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00:00 20.08.2016
Neue Freunde: Margit Martens-Michaelis, ihr Mann Thomas Martens, Brigitte Ramsay und ihre Tochter Sharon (v.l.). Quelle: Fotos: Cornelia Meerkatz

Margit Martens-Michaelis kann immer noch nicht glauben, was sich in dieser Woche vor ihrer Tür abspielte: Wildfremde Menschen klingelten und kurze Zeit später lagen sie sich in den Armen, als wären sie schon ewig miteinander befreundet.

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Brigitte Ramsay aus Brisbane suchte in Kemnitz-Meierei ihr Geburtshaus auf und fand neue Freunde

Es war, als ob ich nach Hause komme. Alles war so vertraut und herzlich. Wir haben wunderbare, neue Freunde gefunden.“Brigitte Ramsay, Australien

Die Fremden waren Australier: Brigitte Ramsay und ihre Tochter Sharon. Die beiden Frauen hatten sich in Kemnitz-Meierei auf Spurensuche begeben. „Ich wollte meiner Tochter meine deutschen Wurzeln zeigen, bevor es zu spät ist“, sagt Brigitte Ramsay. Die 69-Jährige macht derzeit bei ihren Großcousins in Mesekenhagen und in Parchim ein paar Tage Urlaub. „Mama wollte mir unbedingt das Haus zeigen, in dem sie geboren wurde“, schildert die 44-jährige Sharon.

In Kemnitz-Meierei seien sie von Margit Martens-Michaelis und ihrem Mann sehr herzlich empfangen worden. „Es war, als ob ich nach Hause komme. Alles war so vertraut“, schildert Ramsay das erste Zusammentreffen. „Wir haben uns angeschaut und wussten, dass zwischen uns die Chemie stimmt“, ergänzt Margit Martens-Michaelis. Staunend hörte sie dann, dass die Australierin am 9. April 1947 in dem Haus, das damals deren Großeltern Hans und Herta Kruse gehörte, geboren worden war. Bis 1953 habe sie dann mit ihren Eltern Wolf-Eberhard und Luise Krüger in Kemnitz-Meierei gelebt. Da der Vater die Entwicklung in der damaligen DDR nicht guthieß, ging die Familie zunächst nach Berlin, dann nach Kiel und von dort nach Australien. „Jetzt lebe ich in der Nähe von Brisbane“, berichtet die 69-Jährige, die drei Töchter und einen Sohn hat. Mittlerweile gehören zur Familie auch zehn Enkel- und sechs Urenkelkinder.

Brigitte Ramsay hat alte Fotos vom Haus mitgebracht. Dort, wo heute das Kosmetikstudio von Margit Martens-Michaelis ist, befand sich früher ein Schweinestall. Auch die Fenster waren alle viel kleiner. „Schön, dass ihr das alte Fachwerk erhalten habt“, sagt sie und zeigt auf die alten Eichenbalken im Wohnzimmer. Vor 25 Jahren sei sie während eines Deutschlandbesuches einmal kurz in Kemnitz-Meierei gewesen. „Wir haben uns nicht getraut zu klingeln“, berichtet Ramsey. Schade, finden die jetzigen Hausbesitzer, die damals gerade das Gebäude gekauft hatten.

Brigitte selbst spricht auch nach so langer Zeit der Abwesenheit noch gut Deutsch, „allerdings muss ich manchmal überlegen, um das richtige Wort zu finden“, meint sie. Als man auf die gegenseitigen Berufe zu sprechen kommt, traut Martens-Michaelis ihren Ohren nicht: Sharon Ramsay ist nicht nur genau wie sie Kosmetikerin, sondern arbeitet bei den Produkten auch mit der gleichen deutschen Firma zusammen. Auch auf anderen Gebieten gibt es Gemeinsamkeiten. Während des Erzählens fließen oft Tränen des Glücks. „Weil uns alles so vertraut vorkommt und wir so herzlich aufgenommen wurden“, begründet Brigitte Ramsay und knetet das vielbenutzte Taschentuch.

Um sich noch näherzukommen, vereinbarten die Frauen ein weiteres Treffen in dieser Woche. Künftig will man sich regelmäßig schreiben und über Skype miteinander kommunizieren. „Dieser unverhoffte Besuch war ein ganz besonderes Geschenk. Es fühlte sich an, als kommen nach ganz langer Zeit alte Familienmitglieder zu Besuch“, so Margit Martens-Michaelis.

Cornelia Meerkatz

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