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Ostvorpommern Etwas Sonne mitnehmen ist Diebstahl
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01:24 09.08.2016
Mitarbeiterin Marianne John zeigt eine der Bienenweiden nahe Wolgast. Blumen zu pflücken ist nicht gestattet. Quelle: Fotos: Stefan Brümmer

Peter Tabbert ist sauer. Der Endfünfziger ist Betriebsleiter der Feldfrucht & Tierproduktion GmbH in Groß Ernsthof und ärgert sich über das Verhalten einiger Mitmenschen. „Wir haben einen Haufen Geld dafür ausgegeben, dass Bienen in unserer Region ausreichend Nahrung finden“, sagt er. Unvernünftige Leute, so fügt er an, seien jetzt dabei „die von uns angesäten Bienenweiden zu zerstören“.

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Unternehmer aus Groß Ernsthof beklagt Verluste auf Bienenweiden / Pflücken von Sonnenblumen ist verboten

Wir haben einen Haufen Geld dafür ausgegeben, dass Bienen in unserer Region ausreichend Nahrung finden.“Peter Tabbert, Landwirt

Das Unternehmen mit 14 Mitarbeitern hat in diesem Jahr Flächen, die immerhin etwas größer als zehn Fußballfelder sind, mit Pflanzen angesät, von denen sich nicht nur Bienen, sondern auch vielerlei Insekten und im Herbst Singvögel ernähren können. Das ganze Jahr über blühen Lupinen, Buchweizen, Gelbsenf, Phaselia oder Borretsch. Zurzeit leuchten weithin sichtbar auch die Sonnenblumen auf diesen als Bienenweiden ausgewiesenen Feldern. Und dies veranlasst leider eine nicht geringe Anzahl von Menschen, mit dem Auto am Wegesrand zu parken, um dann speziell die Sonnenblumen zu pflücken. „Das ist verboten!“, sagt Tabbert. Auf den Schildern stehe nicht geschrieben, Blumen zum Selberpflücken, sondern: „Bienenweide! Blumen pflücken ist untersagt. Diebstahl wird zur Anzeige gebracht.“ Einige Leute kümmere dies aber nicht, so Tabbert. Zudem weiß der Betriebsleiter, dass sich diese Art der Sonnenblume als Blumenstrauß nicht eignet. „Die lassen ganz schnell den Kopf hängen.“

Hoch erfreut über das Engagement der Landwirte aus Groß Ernsthof ist Michael Knuth. Der Zempiner beschäftigt sich seit 50 Jahren mit der Imkerei. Fünf Bienenvölker nennt er sein Eigen und einige davon stehen an den Flächen der Bienenweiden zwischen Groß Ernsthof und Wolgast. „Die Leute um Peter Tabbert machen das lobenswerterweise schon einige Jahre“, berichtet Imker Knuth. „Aber es sind noch zu wenige. Andere landwirtschaftliche Betriebe sollten diesem Beispiel folgen“, meint der Mitsechziger. „Nach der Rapsblüte blüht so gut wie nichts mehr“, sagt Michael Knuth. „Aber Blüten sind für die Bienen das, was für uns Brot und Kartoffeln sind“, fügt er an. Bienen seien zwar klein, hätten aber einen gewaltigen Einfluss auf unser Ökosystem. Dem sollte man mehr Beachtung schenken.

Landwirt Peter Tabbert und sein Kollektiv haben in diesem Jahr zu knapsen. „Nicht nur die Getreideernte fällt durch die winterlichen Kahlfröste und die Trockenheit im März, April und Mai unterdurchschnittlich aus. Auch die Preise sind im Keller“, weiß er bereits. Zudem droht durch das nasse Wetter der zurückliegenden Tage eine Minderung der Weizenqualität.

170 Hektar Weizen und 240 Hektar Raps stehen noch auf dem Halm, warten auf trockenes Wetter und dann auf den Drusch. Zum Glück stehe der Mais hervorragend. „Das könnte ein Superjahr werden“, hofft Peter Tabbert hinsichtlich der noch im Spätsommer bevorstehenden Maisernte.

Doch der Landwirt denkt schon weiter, plant ins Jahr 2017. Dann sollen wieder die Bienen berücksichtigt werden, ihre Weiden sollen auch im kommenden Jahr blühen.

Stefan Brümmer

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