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Für Feuer drohen bis zu 50 000 Euro Strafe

Greifswald Für Feuer drohen bis zu 50 000 Euro Strafe

Im Landkreis ist das Verbrennen von Grünschnitt nun generell verboten / Die Ausnahmeregelung für Greifswald ist ausgelaufen

Greifswald. Das letzte Feuer ist nun auch in der Kreisstadt erloschen. Klein- und Hobbygärtner durften in Greifswald im Oktober noch an zwei Werktagen für höchstens sechs Stunden Pflanzenabfälle und Grünschnitt verbrennen, wenn dieser teilweise von Krankheiten befallen war. In Gartensparten hatte das an Sammelplätzen zu erfolgen. Die seit einigen Jahren geltende Ausnahmeregelung für das Gebiet der Hansestadt ist nun abgelaufen. Wilfried Schneider, Vorsitzender des Kreisverbandes der Gartenfreunde, der Flächen für 5000 Parzellen verpachtet: „Nach meinen Informationen soll das auch nicht mehr erneuert werden.“ Eine politische Initiative gibt es dazu jedenfalls nicht.

Mehrere Kleingartenvereine hätten schon vorher Feuer untersagt, weil sie Kontrollen davon, was da eigentlich verbrannt wird, nicht mehr gewährleisten konnten oder wollten, so Schneider. „Aber einigen wird es sicherlich leid tun, dass nun gar keine Feuer mehr möglich sind.“ Dies habe jedoch mancherorts zu einem durchaus kreativen Umgang mit der Situation geführt. Die Greifswalder Anlage Am Hain habe etwa aus dem Grünschnitt eine Totholzhecke angelegt „als Insektenhotel“, erzählt Schneider. Andere würden sich einen Häcksler bestellen.

Ursprünglich durften in Mecklenburg-Vorpommern im März und Oktober entsprechende Abfälle verbrannt werden, wenn die Kompostierung auf dem Grundstück oder die Nutzung der Entsorgungsmöglichkeit über die Wertstoffhöfe nicht möglich oder zumutbar ist. Doch die „Pflanzenabfalllandesverordnung“ wurde nach und nach in der Region eingeschränkt. Ausnahmen vom generellen Verbot gibt es hier nur noch, wenn beide Bedingungen gleichzeitig zutreffen. „Da im Landkreis flächendeckend Entsorgungsmöglichkeiten für Pflanzenabfälle bereitgehalten werden, dürfte es sich nur um wenige Ausnahmen handeln“, heißt es seitens der Kreisverwaltung.

Wer sich dem Verbot widersetzt und trotzdem Abfälle verbrennt, muss mit Verwarn- und Bußgeldern rechnen. „Bis zu 50 000 Euro“, sagt Landkreissprecher Achim Froitzheim. „Das heißt aber nicht, dass der Rahmen auch ausgeschöpft wird.“ Maik Fürst, Sachgebietsleiter für Abfallwirtschaft beim Kreis, bestätigt das Höchstmaß. Ein solcher Fall sei ihm aber noch nicht untergekommen. „Üblicherweise fängt es bei 20 Euro an und geht je nach Fall bis 2000 oder sogar 5000 Euro hoch.“ Bei hohen Strafen wie diesen habe der Betroffene vorsätzlich gehandelt und nicht zum ersten Mal ein solches Feuer angezündet.

Außerdem seien dabei gefährliche Stoffe mitverfeuert worden. „Etwa Farbe oder Autoreifen“, berichtet Fürst.

Das Verbrennen von Pflanzenabfällen und Grünschnitt ist übrigens aus mehreren Gründen verboten. Zum einen sollen Rauch- und Geruchsbelästigungen von Nachbarn vermieden werden. Zum anderen gelte dem Gesetzgeber der Grundsatz „verwerten statt vernichten“, sagt Fürst. Deswegen sein Appell: „Bitte bringen Sie ihren Grünschnitt zum Wertstoffhof.“

Kai Lachmann

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