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Ostvorpommern Einzigartiges Denkmal steht auf der Kippe
Vorpommern Greifswald Ostvorpommern Einzigartiges Denkmal steht auf der Kippe
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04:21 06.09.2013
Die historische Gutsanlage in Schlatkow. Das rechte Fachwerkhaus ist einsturzgefährdet. Alle anderen sind zum Tag des offenen Denkmals am Sonntag zugänglich und lohnen den Besuch.
Schlatkow

Das wohl älteste Fachwerk-Ensemble des Landkreises ist bedroht. Die Zwei-Gebäude-Anlage in Schlatkow (Amt Züssow) wird aller Voraussicht nach ihren Denkmalstatus zum Teil einbüßen. Grund ist der sehr schlechte Bauzustand eines der beiden Häuser. Laut einem Gutachten ist fraglich, ob es überhaupt erhalten werden kann.

Klaus Brandt, Bürgermeister des Ortes, ist tief betroffen. „Wir haben soviel Zeit und Geld investiert, um die einzigartige Anlage für die Nachwelt zu bewahren. Und nun das!“ Auf die Schäden sei man schon im Herbst 2012 gestoßen. Damals habe man Putz am Bau erneuern wollen. Zutage trat ein desolates Fachwerk. Ein zurate gezogener Spezialist bestätigte später „schwere biotische und statische Schäden an der gesamten Bausubstanz“. Die Fußschwellen und Stände des Eichenfachwerks seien durch Fäulnis und Insektenfraß zerstört. Auch der Dachstuhl stünde auf wackeligen Füßen. Aus holzschutztechnischer Sicht gebe es keine Standsicherheit mehr.

Das Gutachten liegt inzwischen beim Landesdenkmalamt. Dort soll abgewogen werden, ob das Fachwerkhaus Denkmal bleiben kann oder nicht. Voraussetzung für den Denkmalstatus ist, dass die historische Bausubstanz zu 80 Prozent erhalten werden kann. Daran aber lässt das fachliche Gutachten Zweifel aufkommen. Ihm zufolge müssten unter anderem mindestens 60 Prozent aller Deckenbalken ausgetauscht werden. Zudem wäre der Nordwestgiebel des Hauses völlig neu aufzubauen. „Ich sehe nicht, dass man das noch einmal zusammengeflickt kriegt“, schätzt Bürgermeister Brandt denn auch ein. Aller Voraussicht nach muss das Gebäude komplett abgetragen und neu aufgebaut werden. Ein Denkmal wäre es dann nicht mehr.

In den vergangenen Jahren diente das Haus als Herberge für Radtouristen. Als das Ausmaß der Schäden bekannt wurde, hat man es sofort gesperrt.

Sven Jeske

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