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Ostvorpommern Grandiose Malereien erstrahlen in neuem Glanz
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00:05 29.11.2016
Drolerien zieren das Gewölbe. FOTO (3): ECKHARD OBERDÖRFER

Der erbärmliche Zustand der Behrenhoffer Kirche hat vor einigen Jahren bundesweit für Aufsehen gesorgt. Dabei ist der noch aus dem 13. Jahrhundert stammende Chor mit Wandmalereien aus den 1270er Jahren ein Kleinod, dessen Bedeutung weit über unseren Kreis hinausgeht. Behrenhoff verfügt auch über die älteste Darstellung des pommerschen Wappentiers, des Greifen.

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Behrenhoff feierte den Abschluss der Restaurierung eines weiteren Abschnitts

Nach erfolgter Restaurierung der Malereien konnten die Behrenhoffer jetzt das Ende des vorletzten Abschnitts der Restaurierung der Kirche in Augenschein nehmen. Menschen aus ganz Deutschland haben dafür gespendet, nachdem ein Beitrag in der Zeitschrift „Monumente“ der Deutschen Stiftung Denkmalschutz erschien. Mit Städtebaufördermitteln half das Land. Aufgedeckt wurden die Malereien Ende 1897 unter überdeckender Tünche. Das erregte sogar Aufsehen am deutschen Kaiserhof. Der Berliner Maler Hans Karl Seliger hat mit seiner Restaurierung bei weitgehender Übermalung der historischen Befunde in den Jahren 1897 bis 1899 das heutige Bild geprägt.

Für größere Schäden der wiederhergestellten Malereien sorgten gut gemeinte Restaurierungsversuches eines Lehrers gemeinsam mit seinen Schülern. Sie verwendeten Deckweiß, das sich als idealer Nährboden für Flechten und Algen erwies, zumal fehlende Dachrinnen und Risse in den Mauern für genug Feuchtigkeit sorgten.

Das ist Geschichte: Besonders der Höllenrachen mit seinen grausigen Teufeln, den Kröten und Fröschen, mit denen die Sünder ernährt werden, ist ein absoluter Hingucker. Auch die Krönung der Gottesmutter Maria, der Patronin der Kirche, findet man an den Wänden. Interessant ist ebenso die Darstellung des Sündenfalls mit den weitgehend geschlechtslosen Adam und Eva (man erkennt sie an den längeren Haaren) und der Schlange am Baum. Neckisch sind die Drolerien, grotesk überzeichneten Darstellungen, an der Decke.

Die letzten Geheimnisse der Malereien will Pastor Hans-Joachim Jeromin bei den Gottesdiensten enthüllen, versprach er augenzwinkernd. Da geht es zum Beispiel darum, ob Restauratorin Christin Golnik wirklich das Fell eines weiteren Teufels freigelegt hat. „Ich konnte viele Details freilegen“, erzählt diese. „Darunter war eine Geige oder Gitarre, die eine Frau in der Hand hält. „Das blonde Haar der Eva ist jetzt viel prächtiger“, ergänzt Jeromin. „Es war teilweise unter dem Deckweiß verschwunden.“

Auch das Äußere der turmlosen Backsteinkirche präsentiert sich wieder sehr ansprechend. Alles in allem hat die Restaurierung schon etwa eine Million Euro gekostet.

2017 soll die Kirche auch eine Bankheizung bekommen, damit der Kirchenbesuch zu jeder Jahreszeit angenehm ist.

Der fehlende Weltenrichter

Die Malerei in der Kirche ist wahrscheinlich nicht vollständig. Das legt der Vergleich mit ähnlichen Darstellungen des Jüngsten Gerichtes nahe. Im nicht erhaltenen Chorgewölbe dürfte in Behrenhoff der Weltenrichter Christus dargestellt worden sein. Für die Datierung der Malereien in der Kirche werden auch die Wappen herangezogen. Der 1897 vorgefundene Zustand ist auf Fotos dokumentiert.

Eckhard Oberdörfer

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