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Ostvorpommern Gefräßiger Fisch macht Küstengewässer unsicher
Vorpommern Greifswald Ostvorpommern Gefräßiger Fisch macht Küstengewässer unsicher
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03:45 27.08.2013
Schwarzmundgrundel Quelle: ts
Wolgast

Im Greifswalder Bodden gibt es ihn schon und auch im Achterwasser: Die Schwarzmundgrundel, ein Fisch aus dem Kaspischen Meer, breitet sich zunehmend in unseren Küstengewässern aus. In Ufernähe und dort bevorzugt auf steinigem Grund tritt die Schwarzmundgrundel in großen Schwärmen auf. Längst ist die Wissenschaft auf den temperaturresistenten, genügsamen Fisch aufmerksam geworden. „Die Schwarzmundgrundel gelangte über russische Kanäle in die Ostsee und wanderte bei uns ein. Bisher besiedelt sie lediglich küstennahe Bereiche“, berichtet Dr.

Christopher Zimmermann vom Thünen-Institut für Ostseefischerei Rostock. Zunächst breitete sich Neogobius melanostomus ab 1990 in der Danziger Bucht stark aus. 1998 wurde das erste Exemplar vor Rügen gefangen und vor etwa vier Jahren ging die erste Fangmeldung aus dem Achterwasser ein.

„Welche Auswirkungen das verstärkte Vorkommen der Schwarzmundgrundeln auf unsere heimische Tierwelt hat, wissen wir noch nicht“, sagt Forscher Zimmermann. „Fest steht nur, dass sie ziemlich gefräßig sind, es auf Laich und kleine Fische abgesehen haben und sich unsere angestammten Lebensgemeinschaften auf diesen ungewohnten Nahrungskonkurrenten noch nicht eingestellt haben.“ Die Grundeln hätten in ihrem neu eroberten Lebensbereich bislang offenbar keine nennenswerten Feinde.

Das Einwanderungsverhalten dieser hartnäckigen „Neubürger“ werde intensiv beobachtet. „Gerade haben wir die Bewilligung für ein EU-Projekt erhalten, in dem Deutschland, Polen, Dänemark und Schweden zusammenarbeiten. Darin geht es insbesondere um eine Untersuchung der Schwarzmundgrundel-Bestände in den jeweiligen Küstengewässern und um die möglichen Folgen ihrer Ausbreitung“, berichtet Zimmermann.

Bekanntlich bestehen seit längerer Zeit in der westlichen Ostsee Nachwuchsprobleme beim Hering. „Da dieses Phänomen aber schon bekannt war, bevor die Schwarzmundgrundeln etwa in die Randbereiche des Greifswalder Boddens eingewandert sind, gibt es hier keinen ursächlichen Zusammenhang“, so Zimmermann. „Aber das jetzige Vorkommen der Grundeln könnte den negativen Trend beim Hering verstärken.“

Tom Schröter

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