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Eltern kämpfen um Jugendtreff Gützkow

Gützkow Eltern kämpfen um Jugendtreff Gützkow

Träger kündigt Vertrag / Stadt ist mit potentiellen Partnern im Gespräch – bislang ohne Erfolg

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Die Ferienlager des Gützkower Jugendclubs (im Bild ein Schnappschuss vom Sommer 2014) haben Kultstatus. Auch Schwimmlager, Holzwerkstätten und Ferienspiele auf Usedom gehören zum Programm.

Gützkow. Düstere Zukunftsaussichten für Gützkows Jugendtreff: Nachdem die Sozialarbeit Vorpommern GmbH (SAV) als Betreiber den Vertrag mit seiner Mitarbeiterin und Clubleiterin Martina Mögenburg zum Jahresende kündigte (die OZ berichtete), hat ein weiterer potentieller Kooperationspartner die Segel gestrichen. „Es gab Gespräche mit der AWO, den Club zu übernehmen. Doch die hat sich jetzt zurückgezogen“, berichtet Gützkows Bürgermeisterin Jutta Dinse auf OZ-Anfrage. Derzeit liefen noch Verhandlungen mit der Caritas. Ein Ergebnis läge aber noch nicht vor.

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Träger kündigt Vertrag / Stadt ist mit potentiellen Partnern im Gespräch – bislang ohne Erfolg

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Burghardt Siperko, Regionalleiter der Caritas Vorpommern, bestätigt das: „Eine Mitarbeiterin hatte ein Gespräch mit der Bürgermeisterin. Dabei sollte sie sich genau die Kostenstruktur der Einrichtung ansehen und auch die Erwartungen der Gützkower hinterfragen“, sagt er. Zwar sei noch keine Entscheidung gefallen, die Caritas werde der Stadt diese voraussichtlich in der ersten Novemberwoche mitteilen. „Doch aus meiner Sicht geht die Chance, dass wir den Club übernehmen, eher gegen Null“, sagt Siperko. Dabei würden nicht nur finanzielle Aspekte eine Rolle spielen. „Fakt ist, wir haben in Gützkow überhaupt kein Netzwerk, sind dort lediglich mit Schulsozialarbeitern in den beiden Schulen präsent“, sagt der Regionalleiter.

Welche Möglichkeiten darüber hinaus bestehen, den beliebten Treff für Kinder und Jugendliche zu erhalten, ist völlig offen. Für Gützkower Eltern jedenfalls ist eine Schließung überhaupt keine Option.

In einem Brief vom 18. Oktober an die Stadt Gützkow fordern Andrea Endtmann und Sandra Awe stellvertretend für andere Mütter und Väter den Erhalt des Jugendclubs. „Der Ort ist Begegnungsstätte für viele Kinder und Jugendliche. Sie können dort Tischtennis, Basketball oder Billard spielen. Sie können zelten, grillen und auch eine Hausaufgabenhilfe bekommen“, nennt Andrea Endtmann nur einige Beispiele. Ihr 18-jähriger Sohn Jannik etwa nutze regelmäßig den Kraftsportraum. Und Tochter Laura, zwölf Jahre alt, freute sich bereits mehrfach über die kurzweiligen Ferienlager bei „Mücke“, wie Sozialarbeiterin Martina Mögenburg von Jung und Alt in der Peenestadt genannt wird.

Die ist angesichts der schlechten Aussichten auch eher ratlos, wird sie von Jugendlichen gefragt, wie es ab Januar weitergeht. Fakt ist: „Den Jugendclub gibt es hier seit 1994. Damals war noch das Kinder- und Jugendzentrum Greifswald Träger. Vor zwölf Jahren übernahm dann SAV die Einrichtung“, blickt Martina Mögenburg zurück. Jeden Nachmittag kämen Kinder und Jugendliche ins Haus, um sich mit Freunden zu treffen und etwas zu unternehmen. „Zehn bis 15 sind es immer, wenn Projekte laufen, auch mehr“, erzählt sie. Abends kämen schließlich die Großen, die ihre Muskeln im Kraftsportraum trainierten. Ein Teil der Ausstattung sei schrittweise mit Fördermitteln angeschafft worden. „Doch die Jugendlichen haben auch über drei Jahre 1000 Euro angespart, um sich davon selbst ein großes Gerät zu kaufen“, sagt Mögenburg.

Was passiert damit, wenn der Club schließen muss? Wohin können die Kinder nach der Schule gehen? Wer kümmert sich dann noch um eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung? Und gehören die beliebten Ferienlager dann ein für allemal der Vergangenheit an, fragen sich die Eltern in ihrem Brief.

Bürgermeisterin Jutta Dinse hat darauf keine Antworten, hofft noch auf eine Lösung: „Als Stadt versuchen wir, den Club zu halten. Doch allein können wir das finanziell nicht leisten.“ Bislang hätten sich Stadt, Träger und Kreis die Kosten geteilt. „Für uns waren das immer zwischen 20000 und 25000 Euro an Sach- und Personalkosten“, so Dinse. Allein diese Summe aufzubringen, falle der Stadt nicht leicht. Ohne freien Träger sei eine solche Einrichtung wie der Jugendclub deshalb kaum zu finanzieren.

Andere Gemeinden gaben in dieser Hinsicht schon vor vielen Jahren auf: Der Jugendclub in Ranzin etwa hat 2003 dicht gemacht, der Bandeliner folgte, ebenso wie die Freizeittreffs in Dargezin, Karlsburg, Züssow, Jarmen. Der Gützkower Club ist somit weit und breit der einzig erhaltene.

Petra Hase

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