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Ostvorpommern Greifswald knüpft Kontakte zu Drohobytsch
Vorpommern Greifswald Ostvorpommern Greifswald knüpft Kontakte zu Drohobytsch
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00:00 13.05.2017
Greifswald/ Drohobytsc

h. Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Grüne) besuchte in der Vorwoche die westukrainische Stadt Drohobytsch.

„Einerseits gibt es Aufschwung und Aufbruch- stimmung in Drohobytsch. Aber die Belastung durch den Krieg ist zu spüren.OB Stefan Fassbinder (Grüne)

Greifswald strebt eine Zusammenarbeit mit Drohobytsch an. Warum?

OB Fassbinder: Greifswald hat bundesweit die einzige Universität mit einem Schwerpunkt in der Ukraineforschung. Beim Ucrainicum ist im vergangenen Jahr die Idee für die Zusammenarbeit entstanden.

Die Ukrainische Botschaft hat Drohobytsch vorgeschlagen, weil der Ort gut zu unserer Stadt passe. Es gibt im Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit ein Programm, das solche Kooperationen unterstützt. Die deutschen Gemeinden sollen die ukrainischen Kommunen bei ihrer Entwicklung unterstützen. Über dieses Programm haben wir auch unsere erste Reise nach Drohobytsch finanziert.

Warum passt Drohobytsch gut zu Greifswald?

In Drohobytsch leben 90000 Menschen. Beide Städte haben eine ähnliche Größe, eine sehr lange Geschichte, eine Universität, einen sehr reichen Bestand an Baudenkmälern.

Sie sind gerade für zwei Tage in Drohobytsch gewesen. Wie war es?

Wir wurden in den anderthalb Tagen vom Bürgermeister und weiteren hochrangigen Abteilungsleitern der Stadtverwaltung betreut, haben beispielsweise das dortige Wasserwerk besichtigt. Mit der St.

Georgskirche hat Drohobytsch Weltkulturerbe zu bieten. Das ist eine ganz beeindruckende Holzkirche aus dem späten Mittelalter. Es gab ein langes Gespräch mit der Universität. Begleitet wurde ich aus Greifswald auch vom hiesigen Vertreter der Ukrainistik, Roman Dubasevych.

Wie haben Sie die Kontakte erlebt?

Wir wurden sehr freundlich und warmherzig aufgenommen. Im Hintergrund schwang aber immer das Thema Krieg im Osten der Ukraine mit. Einerseits gibt es Aufschwung und Aufbruchsstimmung. Aber die Belastung durch den Krieg war immer zu spüren.

Wie soll die Zusammenarbeit weitergehen?

Ich sehe mehrere Felder für eine Zusammenarbeit. Wir haben der Stadtverwaltung angeboten, in unseren Infrastrukturbetrieben zu hospitieren, zum Beispiel beim Wasserwerk oder Marketing GmbH. Die Universitäten können vor allem im Bereich der Slawistik zusammenarbeiten, vielleicht auch in der Germanistik. Uns wurde ein Onlineportal vorgestellt, bei dem sich Bürger über laufende Projekte informieren können, wo sie sich einbringen können und wo sämtliche Auftragsvergaben aufgelistet sind. Darüber würden wir gerne mehr erfahren.

Könnte Drohobytsch Greifswalds nächste Parnterstadt werden?

Das ist nicht das vordringlichste Ziel. Dafür ist zunächst ein Fundament notwendig. Wenn die Zusammenarbeit stetig und lebendig ist, kann man das überlegen. Die Ukraine hat eine ähnliche Phase vor sich wie wir nach der Wiedervereinigung. Motivation der Kollegen ist daher, sich bei uns umzusehen, um bestimmte Fehler zu vermeiden.

Interview: Katharina Degrassi

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