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Ostvorpommern Jagd auf Schwarzkittel in vollem Gange
Vorpommern Greifswald Ostvorpommern Jagd auf Schwarzkittel in vollem Gange
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06:44 24.11.2016
Die Zahl der Wildschweine nimmt zu, an Straßen sind ganze Rotten anzutreffen. FOTO: TILO WALLRODT

. In diesen Tagen stehen sie wieder unübersehbar an den Straßenrändern: Schilder, die darauf hinweisen, dass in den heimischen Wäldern gerade eine Drückjagd stattfindet, Kraftfahrer deshalb vorsichtig fahren sollen. Vor allem die Einhaltung der Geschwindigkeitsbegrenzung hält Torsten Hackert, Leiter des Forstamtes Jägerhof, für sehr wichtig.

Bei zu hohen Wildbeständen nimmt auch die Zahl der Wildunfälle zu, wie die letzten Jahre zeigen. Jagden sind deshalb wichtig, um die Bestände gesund zu erhalten. Wolfgang v. Diest, Uniforstdirektor

„Da auch schnell mal ein Tier die Straße quert, ist das unerlässlich. Es soll ja niemand zu Schaden kommen, weder die Jäger und Treiber noch die Kraftfahrer und auch nicht die Jagdhunde als vierbeinige Helfer“, betont er.

Mehrere hundert Jäger In nächster Zeit sind diese Hinweise rund um Spandowerhagen an der L 262, in Jägerhof, Buddenhagen und Jagdkrug beidseitig der B 111 und an der B 105 bei Greifswald zu finden. Insgesamt sind auf den Jagden mehrere hundert Jäger im Einsatz. „Jagden sind wichtig, wir halten damit die Wildbestände gesund“, sagen Hackert als Landesbediensteter und der Dezernent Liegenschaften und Universitätsforstdirektor Wolfgang von Diest. Es sei nötig, Tiere zu erlegen, da sich die Populationen in den zurückliegenden Jahren stark vergrößert hätten. „Wir haben bei Wildschweinen und auch in allen Schalenwildarten, also Rot-, Dam- und Rehwild, deutlich mehr Tiere in den Wäldern“, sagt Hackert.

Insgesamt führt das zum Landesforst gehörende Forstamt Jägerhof fünf Treibjagden durch und arbeitet dabei eng mit der Uni zusammen. Die Jagd im Revier Hanshagen in der vergangenen Woche war eine solche gemeinsame Aktion. „Es lohnt sich, wenn wir das koordinieren. In Hanshagen wurden insgesamt 60 Stück Schalenwild erlegt“, berichtet der Forstamtsleiter.

Der Schwerpunkt bei den Drückjagden liege eindeutig auf dem Schwarzwild, betonen Hackert und von Diest, denn davon gebe es genügend Tiere. Deshalb sehen die Abschusspläne größere Tiermengen vor als noch vor Jahren. In den fünf Revieren des Forstamtes Jägerhof sollen mindestens 130 Stück Schwarzwild erlegt werden. Bei Rot- und Damwild sind es maximal je 100, bei Rehwild 240 Tiere. In den Wäldern der Uni sollen auf sieben Drückjagden 160 Wildschweine, 276 Rehe sowie 41 Stück Rot- und 38 Stück Damwild erlegt werden. Auch im Stadtwald Greifswald sollen etliche Dutzend Tiere geschossen werden.

Deutlich mehr Wild Grund für die starke Zunahme des Wildes sind die hervorragenden Lebensbedingungen für die Tiere sowie die Unterschätzung der Zuwachsfreudigkeit. Die Jäger der Region haben daher eine verantwortungsvolle Aufgabe, betonen die Grünröcke. „Wo es zu viele Sauen, Rehe und Hirsche gibt, leidet nicht nur der Wald darunter, weil Naturverjüngung vernichtet wird, sondern auch der Mensch“, erläutert Hackert. Er und Greifswalds Stadtförster Bent Knoll wissen um die Probleme mit Wild. Knoll verwies schon in den Vorjahren darauf, dass in Stadtrandnähe der Bestand an Schwarzwild niedrig gehalten werden muss, „sonst tummeln sie sich bald auf dem Wall oder in Vorgärten.“ Zudem nimmt laut Hackert bei hohen Wildbeständen auch die Zahl der Wildunfälle rapide zu, wie die letzten Jahre zeigten. Die Jagd ist zudem – darauf verweisen alle Förster – ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Wildbret ist in der Bevölkerung beliebt: Wildfleisch ist gesund und hat einen geringen Fettanteil. Die Drückjagden im November und Dezember sind auch deshalb wichtig.

Cornelia Meerkatz

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