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Gützkow: Starke Kunst für altes Zentrum

Gützkow Gützkow: Starke Kunst für altes Zentrum

Zwei große Reliefs des Rostocker Bildhauers Wolfgang Friedrich werten die Stadt auf.

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Steigen und stürzen: zwei Seiten des Lebens und der Gesellschaft. Gützkows neues Denkmal ist von tiefer Symbolik.

Quelle: hjj

Gützkow. ist um einen Hingucker reicher: Im Herzen der Kleinstadt, direkt an der großen Nikolaikirche stehen nunmehr zwei über drei Meter hohe grünblaue Kalkstein-Reliefs. Was von weitem anmutet wie Teile einer Betonmauer, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als ein Gesamtkunstwerk.

Gefertigt hat es der Rostocker Bildhauer Wolfgang Friedrich. Für seine Arbeit begab er sich in einen Steinbruch in Westfalen und zum Kirchentag nach Hamburg. Bei Anröchte (Kreis Soest) wurden die beiden farblich auffälligen Kalksteinblöcke gebrochen, die Friedrich noch an Ort und Stelle auf jeweils einer Seite glattschliff und später, in Hamburg, mit bronzenen Figuren versah. Dergestalt, dass die Figuren auf einem Block hinaufzusteigen, auf dem anderen aber hinabzustürzen scheinen.

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Ich finde, meine Arbeit steht da ganz gut.“Wolfgang Friedrich, Rostocker Bildhauer

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„Steigen und stürzen“ heißt denn auch die Plastik, die, kaum in Gützkow aufgestellt, schon für Begeisterung sorgt. „Was ich mich da schon hineingeguckt habe“, schwärmte Stadtvertreter und Pastor Hans-Joachim Jeromin gestern.

Die Plastik, gibt er zu verstehen, sei nicht aufdringlich und habe eine tiefe Symbolik. Thematisiere sie doch, was unser aller Leben und die Gesellschaft kennzeichne: das Auf und Ab, der Aufstieg und der Fall, das Hoch und das Tief, das Auseinanderfallen und Zueinanderfinden.

Bildhauer Wolfgang Friedrich hat schon viele Spuren hinterlassen. Die Figuren an der Stundenuhr des Fünfgiebelhauses am Rostocker Universitätsplatz stammen von ihm. Auch die Sonnenuhr an der Rostocker Marienkirche. Zudem Bronzeplastiken im Theater des Clubschiffs Aida, De Ümgang-Brunnen in der Warnemünder Alexandrinenstraße, Figuren an Glocken in den Marienkirchen Rostock und Gnoien...

Gützkow hatte er eigentlich nicht auf dem Plan. Dass seine jüngsten Arbeiten dennoch hierherkamen, hat mit den Umständen zu tun, unter denen sie entstanden. „Die Nordkirche hatte ein Bildhauersymposium ausgelobt. Die Ergebnisse bot sie den Kirchengemeinden in ganz Norddeutschland an. Der Gützkower Pfarrer war sehr schnell und sicherte sich so meine Reliefs.“ Die, findet Friedrich, hätten in Gützkow einen guten Platz gefunden. Zwar gebe es im Umfeld der Kirche schon andere Plastiken, darunter ein Kriegerdenkmal mit Adler von Anno dazumal. Doch das müsse er nehmen wie es ist. „Ich denke, meine Arbeit wirkt nicht zu monumental, die Kirche daneben ist ja groß. Der grünblaube Kalkstein harmoniert gut mit ihren alten Backsteinen.“

Er habe ein gutes Gefühl, auch weil Gützkows Pastor sich so sehr für sein Werk begeistere.

Mehrere Gützkower halfen, es in die Peenestadt zu bringen und aufzustellen. Der Betonbauer Jens Gurr fand sich spontan bereit, ein Fundament für die Plastik zu fertigen. Fuhrunternehmer und Stadtvertreter Armin Görs ließ die bei Wittenburg-Hagenow eingelagerte Kunst 230 Kilometer weit in die vorpommersche Kleinstadt transportieren. Baggerfahrer Friedhelm Gorklow wiederum bewies viel Feingefühl beim Anheben und Positionieren der schweren Steinblöcke. Die sollen am 3. Oktober feierlich eingeweiht werden.

 

Sven Jeske

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