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Ostvorpommern In sieben Tagen zum eigenen Boot
Vorpommern Greifswald Ostvorpommern In sieben Tagen zum eigenen Boot
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00:00 11.07.2017
Am Ende können die Teilnehmer ihr Kanu oder Kajak mit nach Hause nehmen.Elisabeth Schuster
Gützkow

Sarah Kettner liebt es, mit dem Kajak übers Wasser zu gleiten. Seit Kindesbeinen frönt die 33-Jährige diesem Hobby. Deshalb war es für sie ein Traum, sich mit eigener Hände Arbeit ein Boot zu bauen. Ein Traum, der jetzt in Gützkow unweit der Peene in Erfüllung ging: Am Fährdamm auf dem Hof der Villa Eden zimmerte sie gemeinsam mit ihrem Mann ein Inuit Seekajak von 5,20 Meter Länge. Am Sonntag hatte es seine Jungfernfahrt nach Liepen.

Workshop in der Gützkower Villa Eden vereint passionierten Kanutüftler und begeisterte Paddler

„Leisten schneiden, sägen, hobeln, schleifen, streichen .... Hier wird alles von Hand gefertigt. Und wir benutzen fast ausschließlich ökologische Materialien“, erzählte Elisabeth Schuster, die den Bootsbauworkshop gemeinsam mit Kanuentwickler Nikola Raspopovic leitet. „Den dritten Sommer sind wir hier in der Villa Eden schon bei Thomas Thielicke zu Gast“, sagte Schuster, die das Gelände mitten in der Natur für so ein Projekt ideal findet. Und nicht nur sie. „Die Anlage ist sehr schön“, lobte auch Detlev Kettner, der mit seiner Frau gewöhnlich im Berliner Raum Boot fährt. Auch auf der Elbe waren die zwei aus Falkensee schon unterwegs. „Nur auf der Peene noch nicht“, sagte der 53-Jährige, der sich deshalb auf den „Amazonas des Nordens“ freute.

Acht Teilnehmer fanden sich am vergangenen Montag zu dem einwöchigen Workshop von „Urbanindian“ unter freiem Himmel zusammen. Während die Kettners einen Einsitzer bauen wollten, entschieden sich die anderen allesamt für Zweisitzer. „Interessenten können zwischen zehn Modellen auswählen. Das leichteste wiegt 13, das schwerste 27 Kilogramm. Für den Rahmen nehmen wir Fichten- oder Kiefernholz“, berichtete Schuster.

Anton Graboller hat sich für einen sogenannten bedeckten Doppelsitzer entschieden, den „Covered Double“. „Ich fahre gern Kanu und möchte beruflich mal mit Holz arbeiten“, sagte der 18-Jährige, der gerade sein Abi machte und gemeinsam mit seinem Vater Uwe nach Gützkow kam. „Der Bootsworkshop war mein Geburtstagsgeschenk“, verriet Anton. Die Überraschung ist geglückt: „Die Arbeit ist zwar manchmal sehr anstrengend, macht aber total Spaß. Man vergisst komplett die Zeit und merkt gar nicht, wie die Tage vergehen“, schwärmte der junge Mann gegen Ende der Woche. Selbst der Regen sorgte nicht für Verdruss. Die Hobbybootsbauer verlagerten ihre Arbeiten kurzerhand unters Zeltdach. „Hauptsache, die Anstriche werden richtig trocken. Dann wird auch alles andere“, sagte Elisabeth Schuster, die ebenfalls begeisterte Kanufahrerin ist. Die 35-Jährige freute sich, die Workshopteilnehmer so emsig bei der Sache zu sehen. „Wir arbeiten zwar von früh bis spät. Doch wir kochen auch gemeinsam und haben viel Spaß dabei.“ Nikola Raspopovic bestätigte das: „Auch Leute, denen handwerkliche Erfahrungen fehlen, können sich ein eigenes Kanu bauen“, so der 43-Jährige aus Erfahrung. Seit er mit 30 Jahren sein erstes Modell baute, habe er die Entwicklung immer weiter vorangetrieben. Mittlerweile sei der Bootsbau seine große Leidenschaft. „Von Beruf bin ich eigentlich Maler und Bildhauer“, verriet Raspopovic, der sein Unternehmen in Berlin angesiedelt hat, wo die meisten Workshops stattfinden. In Gützkow ist er mit Elisabeth Schuster wieder vom 21. bis 27. August, noch sind ein paar Plätze frei.

(E-Mail: info@urbanindian.org)

Petra Hase

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