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Ostvorpommern Friedrich in Wrangelsburg
Vorpommern Greifswald Ostvorpommern Friedrich in Wrangelsburg
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00:00 12.10.2016
Koketterie mit einer Berühmtheit: Auch in Wrangelsburg bringt man Caspar David Friedrich für sich ins Spiel. Quelle: Stefan Sauer

Friedrich war hier. Herbert Kautz hat es schwarz auf weiß. Auch wenn es nur eine Kopie ist, die der Mann aus Gladrow da hütet. „Das Original“, sagt er, „befindet sich in der Nationalgalerie in Oslo.“

Vielleicht findet sich ein Bildhauer, der eine Plastik des Malers fertigt.“Herbert Kautz, Gemeindevertreter

Das Original ist eine Zeichnung. Caspar David Friedrich, aus heutiger Sicht der bedeutendste Künstler der deutschen Frühromantik (1795-1804), fertigte sie am 15. Mai 1809 in Wrangelsburg, 18 Kilometer südöstlich von Greifswald, jener Stadt, in der er aufgewachsen war und die er, der damals längst in Dresden lebte, kurz zuvor wieder einmal besucht hatte.

Die Zeichnung aus Wrangelsburg – eine Skizze – zeigt die Reste einer Friedhofskapelle. Für Herbert Kautz ist sie der schlagende Beweis, dass das kleine, unscheinbare Dorf einen Moment lang die Aufmerksamkeit des großen Malers fand.

Dem Tourismusverband Vorpommern ist dieser Umstand offenbar bekannt. Er beabsichtigt, Urlauber auf die Spur Friedrichs zu bringen. Von Greifswald aus sollen spezielle Wegweiser und Informationstafeln ihre Schritte zunächst nach Ludwigsburg lenken, wo Friedrich nachgewiesenermaßen ebenso weilte. Über Wolgast, wo Otto Philipp Runge (1777-1810), der neben Friedrich bedeutendste Maler der deutschen Frühromantik, groß wurde, will man die Ausflügler, gleichfalls mit Schildern, auch nach Wrangelsburg leiten. Für die Ausweisung dieser sogenannten Romantikroute hat der Tourismusverband Fördermittel aus dem EU-Programm für die Entwicklung ländlicher Räume beantragt: 7735 Euro. Folgt das Landwirtschaftsministerium der Empfehlung einer regionalen Arbeitsgruppe, wird die Summe im kommenden Jahr verfügbar.

Nicht so zügig wird es in Wrangelsburg selbst vorangehen. Das ehrgeizigste Vorhaben der 200-Seelen-Gemeinde – die Instandsetzung und Nutzbarmachung einer gut 400 Jahre alten Feldsteinscheune – ist vorerst ins Stocken geraten. Das Land hatte in diesem Jahr fast 80000 Euro zur Verfügung gestellt, damit das schadhafte Scheunendach repariert werden kann. Die Gemeinde selbst bemühte sich um weitere mehr als 300 000 Euro Förderung, um das 60 Meter lange Bauwerk in Sichtweite des früheren Gutshauses schrittweise zu einem vielfach nutzbaren Veranstaltungsort umzubauen. Vergeblich.

Auf 2,5 Millionen Euro schätzt Wrangelsburgs Bauausschuss-Vorsitzender Herbert Kautz den Gesamtaufwand. „Der Aufbau und die Nutzbarmachung der Scheune können positive Effekte für unsere Gegend haben“, ist Herbert Kautz überzeugt. Er und andere wollen sich deshalb weiterhin um Fördermittel bemühen. Dass Caspar David Friedrich hier war, könnte dabei helfen. Vielleicht, sinniert Herbert Kautz, findet sich eines Tages auch ein Bildhauer, der dem Aufenthalt des Malers eine Plastik widmet.

Sven Jeske

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