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Ostvorpommern Herzogsärge geben Rätsel auf
Vorpommern Greifswald Ostvorpommern Herzogsärge geben Rätsel auf
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00:00 25.03.2014
Taschenlampe und neugieriger Blick: Die Wissenschaftlerin Christine Magin bei der Arbeit. Quelle: ts
Wolgast

Neun Monate hat Christine Magin damit verbracht, in der Wolgaster Petrikirche Inschriften und Verzierungen auf sieben metallenen Särgen zu entziffern, in denen einst Herzöge und Herzoginnen von Pommern- Wolgast beigesetzt wurden. Dennoch konnte die Wissenschaftlerin, die an der Universität Greifswald eine Arbeitsstelle für Inschriften leitet und auf Epigrafik des Mittelalters und der frühen Neuzeit spezialisiert ist, nicht alle Rätsel der Sarkophage lösen. So bleibt trotz ihres Engagements ungeklärt, in wessen Werkstatt die zum Teil sehr prächtigen Totenladen einst angefertigt wurden; an einigen Sarkophagen angebrachte Marken konnte Magin keinem Meister zuordnen. Auch warum der Zinnsarg von Herzog Ernst Ludwig (1545 - 1592 ) in Kopfhöhe ein Schiebefenster hat, liegt weiter im Verborgenen.

Die in den Jahren von 1560 bis 1632 hergestellten Sarkophage gehören zu den ältesten in Deutschland. Von 2002 bis 2007 waren die Grablegungen aufwendig restauriert worden. Die Denkmalschutzvereinigung der Europäischen Union würdigte dieses Bemühen mit dem „Europa Nostra Award“, einem Preis für den Erhalt von Kulturerbe. Die Wolgaster St. Petri-Kirche hingegen wurde wegen der bedeutsamen Särge zum Denkmal von nationalem Rang erhoben.

„Im Laufe der damaligen Zeit wurden immer größere Sarkophage für die Herzogsfamilie angefertigt“, weiß Christine Magin. Zudem seien die Särge von Mal zu Mal mit mehr Ornamenten, bildlichen Darstellungen und Inschriften versehen worden. „Auf dem Zinnsarg von Philipp I. steht nur schlicht: Philipp I. von Gottes Gnaden, Herzog von Pommern, starb am 14. Februar im Jahre 1560. Die Särge der folgenden Mitglieder des Fürstenhauses zierten zunehmend auch Bibelsprüche, Informationen über Todesstunde, Herrschaftsbezirk und in einigen Fällen sogar das Herstellerjahr des Sarkophags“, schildert Magin. Das alles hatte seinen Preis. So ein Sarg kostete nach heutigen Maßstäben rund 75 000 Euro. ts



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