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Ostvorpommern Gützkower sorgen sich um ihren Kosenowsee
Vorpommern Greifswald Ostvorpommern Gützkower sorgen sich um ihren Kosenowsee
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00:01 21.12.2016
18,7 Hektar groß ist der Kosenowsee bei Gützkow, ein Naherholungsgewässer nicht nur für die Bewohner der Kleinstadt. FOTO: ELISABETH WOLDT
Gützkow

In der Kleinstadt südlich von Greifswald sorgen sich Bürger um ihr angestammtes Freizeit- und Badegewässer. Der bis zu 647 Meter lange und 343 Meter breite Kosenowsee hatte im Sommer durch starken Algenbefall von sich reden gemacht. Zeitweise sei ein bis zu 400 Quadratmeter großer Seegrasteppich zu sehen gewesen, schilderte gestern der Vorsitzende des Gützkower Angelvereins, Hans-Peter Körner. Er glaubt, dass das hohe Aufkommen von Tang mit der spätsommerlichen Wetterlage zu tun hatte. „Es war sehr warm, es gab kaum Gewitter und wenig Wind – so wurde das Seewasser nicht durchmischt.“

Obgleich seit vielen Wochen keine Krautflächen mehr auf dem Gewässer treiben, macht man sich in Gützkow so seine Gedanken. Was, wenn das Ökosystem des Kosenowsees dabei ist, aus dem Gleichgewicht zu geraten? Wenn das Algenwachstum aufgrund eines Überangebots von Nährstoffen überhand nimmt und andere Pflanzen kein Sonnenlicht mehr bekommen und absterben? Dann würden kleine Tiere und Bakterien, die diese toten Pflanzen fressen, sich zu stark vermehren und deshalb der Sauerstoff im Gewässer knapp werden. So knapp, dass Fische und andere Wassertiere zu ersticken drohen.

Schwimmende Algen könnten ein erstes Anzeichen für diese Fehlentwicklung sein, gibt Stadtvertreter Peter Schmidt zu bedenken. Es gebe Spezialisten, die den See genauer unter die Lupe nehmen würden.

Von einem Gutachten ist die Rede. Noch ist nicht klar, wieviel es kosten würde.

1991 war an der tiefsten, etwa acht Meter unter Wasser liegenden Stelle des Sees eine schwimmende Tiefwasserbelüftungsanlage installiert worden, „um die Eintrübung und die Algenvermehrung zu mindern“, wie es heißt. Aus Kostengründen, weiß Hans-Peter Körner, werde die Anlage nicht ganzjährig betrieben. Doch das habe auch sein Gutes. Es gebe Phosphorablagerungen auf dem Grunde des Sees.

Die könnten durch die Belüftungsanlage in obere Gewässerschichten getrieben werden, was das Algenwachstum befeuern würde.

Laut Körner wäre es fürs erste hilfreich, im Wasser treibende Algen zu beseitigen. Noch sei der Kosenowsee kein Dauerpatient, gebe es längere Zeitabschnitte, in denen seine Oberfläche krautfrei sei.

Der Anglerverein, Pächter des Sees, wolle 2017 frühzeitig aktiv werden, sollten wieder Algen auftauchen. „Wir werden nicht lange warten, bis wir eingreifen“, verspricht Körner.

Sven Jeske

OZ

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