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Ganz viel Radio in Lubmin

Lubmin Ganz viel Radio in Lubmin

Am Wochenende sind im Seebadzentrum mehr als 100 historische Rundfunkapparate zu sehen

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Der Lubminer Joachim Jarling hat mehr als 600 Radios gesammelt. Am Wochenende zeigt er einige von ihnen.

Quelle: Fotos: Sven Jeske

Lubmin. Großer Auftritt für das Radio: Im Lubminer Seebadzentrum werden an diesem Wochenende mehr als 100 (!) historische Rundfunkapparate gezeigt. Präsentiert von drei Sammlern aus der Region.

 

OZ-Bild

Moderne Technik, altes Gehäuse. Radio aus den 1980er Jahren.

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Nachbau eines Detektorenradios aus den 1920er Jahren.

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Moderne Technik, altes Gehäuse. Radio aus den 1980er Jahren.

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Nachbau eines Detektorenradios aus den 1920er Jahren.

Wichtig ist, dass die Radios äußerlich vollständig sind.“Joachim Jarling, Sammler

Olaf Pietrucha aus Wolgast, Armin Lux aus Greifswald und Joachim Jarling aus Lubmin eint ihre Vorliebe für die Technik und ihr Design. Gemeinsam ausgestellt haben sie noch nie. Um sich auf das Publikum konzentrieren zu können, holten sie noch einen vierten Mann ins Boot. Dieter Jonas aus Greifswald, seines Zeichens Elektroniker, soll bei der Ausstellung im Hintergrund walten und schalten und dabei das eine und andere Gerät hörbar vorführen.

Vor drei Jahren hatte es schon einmal eine Radio-Schau im Seebad gegeben. Damals zeigte Joachim Jarling gut 80 Exemplare seiner Sammlung. Und stieß auf ungeahnt großes Interesse: „Wir hatten fast 550 Besucher!“ Und die, erinnert sich der 66-Jährige, hatten nicht wenige Fragen. Am Ende habe seine Stimme vom vielen Reden fast versagt.

Viel zu sagen dürfte es auch diesmal geben. Denn die Rundfunkapparate, die Pietrucha, Lux und Jarling öffentlich vorführen, haben eine mitunter merkwürdige Geschichte. Jarling etwa besitzt Geräte, die sehr viel älter aussehen als sie sind. Und das, weil es so gewünscht war. „In den 1980-er Jahren wurden in der DDR Radios für den westdeutschen Markt hergestellt, die optisch denen aus den 1930-er Jahren glichen. Versehen waren sie jedoch mit modernster Technik – ein Devisenbringer!“ erklärt Joachim Jarling.

Nicht alle seiner mehr als 600 Radios funktionieren. Es wäre möglich, sie zum Spielen zu bringen. Er habe die Ersatzteile und die nötige Erfahrung dafür, beteuert der Lubminer. Doch das, stellt er im selben Atemzug klar, sei ihm unwichtig. Entscheidend sei, dass die Geräte äußerlich vollständig sind und ihr Gesicht wahren. „In einem Flugzeugmuseum fliegt schließlich auch nicht jedes Flugzeug.“

Funkempfänger sind Jarlings Leidenschaft. „Ich sammle sie seit meinem 14. Lebensjahr. Mein Onkel war Rundfunkmeister. Widerstände, Kondensatoren – im Haus meiner Oma lag das alles herum.“ Als Teenager mischte Jarling in einem „Klub junger Funker“ mit. Später erlernte er den Beruf eines Rundfunkmechanikers und machte seinen Meister. Bis zur Wende arbeitete er in einem Greifswalder Betrieb, der Radios herstellte. Im VEB Nachrichtenelektronik wurde unter anderem ein Taschenempfänger entwickelt, der in seiner Form an einen Faustkeil erinnerte und unter diesem Namen gewisse Berühmtheit erlangte. Joachim Jarling besitzt auch diesen. Sein liebstes Stück aber ist der „Kolibri“, hergestellt 1954 von Sternradio Berlin (Ost). Dieses Radio bestand nur aus einer Röhre, einem Lautsprecher und ein paar Widerständen. Mit ihm ließen sich nur zwei DDR-Sender empfangen, was ihm den Spitznamen ,Ulbrichts Piepmatz’ eintrug.

Radio-Schau Samstag, Sonntag, Montag, 10 bis 18 Uhr, Seebadzentrum Lubmin

Sven Jeske

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