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Immer weniger Flüchtlinge kommen in den Landkreis

Greifswald Immer weniger Flüchtlinge kommen in den Landkreis

Behörden arbeiten daran, Flüchtlingen leichte Arbeiten zu verschaffen / Vereine und Institutionen sollen damit unterstützt werden

Greifswald. In den Landkreis Vorpommern-Greifswald kommen immer weniger Flüchtlinge. Das gab Sozialamtsleiter Gerd Hamm am Donnerstagabend im Ausschuss des Kreistags für Asyl- und Flüchtlingsangelegenheiten bekannt. Im August waren es gerade einmal sieben Flüchtlinge, die dem Landkreis zugewiesen wurden. Im ganzen Jahr 2016 waren es 964 – das entspricht etwa einem Drittel von dem, was im vergangenen Jahr im gleichen Zeitraum in den Landkreis kam.

Der Rückgang der ankommenden Flüchtlinge hat Auswirkungen auf die Arbeit des Landkreises. „Wir haben drei Angestellten andere Aufgaben gegeben. Ihnen wurde nicht gekündigt“, betont Hamm. 473 Wohnungen wurden vor einem Jahr vom Landkreis als Unterkünfte für Flüchtlinge angemietet. „Auch hier geht die Nachfrage stark zurück. Die Verträge mit den Vermietern laufen jetzt allmählich aus.

Zurzeit mieten wir nur noch 423 Wohnungen an. Am Ende des Jahres sind es nur noch 356 Wohneinheiten“, erklärt Hamm. Der Landkreis übergibt dann die Unterkünfte so wie er sie vorgefunden hat. Auch die Gemeinschaftsunterkunft in Anklam wird demnächst aufgelöst. Von den 108 Plätzen seien derzeit noch 50 Plätze belegt, informierte Sachgebietsleiterin Marika Hinz auf der zeitgleich stattfindenden Sitzung des Anwohnerbeirats des Flüchtlingsheims in der Greifswalder Brandteichstraße. In vielen Dörfern würden keine Flüchtlinge mehr untergebracht. „Wir hatten im vergangenen Jahr etwa 40 Orte, in denen Flüchtlinge wohnten“, sagte Hinz. Damals war Platz rar, in Greifswald wurde zeitweise eine Turnhalle genutzt. Viele Flüchtlinge, beispielsweise aus Tutow und Jarmen, wollten nach Greifswald, weil es dort sehr gute Angebote, beispielsweise zum Erlernen von Deutsch, gebe. Rostock, Schwerin und Greifswald seien in MV bevorzugte Zielorte. Aber auch in Greifswald würden Mietverträge für Wohnungen nicht mehr verlängert. „Mit dem Wissen von heute hätten wir die Asylbewerberunterkunft in den Greifswalder Brandteichstraße nicht eröffnet“, schätzt Hinz ein. Dort wohnen derzeit 39 Menschen, 21 Männer, 12 Frauen und sechs Kinder. 469 Flüchtlinge könnten es sein. Die Anzahl der vorgehaltenen Unterkünfte, für den Fall, dass kurzfristig Platz zur Verfügung stehen muss, wird heruntergestuft. „Bisher hatten wir immer 20 Wohnungen in Reserve. Die Anzahl sinkt jetzt auf zehn Einheiten“, erklärt Hamm.

Auch die Integration in den Arbeitsmarkt soll jetzt in Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit verstärkt werden. „210 Stellen wurden außerhalb und 70 Stellen innerhalb von Gemeinschaftsunterkünften geschaffen. Die Asylbewerber sollen in der Gegend arbeiten, wo sie auch wohnen. Sie verdienen dann 80 Cent in der Stunde. Dieses Geld kommt zusätzlich vom Bund“, erklärt Hamm. Damit sollen die Männer und Frauen Vereine, Unternehmen oder auch Institutionen mit leichten Aufgaben unterstützen. „Bislang erfüllen 486 Personen die Voraussetzung für eine dieser Tätigkeiten“, sagt Hamm. Heiko Miraß, Vorsitzender des Ausschusses und Chef der Bundesagentur für Arbeit, stellt klar, dass diese Maßnahme aber keine Konkurrenz zum ersten Arbeitsmarkt sein soll. Für die Träger, die dieses Vorhaben unterstützend begleiten, gibt es eine Aufwandsentschädigung.

Hannes Ewert und Eckhard Oberdörfer

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