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Ostvorpommern Gymnasiasten entdecken die Kunst am eigenen Bild
Vorpommern Greifswald Ostvorpommern Gymnasiasten entdecken die Kunst am eigenen Bild
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00:00 22.06.2017

„In einer Zeit von Selfies und schnellen Bildern in den sozialen Medien vergessen wir, unsere Umgebung ungestellt wahrzunehmen“, meint Lars Heidemann von der Greifswalder Galerie STP. An diesem Punkt setzte sein Fotografieworkshop an, den er für 14 Schüler des Schlossgymnasiums Gützkow in der vergangenen Woche veranstaltete.

Angelehnt an das Motto „The world we are – die Welt, wie wir sind“ machte der Lehramtsstudent die Gymnasiasten mit Technik, Geschichte und Bildbearbeitung vertraut. Der Schwerpunkt lag auf Porträtfotografie. Hier wurden den Schülern in der Selbstdarstellung und Inszenierung keine Grenzen gesetzt. „Es war wichtig, sie dort abzuholen, wo sie gerade sind“, sagt Heidemann. „Es braucht keine teure Kamera, um den richtigen Moment einzufangen“, weiß er.

Entstanden ist eine Galerie voller Dynamik, die am Dienstag ihre Eröffnung feierte. „Das Besondere an den Bildern ist die Emotionalität“, zeigt sich Peter Konschake begeistert. Der Gützkower Arzt ist in der Greifswalder Galerie STP tätig und vermittelte den Kontakt zum Schlossgymnasium. „Die Schüler sollten sich in ihrer Arbeit entdecken. Da nimmt man selbst noch etwas von mit“, so Konschake.

„Wir haben uns viel mit der Frage beschäftigt, was ein gutes Bild ausmacht“, sagt die Elftklässlerin Leah Rieger. Besonders das neue Wissen über Bildkompositionen nimmt sie für sich mit. „Man lernt, ein Bild viel mehr wertzuschätzen“, so die 17-Jährige. Auch Johanna Richert (16) aus der 10. Klasse ist überzeugt: „Die besten Bilder sind die geworden, auf denen die Person nicht auf die Kamera geachtet hat.“ Somit sei das Ungestellte wichtig, um die Natürlichkeit eines Momentes einzufangen. „Wir konnten uns in der Kulisse Gützkows und Greifswalds ganz frei inszenieren“, erzählt Nina Wienbrandt (17). Und eines haben die Schüler noch mitgenommen: Auch verwackelte Bilder können schön sein.

Dank der Initiative des Demokratieladens in Anklam konnte dieses Projekt am Schlossgymnasium Gützkow stattfinden. „Nach dem Anstoß des Bürgerbündnisses Gützkow sind wir auf die Schule aufmerksam geworden“, erklärt Annett Freier, Leiterin des Demokratieladens, der ein Projekt der Landeszentrale für politische Bildung ist. Ein Anliegen sei es, das Gymnasium als einen Ort des Dialoges in den Mittelpunkt der Stadt zu rücken. „Bilder zeigen so viel von einer Person und der Gesellschaft“, sagt Freier.

Im Anschluss an die Vernissage wurde der Film „Tschick“ präsentiert. „Nachdem Ihr uns Euch präsentiert habt, zeigt der Film, wie Erwachsene die Jugend sehen“, sprach Freier zu den Schülern. Mit einer Gesprächsrunde zum Thema „Jugend: Selbstbild und Fremdbild – ein Generationendialog“ fand der Abend sein Ende. „Wir müssen miteinander reden, um zu wissen wie die Jugend die Welt wahrnimmt“, so Freier.

Franko Wegner

OZ

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