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Ostvorpommern Firmen durchkreuzen die Internetoffensive
Vorpommern Greifswald Ostvorpommern Firmen durchkreuzen die Internetoffensive
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00:01 17.03.2017

Da ist jemand schneller: Unabhängig von der großangelegten Internet-Offensive des Bundes und des Landes (die OZ berichtete) rüstet die Telekom die Gemeinde Zinnowitz in den kommenden Monaten technisch derart auf, dass schlussendlich fast 1800 Haushalte und Betriebe mit bis zu 100 Megabit pro Sekunde surfen können. Sein neues Netz werde so leistungsstark sein, dass Telefonieren, Surfen und Fernsehen mit ihm gleichzeitig möglich seien, stellte der Konzern in Aussicht. Er will nun fünf Kilometer Glasfaser verlegen und zehn Verteiler aufstellen.

Auch die Dörfer Groß und Klein Kiesow (Amt Züssow) sind, obgleich vom Landkreis für die Versorgung mit schnellem Internet fest eingeplant, zwischenzeitlich von einem Unternehmen damit versorgt worden. Surfen mit bis zu 48 Megabit pro Sekunde sei hier nun möglich, schildert der Internetexperte des Kreises, Dieter Reichstein. Ihm und anderen gefällt derlei Aktionismus nicht. 138 Millionen Euro haben Bund und Land bereitgestellt, damit der ländliche Raum in Vorpommern-Greifswald bis 2019 technisch so aufgerüstet wird, dass Bürger überall mit Geschwindigkeiten ab 50 Megabit pro Sekunde im Internet surfen können. Der Landkreis selbst hat dafür alles in Bewegung gesetzt. Hier und da allerdings durchkreuzen Unternehmen die Strategie. „Wir können sie nicht daran hindern“, stellt Mecklenburg-Vorpommerns Infrastrukturminister Christian Pegel (SPD) mit Verweis auf den freien Wettbewerb klar. „Wir werden versuchen, unsere von Bund und Land geförderten Internetprojekte trotzdem durchzubringen“, bekräftigt er. Für die Gemeinde Zinnowitz würde das bedeuten, in den nächsten zwei Jahren noch einmal mit Technik für schnelle Internetverbindungen ausgerüstet zu werden. Auch Groß

Kiesow wolle man trotz des zwischenzeitlichen Engagements einer Firma „mit Glasfaserkabeln überbauen“, kündigt Dieter Reichstein an.

Private Investoren versprechen zuweilen die zehnfache Geschwindigkeit, wie jüngst die „Deutsche Glasfaser“ in Rethwisch bei Rostock. Angesichts des enormen Tempos gerade in der EDV seien 100 Mbit kein wirklicher Fortschritt im internationalen Vergleich, geben einige von ihnen zu bedenken. Indes, die Privaten investieren auf eigene Rechnung – ganz ohne staatliche Förderung. Ihre Ausgaben refinanzieren sie dann über die Gebühren der Kunden.

Die werden auch für das schnelle Internet bezahlen müssen, das Bund und Land nun mit viel Geld auf den Weg bringen. Dennoch, Minister Pegel ist überzeugt, dass der mit der staatlichen Internetoffensive einhergehende Netzausbau vielerorts zukunftsträchtiger sein wird als die von privaten Unternehmen offerierten Lösungen.

„Werben Sie für unsere Initiative!“ appellierte Pegel Mitte der Woche an Bürgermeister und leitende Mitarbeiter ländlicher Amtsverwaltungen. Der Erfolg der Internetoffensive im ländlichen Raum hänge maßgeblich davon ab, dass Menschen sie nutzen.

Sven Jeske und Eckhard Oberdörfer

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