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Ostvorpommern Entdeckungsreise zur Reformation
Vorpommern Greifswald Ostvorpommern Entdeckungsreise zur Reformation
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00:00 22.04.2016

Greifswald Zu einer kultur- und geistesgeschichtlichen Entdeckungsreise laden die evangelischen Bischöfe in MV gemeinsam mit Kirchgemeinden ein. Das Projekt „Wege protestantischer Kirchenraumgestaltung“ führt die Besucher auf besondere Weise durch das Land. 18 der rund 1100 Gotteshäuser wurden ausgewählt und in einer Broschüre vereint. In jeder dieser Kirchen gibt es ab Pfingsten 2016 ein besonderes Angebot. Aus Vorpommern sind die Greifswalder Marienkirche, die Stadtkirche von Franzburg und die Dorfkirchen von Gnevkow, Lindenberg (beide Mecklenburgische Seenplatte) sowie Glewitz und Nehringen dabei (Vorpommern-Rügen) „Die Route ist auch für Radtouristen geeignet“, betont Sebastian Kühl, Sprecher des pommerschen Kirchenkreises. „Unser Projekt fand auf der Internationalen Tourismusbörse in Berlin großes Interesse.“

Reformation in Pommern

1534bekannten sich die Pommern auf dem Landtag zu Treptow an der Rega in Hinterpommern zur Reformation und beschlossen die lutherische Kirchenordnung. Die Mecklenburger folgten 1549.

Stralsund hatte sich schon 1524 der Reformation angeschlossen in Greifswald wurde 1531 die letzte katholische Messe gelesen.

Wie der Kunsthistoriker Arvid Hansmann schreibt, traf die Reformation auf eine prosperierende Landschaft sakraler Bauten mit Kirchen, Kapellen und Klöstern. In der Regel wurden diese Gebäude übernommen und umgestaltet. Es gab aber auch komplette Neubauten wie Deyelsdorf bei Tribsees, das leider nicht Teil dieser Entdeckungsreise ist. Wie Hansmann schreibt, kam es bei der Umgestaltung für lutherische Gottesdienste nicht zu einer „Bilderstürmerei“ wie in anderen deutschen Ländern. Das Wort, die Predigt, stand nunmehr im Mittelpunkt der Zusammenkünfte der evangelischen Christen. Neue Kanzeln und Altaraufbauten wurden gestiftet. Um und nach 1600 hätten vor allem niederländische Künstler und Handwerker für eine „nordische Renaissance“ gesorgt.

Erst nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648) wurde der Kanzelaltar modern, der Predigt und Abendmahlsfeier in besonderer Weise verbindet.

An der St. Andreaskirche in Nehringen finden die Autoren den Umbau im 18. Jahrhundert bemerkenswert, dass sie durch den schwedisch-pommerschen Generalgouverneur Johann August von Meyerfeld (1664 bis 1749) erweitert und als Hofkirche hochwertig ausgestattet hatte. Glewitz zeichnet sich durch ein „charakteristisches Bild der gewachsenen nachreformatorischen Nutzung eines mittelalterlichen Baus infolge der neuen liturgischen Anforderungen“ aus. Dazu gehören Kanzel, Südempore und festes Gestühl. Die ehemalige Kloster- und Schlosskirche in Franzburg orientiert sich an der Stettiner Schlosskirche und damit auch an dem als vorbildlich für den reformatorischen Kirchenbau geltenden Torgau. Auftraggeber war Pommernherzog Bogislaw XIII.. Die Greifswalder Marienkirche wurde wegen ihrer Kanzel und ihres darauf orientierten Gestühls ausgewählt. Der Predigtstuhl sei ein außergewöhnliches Bekenntnis zur Reformation. Von Greifswalder Ratsherren gestiftet, ist die Kanzel nicht nur außergewöhnlich reich verziert. An der Rückwand sind Martin Luther, Philipp Melanchthon und Pommernreformator Johannes Bugenhagen zu sehen.

Von Eckhard Oberdörfer

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