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Greifswald Eltern werben für eine Reformschule

Die Stadt plant einen Grundschulneubau / Eine Gruppe Engagierter möchte dort neue Wege gehen

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Erfolgreiches Vorbild: Die Jenaplanschule in Rostock war eine von mehreren Gewinnern des Deutschen Schulpreises im Jahr 2015.

Quelle: Foto: Bernd Wüstneck/dpa

Greifswald. Reformpädagogik ist in Greifswald nichts Neues. Gleich mehrere freie Träger zeigen seit Jahren erfolgreich, wie es geht. Ob Montessori, Waldorf oder Martinschule: Die Häuser erfreuen sich großer Beliebtheit, die Plätze sind rar. Doch wie wäre es, eine kommunale Schule reformpädagogisch zu gestalten?

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Die Stadt plant einen Grundschulneubau / Eine Gruppe Engagierter möchte dort neue Wege gehen

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Mit dieser Frage beschäftigen sich derzeit engagierte Eltern, Pädagogen und andere Interessenten. Der Anlass: Greifswald plant den Neubau einer Grundschule. Verwaltung und Bürgerschaft überlegen deshalb, wo ein Neubau entstehen könnte und wie er aussehen soll. „Doch mindestens genauso wichtig ist das Konzept dieser Schule“, sagt Anja Niemand, Mutter von drei Kindern.

Gemeinsam mit Bärbel Bohnacker gab sie vor über einem Jahr den Anstoß, über eine reformpädagogische Schule nachzudenken. Schnell fanden sich Leute, die diese Idee mitverfolgen wollten. „Mittlerweile haben wir in unserem E-Mail-Verteiler über 30 Adressen, wobei jetzt ein Kern von sieben, acht Mitstreitern zum Organisationsteam gehört“, verdeutlicht Stephanie Schwenkenbecher (36), freischaffende Lektorin und Mutter von zwei Kindern.

Anfangs sei viel über verschiedene Schulkonzepte diskutiert worden. Irgendwann gewann die Idee einer Jenaplanschule immer mehr Raum. Im März folgte ein ausgiebiger Besuch in Rostock. „Die Jena- planschule dort hat sich vor 20 Jahren auf den Weg gemacht“, sagt Ulrike Berger (37), Mutter von drei Kindern, Erziehungswissenschaftlerin und Bürgerschaftsmitglied der Grünen. „Das Spannende ist ja, dass es nicht das Jenaplankonzept gibt, aber alle diese Schulen eint der wertschätzende Blick auf die Schüler“, sagt Berger. „Kinder sollen selbstständig und selbstbestimmt lernen und forschen, geben sich Feedback, erwerben Kompetenzen fürs Leben und leben eine Schulkultur. Es herrscht eine Atmosphäre des Wohlfühlens“, betont Anja Niemand. Und Stephanie Schwenkenbecher ergänzt:

„Wichtig ist, dass Kinder nicht von ihren Defiziten her gedacht werden, sondern von ihren Fähigkeiten und Möglichkeiten – das ist das Wertschätzende.“ Anja Niemand wünscht und hofft, dass die Lehrer dieser neuen Schule „von Anfang an gut zusammenarbeiten und einen vertrauten Umgang miteinander pflegen. Nur wenn sie diesen Geist in die Schule tragen, kann es gelingen“, ist sie überzeugt.

Niemand, Berger und Schwenkenbecher ist es wichtig, dass ihre Vorstellungen von einer neuen Schule nicht als Kritik an staatliche Bildungseinrichtungen in Greifswald verstanden werden, „sondern als Erweiterung der Möglichkeiten“. Jede Schule stehe auch immer im Wechselspiel mit anderen. Heißt auch: Abgucken erlaubt!

Da das Interesse an der neuen Schule so groß sei, „wollen wir unsere Idee öffentlich diskutieren“, sagt Ulrike Berger. Morgen wird es eine Gesprächsrunde im Rathaus geben mit dem Titel:

„Reformpädagogik in einer staatlichen Schule?“ Um darauf aufmerksam zu machen, gründeten die Initiatoren eine Facebook-Gruppe. Innerhalb von nur drei Tagen meldeten sich 70 Interessenten. Das mache Mut, meinen die drei Frauen.

Petra Hase

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