Volltextsuche über das Angebot:

13 ° / 8 ° heiter

Navigation:
Gefräßiger Fisch macht Küstengewässer unsicher

Wolgast Gefräßiger Fisch macht Küstengewässer unsicher

Im Greifswalder Bodden gibt es ihn schon und auch im Achterwasser: Die Schwarzmundgrundel, ein Fisch aus dem Kaspischen Meer, breitet sich zunehmend in unseren Küstengewässern aus.

Voriger Artikel
„Der ländliche Raum braucht eine andere Politik“
Nächster Artikel
Neuer Alterswohnsitz im Seebad am Bodden

Schwarzmundgrundel

Quelle: ts

Wolgast. Im Greifswalder Bodden gibt es ihn schon und auch im Achterwasser: Die Schwarzmundgrundel, ein Fisch aus dem Kaspischen Meer, breitet sich zunehmend in unseren Küstengewässern aus. In Ufernähe und dort bevorzugt auf steinigem Grund tritt die Schwarzmundgrundel in großen Schwärmen auf. Längst ist die Wissenschaft auf den temperaturresistenten, genügsamen Fisch aufmerksam geworden. „Die Schwarzmundgrundel gelangte über russische Kanäle in die Ostsee und wanderte bei uns ein. Bisher besiedelt sie lediglich küstennahe Bereiche“, berichtet Dr.

Christopher Zimmermann vom Thünen-Institut für Ostseefischerei Rostock. Zunächst breitete sich Neogobius melanostomus ab 1990 in der Danziger Bucht stark aus. 1998 wurde das erste Exemplar vor Rügen gefangen und vor etwa vier Jahren ging die erste Fangmeldung aus dem Achterwasser ein.

„Welche Auswirkungen das verstärkte Vorkommen der Schwarzmundgrundeln auf unsere heimische Tierwelt hat, wissen wir noch nicht“, sagt Forscher Zimmermann. „Fest steht nur, dass sie ziemlich gefräßig sind, es auf Laich und kleine Fische abgesehen haben und sich unsere angestammten Lebensgemeinschaften auf diesen ungewohnten Nahrungskonkurrenten noch nicht eingestellt haben.“ Die Grundeln hätten in ihrem neu eroberten Lebensbereich bislang offenbar keine nennenswerten Feinde.

Das Einwanderungsverhalten dieser hartnäckigen „Neubürger“ werde intensiv beobachtet. „Gerade haben wir die Bewilligung für ein EU-Projekt erhalten, in dem Deutschland, Polen, Dänemark und Schweden zusammenarbeiten. Darin geht es insbesondere um eine Untersuchung der Schwarzmundgrundel-Bestände in den jeweiligen Küstengewässern und um die möglichen Folgen ihrer Ausbreitung“, berichtet Zimmermann.

Bekanntlich bestehen seit längerer Zeit in der westlichen Ostsee Nachwuchsprobleme beim Hering. „Da dieses Phänomen aber schon bekannt war, bevor die Schwarzmundgrundeln etwa in die Randbereiche des Greifswalder Boddens eingewandert sind, gibt es hier keinen ursächlichen Zusammenhang“, so Zimmermann. „Aber das jetzige Vorkommen der Grundeln könnte den negativen Trend beim Hering verstärken.“

 

Tom Schröter

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostvorpommern
Verlagshaus Greifswald

Johann-Sebastian-Bach-Str. 32
17489 Greifswald

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag
10.00 bis 17.00 Uhr
Freitag
10.00 bis 15.30

Leiterin Lokalredaktion: Katharina Degrassi
Telefon: 0 38 34 / 79 36 74
E-Mail: greifswald@ostsee-zeitung.de

Beilagen
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Physik,Kernphysik,Wendelstein,Plasmaphysik,Atome Teaser der den User auf die Themenseite führen soll image/svg+xml Image Teaser Wendelstein 7-X 2015-09-23 de Themenseite Wendelstein 7-X In der Fusionsanlage des Max-Planck-Instituts in Greifswald wird erforscht, ob sich die Kernfusion zur Energiegewinnung eignet. Hier finden Sie Artikel, Videos und viele weitere Informationen zum Thema.
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.