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Frischlinge im Visier des Kreises

Greifswald Frischlinge im Visier des Kreises

Jäger sollen die Jungtiere abschießen, um den viel zu großen Wildschweinbestand in den Griff zu bekommen

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Niedlich, aber eine Plage: Im Kreis wachsen viel zu viele Wildschweine heran.

Quelle: Helge Schulz

Greifswald. Kein Mitleid mit dem Nachwuchs! Weil Wildschweine zur Plage geworden sind, empfiehlt Hinrich Zoller, Wissenschaftler an der Uni Rostock, ihren vermehrten Abschuss. Wer den Schwarzkitteln Einhalt gebieten wolle, müsse vor allem Bachen und Frischlinge erlegen, stellt der Biologe und Jäger klar.

Unsere neue Gebührenregelung soll den Abschuss von Jungtieren unterstützen.“Holger Vogel, Kreisveterinär

Bislang tun sich Weidmänner im Landkreis schwer, seinem Rat strikt zu folgen. „Frischlinge zu schießen, erscheint vielen nicht lukrativ“, weiß Kreisjägermeister Wolf-Dieter Schulz. „Die Preise für Wildfleisch sind im Keller. Gerademal 1,50 Euro ist das Kilo derzeit wert.“ Ein 10 bis 15 Kilo schwerer Frischling mache sich nicht bezahlt, sagt Schulz. Zumal, wenn man auch noch die Gebühr abziehe, die Jäger für die vorgeschriebene Untersuchung erlegter Tiere durch das Veterinäramt entrichten müssen.

Sechs Euro kostet es, das geschossene Jungwild nach Trichinen absuchen zu lassen, winzigen Fadenwürmern, die den Menschen krank machen können. Zu viel Geld, um Jäger zum vermehrten Abschuss von Frischlingen zu bewegen, hat die Landkreisverwaltung nun erkannt. Gestern kündigte sie an, die Gebühr für die Trichinbeschau von Jungschweinen zum 1. Oktober deutlich zu senken. Auf zwei Euro.

„Diese Gebührenregelung soll den verstärkten Abschuss von Jungtieren unterstützen“, betont der Leiter des Veterinäramtes, Holger Vogel. Deren Zahl ist in den vergangenen Jahren deutlich nach oben geschnellt. Ein Auslöser dieser Entwicklung ist die gängige Landwirtschaft: In riesigen Raps- und Maisfeldern leben die Schwarzkittel wie die Made im Speck. „Die Kulturen“, weiß Wolf-Dietrich Schulz, „bieten den Schweinen ein unheimlich energiereiches Futter.“ Das Ergebnis: Die Tiere vermehren sich stärker und sind zudem frühreif. Inzwischen bekommen schon Sauen unter einem Jahr Nachwuchs.

Um der Schwemme Herr zu werden, waren die Jäger im Kreis vor Monaten schon aufgerufen worden, 80 Prozent aller Frischlinge zu schießen oder die Tiere mit vom Land bezahlten Gehegefallen zu fangen.

Auch Leitbachen dürften nicht länger geschont werden, wenn sie keine Frischlinge führen, hieß es. Der Landkreis stellte Fortbildungsangebote und zusätzliche Übungskurse für den Schuss auf Wild in Bewegung in Aussicht. Auch von einer Prämie für den Abschuss von Frischlingen war seinerzeit die Rede.

Die Empfehlung, vermehrt junge Wildschweine zu jagen, ist keineswegs neu. Bereits im Jahr 2001 orientierte das Land Mecklenburg-Vorpommern in einer gemeinsam mit Brandenburg erstellten Wildbewirtschaftungsrichtlinie darauf, den Schwerpunkt auf den Frischlingsabschuss zu legen.

Weil im Osten des Nachbarlandes Polen die Afrikanische Schweinepest ausgebrochen war, hatte das Landwirtschaftsministerium sein Verbot von Treib- und Drückjagden im Winter 2016 aufgehoben. Hierdurch sollte der Schwarzwildbestand reduziert werden, „um im Falle eines Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest möglicherweise bestehende Infektionsketten im Schwarzwildbestand abbrechen zu lassen oder ein Übergreifen der Seuche auf Hausschweinehaltungen zu verhindern“.

Laut Kreisjägermeister Wolf-Dieter Schulz trug dieser Erlass dazu bei, mehr Schweine zu schießen. Genug, stellt er klar, seien es längst nicht gewesen. „Die Bestände sind immer noch zu hoch.“

Sven Jeske

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