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Hilfeteam soll Lücken in der Verwaltung füllen

Greifswald Hilfeteam soll Lücken in der Verwaltung füllen

Kreisausschuss berät unter anderem über die Haushalte von Ordnungs-, Jugend-, Haupt- und Gesundheitsamt

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Matthias Manthei, Jörg Neubert, David Wulff, Marie-Jeanne Beringer und Brigitte Witt (von links) bei der Sitzung des Ausschusses.

Quelle: eob

Greifswald. Ein hoher Krankenstand beeinträchtigt die Arbeit der Kreisverwaltung von Vorpommern-Greifswald. Das machte Finanzdezernent Dietger Wille (CDU) auf der Sitzung des Finanzausschusses des Kreistages am Montag in Anklam deutlich. Dort wurden die Haushalte einzelner Ämter für das Jahr 2017 vorgestellt.

Wir wollen zwölf Kollegen als Hilfe unbefristet einstellen.“Dietger Wille, Finanzdezernent

Ursachen seien unter anderem die Arbeitsverdichtung und Überlastung der Mitarbeiter infolge des Stellenabbaus der letzten Jahre und das hohe Durchschnittsalter der Kollegen. „Bis 2020 gehen 91 Kollegen in Rente“, verdeutlichte Hauptamtsleiter Wolfgang Schuster die Probleme. „Bis 2025 sind es mehr als 200.“ Ein weiterer Personalabbau sei nicht geplant. Es bleibt bei etwa 1067 Stellen, davon 791 in der Kernverwaltung. Die Sparberater der Firma Rödel und Partner hätten dem Kreis bescheinigt, dass es in den wichtigen Ämtern der Kreisverwaltung keine Personalüberhänge gebe, so Schuster weiter.

Der hohe Krankenstand führt andererseits zu Einsparungen bei den Personalausgaben. Denn nach sechs Wochen entfällt die Lohnfortzahlung durch das Landratsamt. „Dadurch werden wir 2016 etwa eine Million Euro einsparen“, so der Finanzdezernent. Dietger Wille möchte dieses Geld nutzen, um das Problem des hohen Krankenstandes zu lösen. „Wir wollen ein Vertretungs- und Hilfeteam mit zwölf Kollegen etablieren“, informierte er den Ausschuss. Dessen Mitarbeiter sollen an allen drei Standorten, also in Greifswald, Anklam und Pasewalk, eingesetzt werden können. Die Verträge würden unbefristet abgeschlossen, das sei lukrativer als bislang übliche Verträge bei Krankheitsvertretung. Zugleich würden diese Kollegen durch die Erfüllung vielfältiger Aufgaben qualifiziert und sammelten Erfahrungen. Sie seien damit auch ein potenzieller Nachwuchs für die Wahrnehmung von Führungsaufgaben. „Wir müssen um die besten Köpfe kämpfen“, forderte Wille. Auch die Ausbildung im Hause müsse ab 2017 verstärkt werden. „Aktuell bilden wir nur die Hälfte des nötigen Bedarfs für den Ersatz frei werdender Stellen aus“, so Wille. Sowohl der Gründung des Vertretungsteams als auch der verstärkten Ausbildung muss das Innenministerium zustimmen, weil die Finanzhoheit des hoch verschuldeten Kreises eingeschränkt ist. Zum Vertretungsteam gebe es nach Vorgesprächen positive Signale, informierte der Dezernent. „Bisher hat das Innenministerium noch keinen Antrag für die Einstellung von Personal abgelehnt.“

Zahl der Versammlungen hat sich verdreifacht

Wie dünn die Personaldecke ist, das verdeutlichte Ordnungsamtsleiter Werner Hackbarth. „Wir haben 19 Stellen in der Ausländerbehörde“, sagte er. „Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte hat 24, obwohl er nur wenig mehr Flüchtlinge hat.“

Mehr Arbeit hat das Ordnungsamt übrigens durch die Zunahme der Versammlungen unter freiem Himmel, die genehmigungspflichtig sind. „Deren Zahl hat sich in den letzten Jahren auf etwa 150 verdreifacht“, so Hackbarth.

Alles in allem will der Kreis laut dem Entwurf des Ergebnishaushaltes 2017 knapp 900000 Euro mehr für sein Personal ausgeben. Das sind damit 65,9 Millionen Euro. Hauptursachen der Steigerung seien die im nächsten Jahr anstehenden Erhöhungen der Tarifgehälter und Beamtenbezüge. „Eigentlich würden diese einen Anstieg von mehr als einer Million bewirken“, sagt Schuster. „Aber wir haben Einsparungen vorgenommen.“

Noch 300 Flüchtlingswohnungen

Im letzten Jahr liefen im Kreis Vorpommern-Greifswald etwa 3800 Asylverfahren. 2016 sind es noch knapp 1000 Flüchtlinge, für die ein Verfahren läuft. Darüber informierte Sozialamtsleiter Gerd Hamm auf der Sitzung des Finanzausschusses des Kreises am Montag in Greifswald. Statt 540 Wohnungen hat der Kreis nur noch etwa 300 gemietet. „Die Zahl wird weiter abnehmen“, meint Hamm. „Die Gemeinschaftsunterkunft in Anklam wurde fristgerecht gekündigt.“ Die Bedingungen seien insgesamt gut. Erstens sei die Sanierung des Flüchtlingsheims in der Spiegelsdorfer Wende in Greifswald abgeschlossen. Zweitens könne der Landkreis dank der neuen Gemeinschaftsunterkunft in der Brandteichstraße sehr flexibel auf Schwankungen bei der Zahl der Flüchtlinge reagieren.

Dort leben derzeit 75 Personen, 475 könnten es maximal sein. Das Haus in der Brandteichstraße hat der Kreis für 36 Monate gemietet. Die Kosten trägt das Land.„Nicht mehr benötigtes Inventar lagern wir ein“, so Hamm weiter. „Wir haben zwei Lager und in Größenordnungen Kühlschränke, Betten und Herde.“ Diese nicht mehr benötigten Dinge würden verkauft.

Unsicherheit zur weiteren Entwicklung bestehe durch die Auflagen für Flüchtlinge zum Wohnsitz. Diese Auflage beziehe sich auf den Verbleib in MV ab einem Stichtag. Geflüchtete würden dabei größere Städte bevorzugen.

Eob Eckhard Oberdörfer

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