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Greifswald Heimlicher Raucher löst Brand aus

In der Universitätsmedizin musste die Berufsfeuerwehr in einem Männerumkleideraum Feuer löschen

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„Was sich wie ein Witz anhört, kommt in Deutschland häufiger vor als man glaubt. Wäsche kann sich selbst entzünden.“ Axel Falkenberg, Polizeisprecher

Greifswald. Einsatz in der Uniklinik: Die Greifswalder Berufsfeuerwehr musste am Mittwochabend gegen 20.30 Uhr ausrücken, um ein Feuer in der Universitätsmedizin zu löschen. Im Kellerbereich der Kinderklinik brannten Textilien, wodurch es zu einer starken Rauchentwicklung kam. Die Feuerwehrleute wurden der Lage schnell Herr und löschten das Feuer mit Pulver.

Verletzt wurde niemand. „Eine Gefahr für die Patienten, Mitarbeiter oder Besucher der Universitätsmedizin Greifswald bestand zu keiner Zeit, sodass keine Evakuierungsmaßnahmen erfolgen mussten“, sagt Polizeisprecher Axel Falkenberg.

Nach seinen Worten kommt kein Brandursachenermittler zum Einsatz, da die Unimedizin über einen sehr hohen Sicherheitsstandard im Brandschutz verfügt. Spezielle Brandschutztüren und geschlossene Räume seien überall vorgeschrieben und würden regelmäßig kontrolliert. Außerdem würden sich überall Alarmmelder befinden, einer davon hätte auch sofort ausgelöst.Das Feuer war in einem Umkleideraum für Männer ausgebrochen, in dem sich 100 Stahlspinde und eine Bank aus Kunststoff befinden sowie die frisch gewaschene Berufsbekleidung der Mitarbeiter. Die Tür zu dem Umkleideraum lässt sich per Chipkarte öffnen, sodass auch keine fremden Personen Zutritt haben.

Die Polizeibeamten gehen mittlerweile davon aus, dass der Brand fahrlässig entstanden ist, weil trotz Verbotes im Umkleideraum geraucht wurde. Die Kripo fand am Donnerstag in diesem Umkleidebereich Zigarettenreste bzw. eine Zigarettenschachtel.

Zunächst hatte man aber auch nicht ausgeschlossen, dass sich die Wäsche selbst entzündet hatte. „Was sich für Außenstehende wie ein Witz anhört, kommt in Deutschland sehr viel häufiger vor als man glaubt“, versichert der Polizeisprecher. So habe eine Studie der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel/Gastgewerbe ergeben, dass es im Zeitraum von 2004 bis 2016 in der Bundesrepublik insgesamt 43 Fälle gab, wo sich Wäsche tatsächlich selbst entzündet habe. „In zwei dieser Fälle war sogar der Wischmopp der Brandverursacher“, erklärt Falkenberg. Er verweist darauf, dass in MV ein Fall dabei war und letztlich daraus ein riesiger Dachstuhlbrand resultierte.

Die Selbstentzündung entstünde, so erläutert er, wenn sich in der – meist noch warmen, weil aus dem Trockner kommenden – Wäsche noch Rückstände von ungesättigten Fettsäuren befänden . Trotz des Waschens lösen sich solche Rückstände oft nicht ganz aus der Wäsche. Bei jeder neuen Benutzung der Textilien kämen weitere Rückstände dazu. „Wenn diese ungesättigten Fettsäuren dann mit Sauerstoff reagieren, kann es tatsächlich zur Selbstentzündung und zum Brand kommen“, so der Polizeisprecher, der deswegen extra noch einmal mit Spezialisten Rücksprache gehalten hat.

Im Falle der Unimedizin scheint die Sachlage allerdings einfacher: „Da hat ein Mitarbeiter wohl seine Sucht nicht unter Kontrolle gehabt“, meint Falkenberg. Glücklicherweise sei das Feuer schnell unter Kontrolle gebracht worden, auch der Sachschaden halte sich in Grenzen. Er wird auf 1000 Euro geschätzt, die Bank und ein paar Spindtüren seien in Mitleidenschaft gezogen worden Ob die Kripo den tatsächlichen Verursacher des Brandes ausfindig macht oder ob er sich vielleicht selbst stellt, bleibt abzuwarten.

Cornelia Meerkatz

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