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Grüne: Rosskastanien sollen bleiben

Neuenkirchen Grüne: Rosskastanien sollen bleiben

Streit um Verlauf des Ostseeküstenradweges bei Neuenkirchen dauert an

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Blick auf die Kreisstraße am Ortsrand von Neuenkirchen verläuft. Die Bäume hier sollen einem Radweg weichen.

Quelle: Foto: Peter Binder

Neuenkirchen. Müssen für den Bau des Ostseeküstenradweges zwischen Stralsund und Greifswald bald 19 Rosskastanien in Neuenkirchen weichen? Das befürchten mittlerweile nicht nur umweltbewusste Bürger der Gemeinde und der benachbarten Hansestadt Greifswald, sondern auch die Kreistagsfraktion Bündnis 90/Grüne - Fraktion 17.4. Sie kritisiert die Absicht, den Ostseeküstenradweg auf Höhe Neuenkirchens entlang der Kreisstraße 5 (Chausseestraße) zu führen und deshalb die Rosskastanien zu fällen. In der vergangenen Sitzung des Tourismusausschusses des Kreises hatte ein Greifswalder auf die Sorge der Bürger um die Bäume aufmerksam gemacht.

Viele der Kastanien könnten nach Einschätzung von Experten noch bis zu 30 Jahre existieren. Die umweltbewussten Bürger, darunter Ulrich Möbius aus Greifswald sowie Angelika Elsner aus Neuenkirchen, schlagen wie die Grünen deshalb vor, die bisherige Routenführung durch den Ortskern Neuenkirchens beizubehalten. Die Verkehrssicherheit, so begründen sie, werde dadurch nicht schlechter. Bereits jetzt gebe es entlang der Theodor-Körner-Straße bis zur Einmündung der Leister Straße einen kombinierten Rad- und Fußweg. Bei der Benutzung dieses Radweges müsse lediglich in Höhe der Kirche die Straßenseite gewechselt werden. Die Körnerstraße tangiere sowohl wichtige Tourismuspunkte als auch gewerbliche bzw. gastronomische Einrichtungen im Dorfkern. Das sei für alle Seiten von Vorteil und für die Nutzer des Ostseeküstenradwegs mit einer wesentlich geringeren Verkehrsbelastung verbunden.

„Die aktuelle Planung für den Ostseeküstenradweg nimmt keinerlei Rücksicht auf die Gegebenheiten vor Ort, denn die neue Route verwehrt in Neuenkirchen Gastronomen und der Backsteinkirche aus dem 14.

Jahrhundert die Chance auf haltende Touristen", beklagt Waldemar Okon, Vorsitzender der Kreistagsfraktion der Grünen. Er zweifelt auch die Aussage des Mitarbeiters der Kreisverwaltung auf die kleine Anfrage der Grünen an, dass der Zustand des Radwegs durch Neuenkirchen so mangelhaft sei, dass seine Ertüchtigung teurer wäre als ein Neubau an der Kreisstraße 5. In diesem Zusammenhang verweist Okon auf die Festlegungen zum Ostseeküstenradweg im Regionalen Raumentwicklungsprogramm. „Auf dieser Strecke kommt zusätzlich der Aspekt des Landschaftserlebnisses hinzu. Genau der Grund, weshalb Radtouristen zu uns kommen“, so Okon. Fragwürdig sei, warum diese Planung jetzt aufgegeben werde.

Unabhängig von ihrer Forderung, den Küstenradweg durch den Ort zu führen, anerkennen die Grünen den Bedarf für einen Weg entlang der Kreisstraße 5 zum Einkaufszentrum Neuenkirchen. „Bereits 2015 habe ich im Wirtschaftsausschuss diesen Radweg als besonders dringlich gefordert“, betont Okon. Für die Kunden des Einkaufszentrums und Radfahrer zum Riems hätte der Weg längst gebaut werden müssen, findet er. Deshalb schlagen die Grünen, aber auch zahlreiche Bürger, entlang der Kreisstraße 5 einen einfachen, kombinierten Fuß- und Radweg mit größtmöglichem Schutz der Alleebäume inklusive Wurzelbrücken vor.

Der Bau des Ostseeküstenradweges durch Neuenkirchen ist nicht die einzige Forderung der Grünen. „Auch der kombinierte Geh- und Radweg von Neuenkirchen nach Greifswald muss dringend saniert werden“, meint Okon.

Cornelia Meerkatz

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