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Einmalige Stallanlage wird notgesichert

Ludwigsburg Einmalige Stallanlage wird notgesichert

620 000 Euro investieren Bund, Land und Denkmalstiftung für den Erhalt eines Gebäudes in Ludwigsburg.

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Das Dach ist weitgehend abgedeckt, der marode Dachstuhl folgt. Dann soll das obere Mauerwerk instandgesetzt werden.

Quelle: jes

Ludwigsburg. An der Schloss- und Gutsanlage in Ludwigsburg haben Arbeiten zur Notsicherung eines vom totalen Verfall bedrohten Wirtschaftsgebäudes aus dem 19. Jahrhundert begonnen. Es handelt sich um einen ehemaligen Rinderstall, erbaut 1858. Fachleute stuften den 82 Meter langen Ziegelbau als ganz besonderes Denkmal ein. Das Objekt sei einmalig in der Region, betonte die Vorsitzende des Fördervereins für Schloss und Gut, Christel Schmidt, gestern. Bis zum Herbst sollen mehr als 600 000 Euro investiert werden, um das eindrucksvolle Objekt für die Zukunft zu bewahren.

Zum Auftakt entfernten Arbeiter in dieser Woche gefährliche Wellasbestplatten vom riesigen Dachgebälk. Das ist in einigen Abschnitten eingebrochen und wird in den Folgewochen ebenfalls komplett beseitigt. Beabsichtigt ist, eine neue Dachkonstruktion auf dem Stall zu errichten. Um ihre Standfestigkeit zu garantieren, muss zuvor das Mauerwerk stabilisiert werden, auf dem sie aufliegen soll.

Bereits im Herbst hatte das mit Schloss und Gut in Ludwigsburg betraute Architekturbüro Burkhardt Eriksson in Stralsund das riesige Objekt vermessen und seine Standfestigkeit und Belastbarkeit ermittelt. Schließlich reichte es einen Bauantrag bei der zuständigen Aufsichts- und Genehmigungsbehörde des Landkreises ein.

Für Christel Schmidt ist die jetzt gestartete Instandsetzung des Rinderstalls auch ein Beleg dafür, dass sich die Landesregierung zur Schloss- und Gutsanlage in Ludwigsburg bekennt. Das Wirtschaftsministerium bringe immerhin 310 000 Euro für die jetzige Stallsicherung auf, gibt sie zu bedenken. 20 000 Euro will die Deutsche Stiftung Denkmalschutz beisteuern. Bereits 2012 hatte der Haushaltsausschuss des Bundestags 290 000 Euro für Ludwigsburg bewilligt. Auch dieses Geld fließt in den Erhalt des Stallgebäudes. Das werde trotz Notsicherung vorerst nicht öffentlich nutzbar sein, merkt Christel Schmidt an. Der Förderverein hat eigene Vorstellungen, wie der frühere Stall einmal zu nutzen wäre. Von einer Ausstellung über die Geschichte der Gutsherrenwirtschaft spricht Schmidt, auch von Arbeitsräumen für eine Kräutermanufaktur. Zudem von einem kleinen Restaurant. Was davon wahr wird, bleibt abzuwarten. Unter Mithilfe des Regionalen Planungsverbands soll ein Nutzungskonzept für die gesamte Schloss- und Gutsanlage erarbeitet werden. „Bezogen auf Ludwigsburg sind derzeit noch viele Fragien offen“, sagt Schmidt. Von der Nutzung angefangen bis hin zu der Idee, eine Stiftung ins Leben zu rufen. Fest stehe: Das Ensemble ist einmalig. Das Schloss ist das letzte, fast originalgetreue Bauzeugnis aus der Zeit des Herzogtums Pommern-Wolgast (1295—1474/8, 1532/41—1625/37). Ernst Ludwig von Pommern-Wolgast hatte es zwischen 1577 und 1592 für seine Gemahlin Hedwig Sophie errichten lassen.

Spenden erwünscht
Sponsoren gesucht: Im Zuge der Notsicherung des wertvollen Stalldenkmals sollen auch zwei große Holztore am Ost- und Westgiebel des Gebäudes erneuert werden. Der Förderverein für Schloss und Gut Ludwigsburg hat bereits eine Tischlerei an der Angel, die die Tore neu fertigen (Ostgiebel) bzw. überarbeiten (Westgiebel) würde. Die Kosten dafür betragen mehr als 7140,90 Euro.
Dieses Geld ist über Spenden aufzubringen.

 



Sven Jeske

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