auszuloten.

OZ-Bild

Weil ihr Durchlass zu klein ist, gibt es immer wieder mal Überschwemmungen im Liebenthal bei Gützkow.

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Die Brücke erweise sich seit Jahren immer wieder mal als Nadelöhr, bestätigt Manfred Menge, Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbands „Untere Peene“. Führe die Peene Hochwasser, steige auch der Pegel in dem von ihr ausgehenden Kanal, der die Brücke passiert. Der Swinowbach auf der anderen Seite des Bauwerks hingegen trüge seinerseits zum Problem bei. Über ihn würden Felder und Wiesen der Gegend entwässert. Bei länger andauernden Regenfällen führe der Bach zuweilen mehr Nass als gewöhnlich. Das staue sich dann gleichfalls an der zu engen Brückenöffnung und flute schon mal angrenzende Flächen.

Nicht nur in Gützkow hat man ein Problem mit zu engen Brückendurchlässen. Auch in Ranzin, zehn Kilometer weiter, gehen vom Swinowbach seit vielen Jahren immer wieder mal Überschwemmungen aus, weil zwei Brücken dort seiner Wassermasse nicht genügen. „Die Swinowbrücken in Ranzin stammen aus dem 19. Jahrhundert“, schildert Manfred Menge. „Für die damalige Zeit waren sie völlig ausreichend. Doch seit 1900 sind Tausende Hektar in der Gegend mit Entwässerungsrohren und -gräben durchzogen worden, die in den Swinowbach münden. Der führt seitdem viel mehr Wasser als im 19. Jahrhundert.“

Die unzureichenden Brückendurchlässe in Ranzin sollen in absehbarer Zeit durch neue, größere ersetzt werden. Anlass ist die Renaturierung des Bachs von Ranzin bis zur Quelle im Karlsburger Holz. Seit 2011 war die Swinow von Gützkow-Liebenthal bis Ranzin aufwendig umgestaltet worden. 1,4 Millionen Euro investierte das Land dafür. Im Gützkower Liebenthal, wo der schmale Swinowbach bis dahin unauffällig Richtung Peene floss, wurde ein künstliches Flachwassergebiet angelegt, eine Art Bach-Aue. Gedacht als neuer Lebensraum geschützter Tierarten. Aus der neuen Feuchtniederung ragen hier und da Inselchen hervor. Auch sie sind kein Produkt des Zufalls, sondern absichtlicher Planung und sollen Vögeln als Nistplätze dienen.

Der zu kleine Brückendurchlass in Gützkow-Liebenthal könnte wie die Ranziner alsbald Vergangenheit sein. Nach dem Besuch von Minister Till Backhaus wurde die Förderung eines Brückenneubaus in Aussicht gestellt. Voraussetzung ist, dass die Stadt Gützkow einen Teil der Kosten übernimmt.

Land investierte 1,4 Millionen Euro in Bachlauf

Die Swinow ist ein natürlicher, etwa 23 Kilometer langer Bachlauf. Er entspringt im Karlsburger Holz, einem Waldgebiet bei Karlsburg, und verläuft über Ranzin und Upatel bis nach Gützkow, wo er in die Peene mündet. Über die Swinow werden landwirtschaftlich genutzte Flächen in einem Einzugsgebiet von 115 Quadratkilometern entwässert.

Im Jahr 2009 begannen Planungen zur Renaturierung des Gewässers. Bis heute wurden gut 1,4 Millionen Euro investiert, um den Verlauf des Swinowbachs im Abschnitt Gützkow-Liebenthal—Gützkow—Upatel— Ranzin mitunter neu zu gestalten. So wurden stellenweise steile Abgänge im Flussbett aufgehoben und statt ihrer langgezogene flache Höhenübergänge geschaffen, um Fischen den Aufstieg zu erleichtern. Einst begradigte Bereiche wurden hier und da und durch Kurven ersetzt. In einer weiteren Bauphase soll die Swinow von Ranzin bis zur Quelle „erneuert“ werden.

Von Sven Jeske

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