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Gützkow Geräusche für eine Klangvolle

Mit einer ungewöhnlichen Aktion würdigen Gützkower die Fertigstellung ihrer hervorragenden Orgel vor 100 Jahren

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Kirchenmusiker Stefan Zeitz an der Gützkower Grünebergorgel. Am Sonntag wird er sie neuerlich spielen.

Gützkow. Es soll tönen und klingen am Sonntag in der St. Nicolai-Kirche in Gützkow: Deren Orgel ist dieser Tage 100 Jahre alt geworden, weshalb Pastor Hans-Joachim Jeromin die gut 30 Vereine der Kleinstadt ermuntert hat, das Jubiläumsinstrument mit ganz eigenen, möglichst vereinstypischen Geräuschen zu würdigen.

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Mit einer ungewöhnlichen Aktion würdigen Gützkower die Fertigstellung ihrer hervorragenden Orgel vor 100 Jahren

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Unsere Orgel genügt höchsten Ansprüchen.“Hans-Joachim Jeromin, Pastor

Fuß- und Handballer des Sportvereins Gützkow dürften damit kaum ein Problem haben: ein Pfiff, der Aufprall eines Balls, das Klatschen des Publikums. Was aber machen Gützkows Angler? „Die könnten sich auf das Glöckchen besinnen, das sie beim Nachtangeln in die Schnur hängen, um den Biss eines Fisches zu bemerken“, meint Jeromin. Auch das Plätschern von Wasser könne er sich in diesem Zusammenhang gut vorstellen. „Ich lasse mich überraschen.“

Der Pastor weiß: „Orgelmusik ist nicht in.“ Verglichen mit Pop und Rock spreche sie verhältnismäßig wenige Menschen an. Die meisten kämen kaum in Berührung mit dem Instrument. Es zu hören, sei eine Erfahrung, die aus der Zeit gerückt ist. Umso mehr freut sich Jeromin auf die Veranstaltung am Sonntag, in der, so sein Wunsch, hoffentlich viele Gützkower dem Kircheninstrument ihre geräuschvolle Aufwartung machen.

Den in Greifswald lebenden Kirchenmusiker Stefan Zeitz hat Jeromin nicht lange bitten müssen. Wie andere seiner Branche auch weiß Zeitz die Gützkower Orgel zu schätzen. Trotz ihrer äußerlichen Unscheinbarkeit gilt sie als Instrument von überregionaler Bedeutung. 1916 wurde sie von der Firma Grüneberg in Stettin gefertigt. Sie genüge höchsten Ansprüchen an die Musikalität, heißt es. Allein ihrer hervorragenden Qualität wegen hatte der aus Süddeutschland stammende Organist Stefan Zeitz im Jahr 2006 die halbe Stelle als Kantor im kleinen Gützkow angenommen. Am Sonntag wird er die Orgel spielen. Auch Hannes Ludwig, von 1999 bis 2004 Kantor in Gützkow und heute Kreiskantor in Prenzlau sowie Orgelsachverständiger der Evangelischen Kirche Berlin und Brandenburg, ist dann in Gützkow zu hören.

Beide, Zeitz und Ludwig, waren auch an der Einspielung einer CD beteiligt, die zum 100-jährigen Jubiläum der Fertigstellung der Gützkower Kirchenorgel erschienen ist. „Himmelsstimme“, so der Titel der Aufnahme, umfasst Werke von acht Orgelkomponisten, intoniert von fünf Musikern an der in Fachkreisen so gefeierten Grünebergorgel in St. Nicolai Gützkow.

Ausgerechnet im Kriegsjahr 1915 hatte die Orgelbauanstalt B. Grüneberg in Stettin den Auftrag erhalten, die Traktur des 1831 von Carl August Buchholz (Berlin) gebauten und 1883 von Wilhelm Sauer (Frankfurt/ Oder) erweiterten Instruments zu modernisieren. Bis dahin hatte stets ein Mensch mit Muskelkraft Luft ins Gebläse der Orgel pumpen müssen, damit Töne erzeugt werden konnten. Ein Elektromotor ersetzte den Helfer. Grüneberg, heißt es, habe Gützkows Orgel auf den neuesten Stand der damaligen Technik gebracht. Mit 22 Registern und einer Reihe von Spielhilfen, die für die musikalische Ästhetik der Spätromantik wichtig sind, sei die Orgel seitdem eine der interessantesten jener Epoche in Vorpommern.

Öffentliche Geburtstags-Party zum 100. der Gützkower Orgel, Sonntag, 14 Uhr, St.-Nicolai-Kirche Gützkow

Sven Jeske

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