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Hundebiss: Verletzte fordert Maulkorbzwang

Hohendorf Hundebiss: Verletzte fordert Maulkorbzwang

Wegen der Schwere der Verletzung hat die Polizei die Staatsanwaltschaft eingeschaltet

Hohendorf. Ritta Klein fällt das Gehen noch immer sichtlich schwer: Die 64-Jährige kann sich derzeit nur mit Hilfe von Krücken fortbewegen. Schuld daran ist eine langwierige Verletzung, die ihr ein entlaufener Hund Anfang Juli zugefügt hat. Der Weimaraner, so berichtet sie, sei während eines Spaziergangs mit ihrem kleinen Hund auf dem neuen Geh- und Radweg zwischen Hohendorf und Wolgast auf sie zugeschossen und hatte sie zunächst seitlich angefallen und ihr dabei Hose und Oberteil zerrissen. „Dann erblickte er den sehr viel kleineren Hund und ließ

 

OZ-Bild

Ritta Klein in ihrem Garten in Hohendorf. An den Folgen des Hundebisses leidet sie noch immer.

Quelle: Tilo Wallrodt

Die Frau hat schwere Verletzungen davongetragen. Hier geht es um fahrlässige Körperverletzung.“Axel Falkenberg, Sprecher der Polizeiinspektion Anklam

zunächst von mir ab, um mich kurz darauf wieder anzugreifen“, schildert sie. Er verbiss sich regelrecht in der linken Wade. Die etwa zehn mal acht Zentimeter große und sehr tiefe Wunde zeugt noch vom Kampf.

Nachdem der Hund Richtung Bahngleise davongelaufen war, schleppte sich Ritta Klein stark blutend Richtung Hohendorf, wo sie zunächst von einer befreundeten Familie Hilfe erhielt. Sie alarmierte auch den Rettungsdienst und die Polizei. Die Verletzte wurde umgehend ins Klinikum nach Greifswald gebracht, wo sie über eine Woche lang behandelt wurde. Die Polizeibeamten nahmen zwar eine Anzeige auf, konnten aber trotz intensiver Suche den Hund nicht mehr finden. Auch zwei Mitarbeiter des Ordnungsamtes suchten nach dem Weimaraner, bestätigt Elke Bohl, Leiterin des Ordnungsamtes im Amt am Peenestrom.

„Wir haben deshalb mit dem Veterinäramt des Landkreises gesprochen, da es sich ja bei einem solchen Tier tatsächlich um einen gefährlichen Hund handeln könnte“, erläutert Bohl. Nachdem der Halter ausfindig gemacht worden war, konnte Amtstierarzt Dr. Wölk zwei Tage nach der Beißattacke das Tier umfassend begutachten. Er erfuhr, dass sich der angeleinte Hund ruckartig losgerissen hatte und dann weggelaufen war. Der Amtstierarzt schätzte ein, dass der Weimaraner nicht gefährlich ist, „riet aber dem Halter, sich für Spaziergänge einen Gurt zuzulegen, den er sich über den Körper hängt“, sagt die Leiterin des Ordnungsamtes. Der Hundebesitzer hat den Vorfall seiner Versicherung gemeldet.

Ritta Klein ist das zu wenig. „Ich leide noch immer an den Folgen des Angriffs, muss mich spritzen, täglich den Verband wechseln lassen und von meiner Tochter zur Physiotherapie gebracht werden. Ich hätte wenigstens erwartet, dass der Hund künftig einen Maulkorb tragen muss“, erklärt sie. Sie fühlt sich alleingelassen, weil sich der Halter bisher nicht mit ihr verständigte, und hat den ganzen Vorgang nun einer Greifswalder Anwaltskanzlei übergeben. Elke Bohl kann zwar das Ansinnen der Frau verstehen, weist aber darauf hin, dass dem Ordnungsamt die Hände gebunden sind: „Maulkorbzwang darf laut Gesetz nur für Hunde ausgesprochen werden, die als gefährlich eingestuft wurden. Auf den entlaufenen Weimaraner trifft das nicht zu“, macht sie deutlich.

Unterdessen hat die Polizei in Anklam ihre Ermittlungen abgeschlossen und den Fall an die Staatsanwaltschaft Stralsund abgegeben. „Das ist kein einfacher Hundebiss. Aufgrund der schwerwiegenden Verletzungen der Frau geht es um fahrlässige Körperverletzung“, sagte dazu Polizeisprecher Axel Falkenberg.

Cornelia Meerkatz

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