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Für eine Gemeinde im Amt Landhagen

Neuenkirchen Für eine Gemeinde im Amt Landhagen

OZ-Interview mit dem Bürgermeister von Neuenkirchen, Frank Weichbrodt, über die aktuelle Situation

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Straße, die durch Neuenkirchen führt, ist marode, für die Sanierung ist der Kreis zuständig.

Neuenkirchen. Seit der letzten Wahl 2014 ist Frank Weichbrodt Bürgermeister. Der Gemeindevertretung gehören neun Vertreter der Allgemeinen Wählergemeinschaft Neuenkirchen (AWN) und drei der CDU sowie der Bürgermeister an. Weichbrodt trat 2014 für die AWN an und löste den langjährigen ersten Mann der Gemeinde, Norbert Riechert, ab.

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OZ-Interview mit dem Bürgermeister von Neuenkirchen, Frank Weichbrodt, über die aktuelle Situation

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Macht die Arbeit Spaß?

Frank Weichbrodt: Es ist deutlich anstrengender als erwartet. Aber ja, es macht Spaß.

Was ist das größte Problem der Gemeinde Neuenkirchen?

Ich hätte nicht erwartet, dass die finanzielle Lage dauerhaft so schlecht ist. Wir hängen ja alle von Fördermitteln ab. Aber ganz ohne Eigenmittel bekommt man die nicht, und es ist sehr schwer, diese im Haushalt auszuweisen. Wir mussten daher schon Grundstücke verkaufen, um Straßen bauen zu können. Wir haben in meiner Amtszeit bisher drei Straßen saniert. 2017 stehen für die Jahnstraße, den Thälmannplatz und die Straße „Am Pfarrgarten“ die Planungen an. Fördermittel werden beantragt.

Und wann ist die marode Theodor-Körner-Straße, die Ortsdurchfahrt, an der Reihe?

Das ist eine Kreisstraße, wir fordern seit langem die Sanierung.

Aber dank Marktkauf und vergleichsweise vieler einkommensstarker Bürger sollte das Steueraufkommen doch erheblich sein oder?

Leider nicht. Der Firmensitz von Marktkauf ist nicht Neuenkirchen. Unser Gewerbesteueraufkommen ist geringer, als vermutet wird.

Könnte nicht die Grundsteuer erhöht werden?

Wir haben 2015 die Grundsteuer erhöht. Ich denke, man muss das moderat tun, weil sehr leicht eine Spirale entsteht: Jede Gemeinde muss sich am Durchschnittswert des Landes messen, und der steigt dadurch immer mehr. Eine auskömmliche Finanzierung der Gemeinden kann nicht nur aus der Erhöhung der Grundsteuer erfolgen, da muss sich im Land etwas bewegen.

Wird Neuenkirchen dank neuer Wohngebiete weiter wachsen?

In geringem Umfang. Wir schaffen gerade die rechtlichen Voraussetzungen für ein Wohngebiet hinter der Arnold-Gustavs-Straße. 15 bis 20 Wohneinheiten können dort entstehen.

Zu Neuenkirchen gehören dank ihrer Lage so lukrative Ortsteile wie Wampen oder Leist. Passiert da nichts mehr?

Wir sind im Gespräch mit Greifswald und dem Amt für Raumordnung, um in Wampen der Gemeinde weiteres Bauen zu ermöglichen. Der Ortsteil ist dank der neuen Straße und der zentralen Abwasserentsorgung sehr attraktiv, aber eine weitere Bebauung ist kaum möglich. In Leist gibt es noch ein paar Grundstücke, zum Beispiel ist am Ahornweg etwas möglich. Mehr ist nicht drin, weil Leist, wie Wampen, am Rande eines europäischen Vogelschutzgebietes liegt.

Leist liegt ja auch wirklich schön.

Das stimmt, aber es ist auch gefährdet. Bei der letzten Sturmflut stand das Wasser vier Zentimeter unter der Deichkrone. Die Freiwillige Feuerwehr war die ganze Nacht vor Ort, um die Deiche alle zehn Minuten zu kontrollieren.

Greifswald hat Schwierigkeiten, seine Regionalschüler unterzubringen, kann Neuenkirchen helfen?

Vermutlich nein, im nächsten Jahr haben wir vielleicht drei erste Klassen. Die Schule ist eine Amtsschule, der Hort gehört der Gemeinde. Dort entsteht ein natürliches Spannungsfeld. Für den Hort hatten wir zwei Räume in der Grundschule angemietet, die benötigt die Schule jetzt selber, weil sie aus allen Nähten platzt. Auch die Schule denkt über einen Anbau nach.

Ist in der Kindertagesstätte noch Platz?

Auch nicht, obwohl der Hort, der sich in der DDR im gleichen Gebäude befand, vor Jahren ausgezogen ist, sind alle Plätze besetzt. Auch der Neubau in Mesekenhagen wird nur eine leichte Entspannung bringen.

Mehr Spielräume können größere Gemeinden oder die, die eine Fusion mit Greifswald, wie sie Wackerow anstreben, bringen. Das Land macht Druck für größere Einheiten. Was ist Ihre Vorzugsvariante?

Ich bin gegen eine Eingemeindung durch Greifswald. Auch eine Verwaltungsgemeinschaft mit Greifswald, bei der das Rathaus der Hansestadt unser Büro wird, wäre nur eine Vorstufe der Eingemeindung.

Mein Favorit ist eine Gemeinde Landhagen, also ein Zusammenschluss des gesamten Amtes. Die Kleinteiligkeit in der Gemeindestruktur hat sich überlebt. Auch für Herausforderungen an die Verwaltung der Zukunft wie das papierlose Büro muss investiert werden. Dafür ist eine Masse von 8000 bis 10000 Einwohnern nötig.

Und die auch vom Amt vorgeschlagene Fusion mit Mesekenhagen und Wackerow?

Diese Lösung ist zu kleinteilig und widerspricht dem neuen Gemeindeleitbild-Gesetz.

Eckhard Oberdörfer

OZ

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