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Gesucht: Ideen für Zukunft der Verwaltung

Greifswald Gesucht: Ideen für Zukunft der Verwaltung

Der Landkreis fragt: Welches Amt soll an welchen Standort? Für Vorschläge gibt es „keine Denkverbote“

Greifswald. Von der Insel Riems im Norden bis zum Städtchen Penkun im Süden von Vorpommern-Greifswald fährt man mit dem Auto auf der Bundesstraße 109 mehr als zwei Stunden. Die Ausmaße des Kreises sind nach wie vor eine Herausforderung für die Verwaltung. Wie soll sie sich organisieren, um Nähe zu den Bürgern zu gewährleisten? An welchen Standorten sollen welche Ämter und welche Dienstleistungen vorgehalten werden? Um Fragen wie diese zu beantworten, gibt es ein Immobilienkonzept, das allerdings für Bürger, Politik und Verwaltung unbefriedigend ist.

Deshalb soll es nun weiterentwickelt werden. Und dafür bittet der Kreis um Ideen und gute Ratschläge.

„Wir haben alle Städte und Amtsverwaltungen angeschrieben, um die Bürgermeister sämtlicher Kommunen an der Ideenfindung zu beteiligen. Aber auch Vertreter des politischen Raumes und interessierte Bürger können ihre Vorschläge bei der Kreisverwaltung einreichen“, teilt Landkreissprecher Achim Froitzheim mit.

Derzeit wird der Kreis von Greifswald, Anklam und Pasewalk aus verwaltet (siehe Info-Kasten). Vor einem Monat sagte Finanzderzernent Dietger Wille (CDU) über die Fortschreibung des Konzeptes noch:

„Man muss Verwaltung in der Fläche vorhalten, insofern will ich die drei Standorte nicht in Frage stellen.“ Aber möglicherweise will das ja ein Ideengeber. Er darf oder soll es sogar, denn für die Vorschläge „gibt es keine Tabus, Denkverbote oder sonstige Begrenzungen“, stellt Wille nun klar. Er bittet darum, auch „einen ersten, groben Wirtschaftlichkeitsvergleich beizufügen“. Dabei genüge es zunächst, grobe Schätzungen zu möglichen Investitionskosten oder voraussichtlich anfallenden Mietzahlungen anzugeben. Hilfreich, so der Dezernent, wären auch Angaben zu grob geschätzten Folgekosten.

„Es geht im ersten Vergleich lediglich um die Dimension der Vorhaben, die der Kreistag bei den Überlegungen berücksichtigen soll.

„Ebenfalls hilfreich wären Argumente für die weiteren von uns als ausschlaggebend aufgeführten Bewertungskriterien“, meint Wille. Als Kriterien gelten Wirtschaftlichkeit, Bürgernähe und Bürgerfreundlichkeit, Vereinbarkeit mit einer effizienten Verwaltungsorganisation, Mitarbeiterfreundlichkeit und langfristige Wirkungen für den Kreis, wie aus dem Schreiben an die Bürgermeister hervorgeht.

Im politischen Raum findet die Idee, die Bürger einzubeziehen, ein geteiltes Echo. „Sicherlich will der Pasewalker, dass mehr nach Pasewalk kommt, der Greifswalder, dass mehr nach Greifswald kommt und so weiter“, vermutet Axel Hochschild, stellvertretender CDU-Fraktionschef im Kreis. Er will nicht an den drei Standorten rütteln. Norbert Raulin, Chef der SPD/Grüne-Fraktion findet die Idee hingegen „ganz ausgezeichnet“. Sein Vorschlag: Der Kreis solle Verwaltungsaufgaben an die Kommunen abgeben, damit diese bei der Kreisumlage entlastet werden können.

Kai Lachmann

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