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Ostvorpommern Gesperrter Fahrstuhl hält Mieter in Atem
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06:15 26.08.2014
Mieter des altersgerechten Hauses im Lubminer Gartenweg. Einige von ihnen können kaum noch gehen. Sie brauchen den Fahrstuhl. Quelle: Sven Jeske

Sie haben einen funktionstüchtigen Fahrstuhl und können ihn doch nicht benutzen: Seit nunmehr zwei Wochen sind betagte Mieter eines altersgerechten Wohnhauses in Lubmin mehr oder weniger gefangen in ihren vier Wänden.

„Aufzug außer Betrieb. Wartungsarbeiten“, warnt ein Schild am Lift. Doch das, weiß Hans Kittlaus (74), ist nur die halbe Wahrheit. Tatsächlich sei nämlich nicht der Aufzug, sondern lediglich sein Notruf defekt. Vermutlich fiel die telefonische Anlage — über die Nutzer Hilfe anfordern können, sollte der Fahrstuhl steckenbleiben — bei einem Gewitter am 3. August aus. Ein Blitz sei in die Technik gefahren, heißt es. Beim DRK-Kreisverband, der das Wohnhaus betreibt, wurde man erst Tage später auf das Problem aufmerksam. „Ich bin dann ziemlich lange der Telekom hinterhergelaufen, bis die jemanden schickte, um die Anlage zu prüfen“, schildert Olaf Kiesow, der beim DRK Ostvorpommern für altersgerechte Wohnhäuser zuständig ist. Den Lift habe er vorsorglich sperren lassen. Denn ohne Notruf sei die Benutzung der Anlage ziemlich riskant. „Bleibt jemand stecken, bekommt das niemand mit!“

Elfriede Krenzke leidet unter Gelenkschmerzen im Bein. „Ich habe Arthrose“, sagt die 79-Jährige, die seit 15 Jahren im ersten Stock des Hauses im Lubminer Gartenweg wohnt. Der Fahrstuhl, schildert sie, sei in all der Zeit immer wieder mal kaputt gewesen. „Doch er wurde stets gleich repariert.“ Dass es nun Wochen dauert, bis man ihn wieder nutzen darf, findet Elfriede Krenzke unglaublich. „Ich komme kaum noch die Treppen runter. In den vergangenen 14 Tagen habe ich das Haus deshalb nur zweimal verlassen. Wenn mein Mülleimer voll war, habe ich den einfach aus dem Fenster geworfen und Leute gebeten, ihn zum Container zu bringen.“ Auch Thea Tesch (78) leidet unter Arthrose. Zudem hat sie Parkinson. Die Treppe runter — das gehe kaum noch, sagt sie. Der Aufzug ist ihr Tor zur Außenwelt.

Eine Nachbarin von Tesch ist gelähmt und Rollstuhlfahrerin. „Sie ist schon 14 Tage nicht mehr rausgekommen“, weiß Gisela Onasch (86). Onasch selbst hat gewissermaßen Glück, sie wohnt parterre.

Dennoch wirkt sich die Fahrstuhlsperrung auch auf ihren Alltag aus. „Ich bekomme mein Fahrrad nicht mehr aus dem Keller.“

„Für uns alle ist das Stress“, beschreibt Hans Kittlaus die Situation. Zweimal schon sei ein Aufzugsmonteur dagewesen. Der Notruf war gestern immer noch tot.

„Schön ist das nicht“, räumt Olaf Kiesow ein. Er hofft, den Aufzug in dieser Woche endlich wieder in Betrieb nehmen zu können. Der Blitz habe ein Modem und Leiterplatten der Notrufanlage zerstört. Das kaputte Modem habe die Telekom inzwischen ausgewechselt. Dass auch Leiterplatten betroffen waren, sei ihr erst später aufgefallen.

Für uns ist das alles
purer Stress!“Hans Kittlaus (74), Mieter



Sven Jeske

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