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Eine Westernstadt für die Kunst

Kühlenhagen Eine Westernstadt für die Kunst

In Kühlenhagen zeigen Uwe Kay und Beata Wien gemalte Bilder, wo einst Pferde gesattelt wurden.

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Winterliche Dorfstraße in Kühlenhagen, gemalt von Uwe Kay: Interessant ist der Perspektivenknick.

Kühlenhagen. Kunst statt Tränke: In Kühlenhagen bei Katzow macht Uwe Kay aus einer Not eine Tugend. Vor Jahren hatte der heute 70-Jährige hier eine Westernstadt-Kulisse aufgebaut, „für Urlauber, Kinder und Jugendliche, die reiten wollen“. Sein Konzept ging nicht recht auf. So sattelte er kurzentschlossen um. Nun stellt Kay Bilder aus, wo vorher Pferde ruhten.

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Winterliche Dorfstraße in Kühlenhagen, gemalt von Uwe Kay: Interessant ist der Perspektivenknick.

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„Meine Idee ist es, Maler und Bildhauer herzuholen. Sie könnten hier eine Weile wohnen und arbeiten. Und sie könnten ihre Werke präsentieren“, sagt der kräftige Mann, dem weißgraue Haare etwas wild vom Kopf abstehen. Kühlenhagen, eine Künstlerkolonie? Beata Wien findet die Idee gar nicht so abwegig. Die 50-Jährige ist bereit, ihr mit eigenen Arbeiten auf die Sprünge zu helfen. „Ich male seit meinem 18. Lebensjahr: Porträt, Realismus, ein wenig Abstraktes.“ Von allem zeigt Wien etwas in Uwe Kays Westernstadt. Ein Bild ihrer Tochter - blondhaarig in rotem Strickpullover - hängt da neben einer Zeichnung, die das Antlitz von Papst Franziskus zeigt. Uwe Kay hingegen hielt sein Dorf im Winter fest, bannte die Niagarafälle ebenso auf Leinwand wie den Affenfelsen von Gibraltar, dem er 1962 auf hoher See begegnet war. „40 Jahre umschiffte ich die Welt. So manchen Eindruck habe ich immer noch im Kopf“, erklärt der Rentner, der bis 2012 noch nie an einer Staffelei gestanden hatte.

Spät, sehr spät griff Kay erstmals zu Pinsel und Farbe. Übte und übte und wurde immer sicherer dabei. Einen Kurs habe er nie belegt, das allermeiste sich selbst angeeignet. Er sei ziemlich spontan, meint Beata Wien, die die Malweise des alten Mannes nur allzugut kennt. „Manchmal braucht er nur einen Tag für ein Bild. Ich hingegen ein halbes, ja zuweilen ein ganzes Jahr!“

An einem Wochenende im Frühling 2013 hatten die beiden erstmals in „ihren“ Kühlenhagener Kunstsaloon eingeladen. Fast 200 Leute seien da gekommen. „Über jedes Bild musste ich etwas erzählen. Am Ende war mein Mund ganz trocken“, schildert Beata Wien und lacht.

Morgen nun öffnen Uwe Kay und Beata Wien die Galerie in der früheren Westernstadt wieder für Besucher. Das Duo hofft, dass sich sein Kunstdomizil herumspricht. Dass sich immer mehr Neugierige in Kühlenhagen einfinden. „Mein Angebot an Künstler steht. Kommt zu uns und verbringt eine schöpferische Zeit auf dem Land!“, bekräftigt Uwe Kay. Räume, fügt er hinzu, gebe es genug. Alle hat er selbst gebaut. Alle möchte er nun wiederbeleben. „Meine Verwandten sind weit weg. Ich freue mich, von Leuten umgeben zu sein“, ermuntert er. Dass mit den Pferden hat nicht geklappt. Das mit der Kunst könnte klappen. Vielleicht wird Kühlenhagen ja doch ein Malertreff.

Meine Idee ist es, andere Maler hierher zu holen.“Uwe Kay, Hobby-Galerist

 



Sven Jeske

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